Sonntag, 18. März 2012

Eben doch Aktien

Der Spiegel bringt es auf den Punkt - Oldtimer, Bordeaux, Briefmarken: Aus Angst vor Inflation scheint keine Geldanlage zu exotisch, auch Immobilien sind derzeit sehr gefragt. Doch bei vielen Sachwerten entstehen neue Spekulationsblasen, sagen Experten. Den besten Schutz könnte am Ende die gute, alte Aktie bieten.

Reale Werte sind im Moment sehr beliebt - daran wird Peter Reichel jeden Tag erinnert. Aus den Räumen der Privatbank Berenberg schaut er über die Alster auf den feinen Hamburger Stadtteil Uhlenhorst. Dort sind die Immobilienpreise 2011 nach den jüngsten Zahlen eines Maklers um satte 19,6 Prozent gestiegen. Reichel ist bei Berenberg Chef der privaten Vermögensverwaltung. Seine sehr wohlhabende, konservativ agierende Klientel präferiert sichere Anleihen - deshalb muss sie sich mit weitaus geringeren Renditen zufriedengeben, in der Regel weniger als zwei Prozent. Das reicht nicht einmal, um die Inflation von 2,3 Prozent auszugleichen: Der Vermögenswert wird Stück für Stück aufgezehrt.

Vor Aktien schrecken viele von Reichels Anlegern zurück. Ihnen steckt der jüngste Börsencrash noch in den Knochen. Dabei haben viele private und institutionelle Anleger Cash im Überfluss. "Die Investoren sitzen auf einer hohen Liquidität", beobachtet Reichel, "es kommen enorme Summen rein, die angelegt werden müssen." Nur wie? Im Rentenbereich finde er kaum noch interessante Chancen, meint der Anlage-Stratege und gesteht: "Wir können die Flucht in Sachwerte teilweise nachvollziehen." Gemälde, Oldtimer, Briefmarken, Weine, Diamanten, Gold und natürlich Immobilien - die Furcht vor einer drohenden Inflation, das Misstrauen gegenüber der Krisenwährung Euro und der Wunsch nach Vermögenserhalt treibt Sparer in Anlageklassen, die jahrelang ein Schattendasein führten und von den Profis bisher nur als "Beimischung" im Portfolio genutzt wurden.

Nun stellen sich immer mehr vermögende Anleger einen schicken Ferrari in die Garage oder lagern Tausende Flaschen teuren Bordeaux im Keller, in der Hoffnung, die Luxusgüter später zu höheren Preisen weiterverkaufen zu können. Berenberg hat auf diesen Trend längst reagiert und die Tochtergesellschaft Art Advice gegründet. Erfahrene Experten bieten der reichen Klientel umfängliche Hilfe beim Aufbau einer eigenen Kunstsammlung, sie beraten beim Einkauf edler Weine und kennen sich mit "Classic Cars" aus.

Doch ist das Szenario von einer galoppierenden Inflation tatsächlich realistisch? Sind nicht viele angeblich inflationsfeste Sachwerte wie Immobilien oder Gold ebenfalls längst überbewertet? Drohen hier neue Spekulationsblasen zu platzen? Sicher, der ökonomische Grundsatz, dass zu viel Geld die Inflation treibt, ist nicht aufgehoben. Und spätestens seit der italienische EZB-Präsident Mario Draghi die "Dicke Bertha" herausholte und europäischen Banken rund eine Billion Euro zu extrem günstigen Zinsen bereitstellte, werden auch professionelle Betrachter nervös.

Zwar parke das Geld noch zwischen den Geschäftsbanken und der Europäischen Zentralbank, meint DWS-Chefökonom Johannes Müller. Doch wenn die Liquidität ihren Weg in die reale Wirtschaft zu Unternehmen und Konsumenten fände, dann werde es für die Zentralbanker sehr schwer, diese Summen wieder einzusammeln: "Ich sehe zwar kein Horrorszenario à la Weimar, doch eine Inflationsrate zwischen fünf und sieben Prozent schließe ich für die kommenden Jahre nicht aus." Exogene Schocks wie ein Krieg zwischen Israel und Iran und die in der Folge steigenden Ölpreise könnten ein Auslöser sein.

