Mittwoch, 14. September 2016

Governance-Studie: Geberit schlägt auch in dieser Hinsicht Alle

Die bereits achte zRating-Studie zur Coporate Governance in der Schweiz rangiert Geberit vor Ascom und PSP Swiss Property. Verbessert gegenüber dem Vorjahr hat sich die Geschäftsführung der börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz insgesamt aber kaum - so gilt hierzulande das eigentlich selbstverständliche Prinzip von «Eine Aktie gleich eine Stimme» noch längst nicht in allen Unternehmen. 

Daran gibt es nichts zu kritteln: Geberit kann weiterhin als nachhaltigstes börsenkotiertes Unternehmen der Schweiz gelten. Allerdings Achtung: das ist keine Aktien-Kaufempfehlung - die Zurückhaltung bezieht sich auf die bereits hohe Bewertung in finanzieller Hinsicht. Andere Nachhaltigkeitskriterien von Geberit sind aber weiterhin excellent, wozu sich auch die neueste zRating-Corporate-Governance-Beurteilung gesellt. Diese führt das Zürcher Oberländer Unternehmen mit Weltruf in der Sanitärbranche an erster Stelle.

Bewertet werden gemäss zRating im Hinblick auf gute Unternehmensführung vier Kriteriengruppen. Sie unterteilen sich in:
  1. Aktionariat und Kapitalstruktur
  2. Mitwirkungsrechte der AktionärInnen
  3. Zusammensetzung Verwaltungsrat / Geschäftsleitung und Informationspolitik
  4. Vergütungs- und Beteiligungsmodelle Verwaltungsrat / Geschäftsleitung    
Alle Daten stammen aus den drei Quellen Statuten, Geschäftsberichte 2015 und Generalversammlungen. Bereits zum achten Mal zeigt die Studie damit eine Rangliste von 171 Schweizer Publikumsgesellschaften. Die höchste Punktzahl neben Geberit mit ebenfalls 84 von 100 erreichte die Telekommunikationsfirma Ascom, dahinter folgen unter anderem PSP Swiss Property, Forbo, mobilezone, VZ Holding und Lonza. Nicht alles erste Adressen einer nachhaltigen Geldanlage. Was das Spezielle der Corporate Governance Analyse zeigt: Sie analysiert gemäss vorgängig erwähnten Kriterien und lässt andere Nachhaltigkeitsaspekte - auch die finanziellen - aussen vor. 

Kritisch merken die Studienautoren an, dass schweizweit noch längst nicht überall in der Unternehmenswelt das Prinzip «one share - one vote» erfüllt ist. Auch sind die Spitzensaläre weiterhin sehr hoch, wenn auch Exzesse seltener geworden seien. Mehr Frauen und mehr Ausländer in den Spitzengremien der beobachteten Unternehmen gelten den zRating-Analysten als Fortschritte in der Corporate Governance. Bei Neubesetzungen entfallen immerhin gegen 40 Prozent auf Frauen. 

Fast müssig zu erwähnen, dass Geberit bereits in der Aufstellung der besten Verwaltungsräte der Schweiz seitens der Finanz und Wirtschaft von Juli dieses Jahres obenaus geschwungen hatte. Damals vor Georg Fischer und Givaudan. Letztere schneiden gemäss zRating in deren umfassenderen und nun aktuell vorliegenden Corporate-Governance-Studie deutlich schlechter ab (Ränge 78 resp. 21). Ob soviel positiver Bemerkungen zu Geberit sei nochmals betont - bei all dieser günstigen Nachhaltigkeits-Beurteilung ist darauf hinzuweisen, dass der Börsenkurs von Geberit seit langem fast nur eine Richtung kennt: nach oben. Auch im laufenden Jahr ist ein Plus von fast einem Viertel zu verzeichnen. Der Kauf der Aktie ist also nur sehr langfristig und gut diversifizierten AnlegerInnen zu empfehlen, am ehesten auch nach einer zwischenzeitlichen Abschwächung.

Quelle: zRating/infras 

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