Ähnliche Sorgen macht sich Johannes Reich, Partner der Frankfurter Privatbank Metzler. Wenn das EZB-Geld von den Geschäftsbanken über Kredite zu den Konsumenten und den Unternehmen gelange, sei die Gefahr erheblich, dass die Inflation anspringe, da die Geldmenge dann schneller wachse als die Produktivität: "Die wichtigste Frage ist, wo die Überschussliquidität hingeht. Wo entsteht die nächste Blase?" Die ist möglicherweise längst da. "Im Immobilienbereich haben wir bereits deutliche Preiserhöhungen gesehen," meint Oliver Schickentanz, Chef-Anlagestratege der Commerzbank. Bestimmt nicht jedes Objekt könne in zwei, drei Jahren zu den Einstandspreisen von heute verkauft werden. Eine paradoxe Situation: Gerade weil Anleger verhindern wollen, dass die Inflation ihr Vermögen verringert, investieren sie möglicherweise in Anlageklassen, in denen noch größere Verluste drohen. Schickentanz rät Anlegern, die sich vor Inflation schützen wollen, deshalb eher zu Anleihen, die in nordeuropäischen Währungen notieren oder auch in australischen oder kanadischen Dollar.

Auch den starken Anstieg des Goldpreises sehen die Geldprofis als Vorboten einer inflationären Entwicklung. "Mit sämtlichen Goldreserven auf der Welt könnte ich ExxonMobile sowie alle Ländereien der USA kaufen," sagt DWS-Aktienstratege Henning Gebhardt und hält diese Entwicklung für "ungesund". Womöglich sollten Anleger, die sich vor inflationären Entwicklungen schützen wollen, ihre Scheu vor dem Aktienmarkt ablegen. Denn auch Aktien zählen zu den Realwerten. Sie bündeln das Produktiv- und Kreativvermögen eines Unternehmens und bieten damit begrenzten Schutz vor Inflation. Gebhardt rät daher zu Titeln aus der Nahrungsmittelindustrie wie etwa Nestlé oder Coca Cola . Diese Konzerne könnten die Preiserhöhungen an ihre Kunden weiterreichen, hätten eine gute Bilanz, ordentliche Wachstumschancen und verkauften ihre Produkte weltweit. Weniger Chancen sieht er für die Autoindustrie, die höhere Preise nicht mal eben auf ihre Kunden abwälzen könne.

Dieser Anlagestil erinnert an Investments des legendären US-Milliardärs Warren Buffett. Kürzlich lästerte der gegenüber dem Wirtschaftssender CNBC über den hohen Goldpreis: "Gold hat wirklich keinen Nutzen. Ich setze lieber auf einen guten Produktionsbetrieb." Buffett sieht sich mit diesem Investmentstil gegen die drohende Inflation gewappnet. Denn dass die Preise wegen des hohen US-Defizits und der laschen Geldpolitik der US-Zentralbank bald kräftig steigen werden, hält der Anlage-Guru und bekennende Zyniker für ausgemacht: "Das ist so, als ob Sie aus einem 50-stöckigen Gebäude springen. Während der ersten 45 Stockwerke verändert sich nicht viel. Aber dann schlägt man brutal auf."

Quelle: Spiegel Online

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Mittwoch, 1. Februar 2012

Nachhaltigkeit von Ländern

Über die Entwicklung der Finanzratings der Staaten im Euroraum, aber auch der USA wurde in den vergangenen Monaten heftig diskutiert. Vor allem nachhaltigkeitsorientierte Investoren sind davon überzeugt, dass die klassischen Finanzratings die Fähigkeit der Staaten, ihren Verpflichtungen aus der Emission von Staatsanleihen nachzukommen, nur unzureichend widerspiegeln.

Die zusätzliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsratings, die die sozialen und ökologischen Verhältnisse in den Staaten bewerten, ermöglicht eine fundiertere Einschätzung der Bonität der Staaten. Im aktuellen Länderrating der Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research scheitern Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ebenso an der oekom Prime Schwelle wie die USA. Die ersten Plätze nehmen Norwegen, Schweden und Dänemark ein, Deutschland landet auf Platz 6.

Insgesamt 51 Staaten sowie die Europäische Union hat oekom research im Hinblick auf deren soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit analysiert. Bewertet wurden unter anderem der Stand der Meinungs- und Pressefreiheit, die Investitionen in Bildung und moderne Infrastruktur sowie der Energiemix und der Umgang mit dem Klimawandel. Norwegen und Schweden konnten ihre Spitzenplätze verteidigen, Dänemark hat sich im Vergleich zum Vorjahr von Rang 9 auf Rang 3 verbessert. Ursache hierfür sind vor allem Verbesserungen im Umweltbereich, beispielsweise beim Klimaschutz und beim Energiemix. Österreich rangiert auf Platz 5 gefolgt von Deutschland auf Platz 6. Ebenso wie diese Länder erreichen auch die Schweiz, Großbritannien und Frankreich den oekom Prime Status, mit dem insgesamt 21 Staaten ausgezeichnet wurden. Er wird an Staaten vergeben, die den strengen von oekom research definierten Mindestanforderungen an eine verantwortungsvolle Gestaltung des politischen und gesellschaftlichen Systems genügen.

Den oekom Prime Status verpasst haben dagegen die südeuropäischen Krisenstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. „Griechenland hat bereits schlechte Bewertungen in unserem Nachhaltigkeitsrating erhalten, als konventionelle Ratingagenturen hier noch Noten im A-Bereich verteilt haben,“ stellt Oliver Rüter, Research Director bei oekom research, fest. „Bei Investoren, die sich in der Vergangenheit am Nachhaltigkeitsrating orientiert haben, liegen heute keine griechischen Staatsanleihen im Depot.“

Die USA landen auf Rang 44. Viele der Hoffnungen, die mit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama verbunden waren, haben sich nicht erfüllt. So verweigern die USA nach wie vor einen konstruktiven Beitrag zum internationalen Klimaschutz und der Verbrauch an Energie und Ressourcen ist unverändert hoch. Die wachsenden Einkommensunterschiede führen zu sozialen Spannungen in der Gesellschaft, wie beispielsweise die Proteste der Occupy-Bewegung an der Wallstreet zeigen.

„Staaten, die in Bildung investieren, die die Erforschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz fördern und ihren Bürgern Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationsmedien verschaffen, legen damit die Grundlagen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes,“ erläutert Oliver Rüter die Aussagekraft des Nachhaltigkeitsratings. Von ebenso hoher Bedeutung sind die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine pluralistische Gesellschaft, in der die Bürger- und Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit umfassend gewährleistet sind und in der alle Bürger den Zugang zu staatlichen Leistungen unabhängig von ihrer Fähigkeit haben, Bestechungsgelder zu zahlen, findet in Krisensituationen andere Mechanismen der Konfliktlösung als Staaten, in denen diese Rechte eingeschränkt sind. Dies alles sind Faktoren, die sich positiv auf Leistungsfähigkeit eines Staates auswirken und damit auf deren Bonität.

Das Länderrating von oekom research umfasst die OECD-Mitglieder sowie die wichtigsten Schwellenländer. Es dient in erster Linie Investoren und Finanzdienstleistern als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Kapitalanlagen. Die Rating-Agentur oekom research führt die Untersuchung jährlich durch und beleuchtet dabei 150 ökologische und soziale Analysekriterien. Ein Ausschnitt aus dem Ranking des Länderratings von oekom research ergibt folgendes Bild:

1 Norwegen
2 Schweden
3 Dänemark
4 Finnland
5 Österreich
6 Deutschland
10 Schweiz
15 Europäische Union
17 Großbritannien
21 Frankreich
27 Italien
36 Brasilien
44 USA
51 Südafrika
52 Indien

Quelle: oekonews.at

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Mittwoch, 11. Januar 2012

Fondsbeteiligung in Fair Trade

responsAbility lanciert den responsAbility Fair Trade Fund, den ersten auf Entwicklungsmöglichkeiten von Kleinbauern in Entwicklungsländern ausgerichteten Anlagefonds. Der in enger Zusammenarbeit mit der Fondsleitung Credit Suisse Funds AG entstandene und in der Schweiz von der FINMA zum öffentlichen Vertrieb zugelassene responsAbility Fair Trade Fund ermöglicht einen einfachen Zugang zu einem breit diversifizierten und professionell verwalteten Portfolio im Agrarsektor. Mit einer Investition eine finanzielle Rendite erzielen und gleichzeitig den fairen Handel fördern sowie das Leben von Kleinbauern in Entwicklungsländern verbessern: Dies ermöglicht der neu lancierte responsAbility Fair Trade Fund.

Ob Bananen, Schokolade oder Kaffee - fair gehandelte Produkte erfreuen sich steigender Beliebtheit. Hinter der Produktion dieser Landwirtschaftsgüter stehen grösstenteils Kleinbauern in Entwicklungsländern. Diese stehen jedoch häufig vor einer Vielzahl von Herausforderungen wie schwindender Nahrungsmittelsicherheit, fehlendem Marktzugang, wenig Verhandlungsmacht, volatilen Rohstoffpreisen und Landflucht. Hinzu kommt, dass Know-how und finanzielle Mittel zur Steigerung von Produktion und Effizienz fehlen.

Fairer Handel schafft Perspektiven für Kleinbauern
Ein seit Jahren erfolgreicher, sehr positiver und marktorientierter Ansatz, um die wirtschaftliche Situation von Kleinbauern zu verbessern, ist Fair Trade. Zentrale Elemente dabei sind ein garantierter Mindestpreis für die Erzeugnisse und eine sogenannte Fair-Trade-Prämie. Der garantierte Mindestpreis sichert den Kleinbauern ein existenzsicherndes Grundeinkommen, schützt sie vor schwankenden Rohstoffpreisen und gibt ihnen Planungssicherheit. Eine zentrale Rolle kommt Kooperativen zu. Sie stellen das Bindeglied zwischen Kleinbauern und Märkten dar und übernehmen viele zentrale Aufgaben wie Finanzierung, Handel, Verarbeitung, Ausbildung und auch die Fair-Trade-Zertifizierung.

Wachstumsmarkt Fair Trade
Die sehr erfreuliche Nachfrageentwicklung - jährliche Wachstumsraten liegen bei 20% - geht jedoch einher mit erhöhtem Finanzierungsbedarf, insbesondere bei Kooperativen. Fehlt dieses zusätzliche Betriebskapital, können Kooperativen und Kleinbauern nicht oder nur in beschränktem Ausmass von den Vorteilen der Fair-Trade-Entwicklung profitieren.

Wachstum ermöglichen - Von Entwicklung profitieren
An diesem Punkt setzt der weltweit einzigartige responsAbility Fair Trade Fund, übriger Fonds für alternative Anlagen mit besonderem Risiko ("responsAbility Fair Trade Fund"), an. Der Fonds stellt Produzenten- und Handelsorganisationen (in der Regel Kooperativen) Betriebskapital, zum Beispiel zur Export- oder Erntevorfinanzierung sowie in geringem Umfang zur Beschaffung von Produktionsmitteln, zur Verfügung. Investiert wird hauptsächlich in durch Kooperativen ausgegebene festverzinsliche Forderungswertpapiere mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr.

Der responsAbility Fair Trade Fund steht mittel- bis langfristig orientierten Anlegern seit dem 21. Dezember 2011 für Zeichnungen offen. Durch die tiefe Korrelation mit anderen Anlagekategorien und stabilen Renditen (historische Werte) eignet sich der Anlagefonds zudem optimal zur Portfoliodiversifikation.

Der als Schweizer Anlagefonds aufgelegte responsAbility Fair Trade Fund ist der weltweit erste Anlagefonds, der einem breiten Anlegerpublikum einen einfachen und professionellen Zugang zu Fair-Trade-Investitionen ermöglicht. Dies konnte nur dank der intensiven Zusammenarbeit und dem ausserordentlichen Engagement der Spezialisten aller involvierten Parteien realisiert werden - neben responsAbility Social Investments AG («responsAbility») insbesondere auch die Credit Suisse Funds AG und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA.

Seit der Gründung vor zehn Jahren spezialisiert sich responsAbility auf Anlagelösungen mit Entwicklungsrelevanz. Unsere Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern tragen zur positiven gesellschaftlichen Entwicklung bei und streben gleichzeitig langfristigen Anlageerfolg an. responsAbility verfügt im Bereich Fair Trade bereits über einen Track-Record von rund sieben Jahren (125 Millionen USD investiert), ein erfahrenes Team und ein globales Netzwerk. Seit der Fondslancierung Ende Dezember 2011 konnten durch den responsAbility Fair Trade Fund weitere 10 Millionen USD finanziert werden.

Quelle: responsability

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Montag, 2. Januar 2012

Kein gutes Börsenjahr

Das Börsenjahr 2011 war für die Anleger "grüner" Aktien erneut enttäuschend. Der internationale Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index) notierte zum Jahresschluss mit 241,28 Punkten um 54,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr (529,63), teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Bereits 2010 hatte das regenerative Börsenbarometer 29,3 Prozent verloren.

Aktien von chinesischen Solar- und Windenergie-Unternehmen zählten 2011 mit Verlusten zwischen 60 und 80 Prozent zu den größten Verlierern. Den höchsten Verlust verzeichnet die Aktie von American Superconductor mit einem Abschlag von knapp 87 Prozent. Von den deutschen Unternehmen verloren Nordex Aktien 28,3 Prozent, SMA Solar 39,3 Prozent, SolarWorld 56,5 Prozent und Centrotherm 63,6 Prozent.

Während die weltweiten Aktien der Industrieunternehmen zum Teil sehr hohe Verluste hinnehmen müssen, können sich die regenerativen Versorgungsunternehmen besser behaupten. Die Titel der italienischen Enel Green Power (+ 2,7 Prozent) und des spanischen Regenerativversorgers EDP Renovaveis (+ 0,8 Prozent) legen gegen den Trend leicht zu. Ursache für die drastischen Kursrückgänge sind laut IWR die derzeit enttäuschenden Finanzzahlen der Unternehmen. "Das Jahr 2012 kann eigentlich nur besser werden", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch.

Im Rahmen der turnusgemäßen Neuzusammensetzung zum 01. Januar 2012 steigen mit dem PV-Hersteller Hanwha SolarOne und dem Windparkbetreiber China Windpower zwei chinesische Unternehmen ab. Neu im RENIXX World vertreten sind der deutsche Bioethanol-Produzent Cropenergies und das US-Solarunternehmen STR Holdings.

RENIXX World im Internet: www.iwr.de/renixx-online

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Freitag, 21. Oktober 2011

Grossinvestoren halten an PV fest

Investitionen in Erneuerbare Energien sind für institutionelle Investoren in den kommenden zwölf bis 24 Monaten genauso attraktiv wie Investments in Immobilien. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Frontiers Management Consulting, die im Auftrag des Düsseldorfer Emissionshauses Voigt & Collegen durchgeführt wurde. An der Spitze steht die Photovoltaik (PV).

Befragt wurden insgesamt 343 institutionelle Investoren in Deutschland, darunter unter anderem Banken, Versorgungswerke, Pensionskassen und Corporates sowie Versicherungen, Kirchen und Stiftungen. Auf die Frage nach der Attraktivität in den kommenden ein bis zwei Jahren lagen die Assets Immobilien und Erneuerbare Energien mit jeweils über 35 Prozent auf den ersten Plätzen. Unter den regenerativen Energiequellen ist aus Investorensicht die Photovoltaik derzeit am attraktivsten. Rund 40 Prozent der Großanleger bewerten sie auf einer Skala von eins bis sechs mit eins oder zwei. Bei der Windenergie teilen rund 33 Prozent diese Sichtweise. Knapp dahinter liegen die Wasserkraft mit 28,6 Prozent und die Solarthermie mit 27,4 Prozent.

„Die Gruppe der Erneuerbaren Energien ist sehr heterogen. Während es sich bei der Wasserkraft um eine etablierte Methode der Energiegewinnung handelt, sind Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse noch relativ junge Technologien“, sagt dazu Hermann Klughardt, Geschäftsführer von Voigt & Collegen. Dennoch gebe es eine Reihe von Gründen, die für alle Investments in Erneuerbare Energien gültig seien. „Die Investoren wünschen sich langfristig stabile Cashflows und hohe Einnahmesicherheit. Beides können die Erneuerbaren Energien bieten – vor allem durch die langfristig garantierten staatlichen Einspeisevergütungen“, so Klughardt.

Zwei Drittel der Investoren sprechen sich in der Umfrage grundsätzlich für Photovoltaik-Investments aus. Die höchste Affinität zur Solarenergie haben Pensionskassen und Kirchen mit jeweils 92,3 Prozent. Auch bei Versicherungen, Banken und Stiftungen ist der Anteil der potenziellen Photovoltaik-Investoren hoch. Bei Versicherungen sind es 84,6 Prozent, bei Banken 83,3 Prozent und bei Stiftungen 81,8 Prozent. Der Anteil der Investoren, die sich Photovoltaik überhaupt nicht in ihrem Portfolio vorstellen können, ist bei Vereinen mit 73,3 Prozent und Bausparkassen/Hypothekenbanken mit 66,7 Prozent am höchsten.

Alle institutionellen Investoren haben im Schnitt rund zweieinhalb Millionen Euro in Photovoltaikanlagen investiert. Allerdings existieren große Unterschiede zwischen den Investorengruppen. Die Versicherungen haben die Nase vorn. Ihr durchschnittlich in Photovoltaik angelegtes Kapital beträgt 12,2 Millionen Euro. Es folgen Stiftungen mit 6,4 Millionen Euro, Corporates mit 5,2 Millionen Euro und Pensionskassen mit 4,8 Millionen Euro. 44 Prozent der Investoren wünscht sich eine Haltedauer von über zehn Jahren. Rund ein Drittel bevorzugt eine mittlere Haltedauer zwischen fünf und zehn Jahren.

Der Gesamtdurchschnitt der angestrebten Rendite liegt bei 5,3 Prozent. Allerdings äußerten sich 45,8 Prozent zu dieser Frage nicht. Es fällt auf, dass die Stiftungen und Corporates, die bereits vergleichsweise stark in Photovoltaik investiert sind, relativ hohe Renditeerwartungen haben. Rund ein Fünftel der Befragten erwartet eine Rendite von weniger als vier Prozent. Bei Investitionen in einen Fonds, der in mehrere Erneuerbare Energien gleichzeitig investiert, setzen die Großanleger auf einen ausgewogenen Mix der sechs Energiequellen. Keine einzelne Art der Energiegewinnung dominiert: Die Photovoltaik hat mit rund einem Viertel das größte Gewicht. Alle anderen Anteile sind dennoch größer als zehn Prozent. Nach der Photovoltaik kommt die Windkraft mit einem 22prozentigen Anteil. Auf den Rängen drei und vier folgen die Wasserkraft mit 17 Prozent und die Solarthermie mit 14,8 Prozent.

Auf die Frage, in welchen Ländern Investitionen in Photovoltaikanlagen in den kommenden zwölf bis 24 Monaten interessant seien, belegt Deutschland mit 121 Nennungen den ersten Platz. Bei der Frage nach der Attraktivität einzelner Länder exklusive Deutschland schneiden vor allem die sonnenreichen südeuropäischen Staaten gut ab. Jeweils rund ein Viertel der institutionellen Investoren bewerten Spanien und Italien als attraktiv. Auf den Plätzen drei und vier befinden sich Portugal mit 15,7 Prozent und die USA mit 12,5 Prozent.

Quelle: Ecoreporter

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Donnerstag, 13. Oktober 2011

Milliarden verzockt

Er war der Gewinner der Finanzkrise: Hedgefonds-Manager John Paulson machte ein Vermögen, während andere alles verloren. Doch nun hat ihn das Glück verlassen. Der Spekulant hat Milliarden in den Sand gesetzt - und muss sich nicht nur gegen verärgerte Investoren verteidigen. Ein Lehrbeispiel über Spekulation.

John Paulsons (siehe Bild) Luxusvilla in New York hat eine gruselige Geschichte. Das Gemäuer an der Ostseite des Central Parks war 1916 für den Banker William Woodward erbaut worden. Dessen Sohn William Woodward Jr. erbte es nach dem Tod des Vaters 1953. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der Familie: Kurz darauf wurde Woodward von seiner Gattin Ann aus Versehen erschossen. Sie beging später mit den beiden Söhnen Selbstmord. Das 2600-Quadratmeter-Anwesen fiel dem Town Club zu, einen verstaubten Herrenclub, der in erster Linie für seine Bridge-Turniere bekannt war. Der Club ging jedoch im März 2001 mangels Mitgliedern pleite. Das Haus stand leer - bis es John Paulson 2004 entdeckte und für 14,7 Millionen Dollar kaufte.

Seitdem wohnt der Finanzjongleur an der begehrten Ecke von Fifth Avenue und 86th Street unweit des Metropolitan Museums. Der Hedgefonds-Manager, der durch clevere Spekulationen während der Finanzkrise ein Privatvermögen von fast 16 Milliarden Dollar angehäuft hat, passte sich nahtlos in die VIP-Enklave Upper East Side ein, wo Menschen wie Medienzar Rupert Murdoch und Jamie Dimon, der Chef der Großbank JP Morgan Chase, zu seinen betuchten Nachbarn zählen. Doch die Idylle in der feinen Gegend wurde zuletzt empfindlich gestört. Am Dienstag zogen Hunderte Demonstranten grölend an den Villen vorbei. Die Aktivisten von Occupy-Wall-Street (siehe Bild), die seit Mitte September ein Areal nahe der Wall Street besetzt halten, hatten Kapitalismus-Kritiker zu einem "Stadtrundgang" aufgerufen.

"Ihr wurdet gerettet", skandierten die Demonstranten. "Wir wurden verraten!" Für Paulson, an dessen Haus der Wutmarsch endete, hatten sie ein besonderes Geschenk parat: Unter den Augen zweier Cops legten sie ihm einen überdimensionalen "Scheck" über fünf Milliarden Dollar auf die Treppe. Verwendungszweck: "Steuerabschlag." Die Ironie der Situation war den meisten Demonstranten wohl kaum bewusst. Fünf Milliarden Dollar - das ist fast genau die Summe, die Paulson gerade dringend bräuchte. Nicht, dass der Mann am Hungertuch nagen würde. Auf der aktuellen "Forbes"-Liste der reichsten Amerikaner belegt der 56-Jährige den 15. Platz - und rangiert damit vor Erfolgsinvestor George Soros und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Doch der als erfolgreichster Spekulant der Welt bekannt gewordene Finanzmanager hat sich verzockt. Seine Fondsgruppe Paulson & Co. verlor in diesem Jahr mindestens sechs Milliarden Dollar, manche munkeln sogar von acht Milliarden Dollar. Damit wären von den rund 38 Milliarden Dollar, die Paulson zu Jahresbeginn managte, heute allenfalls noch 30 Milliarden Dollar übrig. Und fast die Hälfte davon ist Paulsons eigenes Geld.

Es ist eine Blamage für den einstigen Wunderknaben, an dem Negativ-Schlagzeilen abzuprallen schienen. Selbst seine zentrale Rolle im Betrugsskandal um Goldman Sachs schien ihm nicht zu schaden. Seinen großen Reichtum verdankt er der Finanzkrise: Er witterte sie früh, schwieg aber und wettete auf den Crash. Als dieser kam, kassierte Paulson ab.

Doch in der aktuellen Krise hat ihn offenbar sein Gespür verlassen. Und darum saß Paulson zur gleichen Zeit, als die Anti-Wall-Street-Aktivisten an seinem Haus vorbeizogen, in seinem Büro im 50. Stock eines Wolkenkratzers und mühte sich um Schadensbegrenzung. Eine Stunde und zehn Minuten lang besänftigte er in einer Telefonkonferenz seine Investoren. Sein kleinlautes - und für ihn seltenes - Eingeständnis: "Wir haben einen Fehler gemacht." Paulsons größter Irrtum war sein Optimismus: Er hatte auf eine Erholung der US-Konjunktur gesetzt. "Wir sind begeistert über die Aussichten für unsere Fonds", hatte er noch im Januar in einem Brief an Anleger getönt. Vor allem die US-Steuerpolitik werde "ein zusätzlicher Auslöser für höheres Wachstum in 2011 sein". Er werde die Fonds entsprechend positionieren.

Aus dem Aufschwung wurde bekanntlich nichts - und Paulsons Fonds schmierten ab. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Wirtschaftsmedien gab sein Vorzeigefonds Advantage Plus allein im September 19,4 Prozent ab, seit Jahresbeginn verlor er sogar um 46,7 Prozent. Vergleichbare Konkurrenz-Fonds gaben im selben Zeitraum nur um rund fünf Prozent nach. Auch die restlichen Paulson-Portfolios litten. Sein Gold-Fonds, bisher eine sichere Anlage, rauschte im September um 16,4 Prozent ab. Der Verfall fiel heftiger aus als beim Goldpreis selbst (minus 11 Prozent). Denn Paulsons Gold-Fonds investierte nicht nur in das Edelmetall, sondern auch in Minengesellschaften, die derzeit mit Problemen kämpfen.

Paulsons Konjunktur-Fonds fuhr ebenfalls zweistellige Verluste ein: mehr als 14 Prozent im September, 31 Prozent seit Jahresbeginn. Seine Investitionen in Großbanken wie Citigroup und Bank of America erwiesen sich als ebenso ungeschickt wie der Einstieg ins Holzunternehmen Sino-Forest in Hongkong. Es geriet unter den Verdacht des Bilanzbetrugs. Paulson stieß seine Anteile im Sommer wieder ab, was ihn rund 720 Millionen Dollar kostete. Auch damals musste er seine Klienten am Telefon beruhigen.

Die US-Medien begleiten Paulsons Absturz mit Häme. Die "New York Times" nannte seine Lage "traumatisch". Das "Wall Street Journal" schrieb: "Ein schlechtes Jahr für Paulson wurde noch schlechter." Branchenrivalen sollen sich bereits für Notverkäufe in Stellung gebracht haben. Trotz seiner verfahrenen Lage knöpfte sich Paulson noch die Demonstranten vor, die an seiner Villa vorbeizogen. Die reichsten New Yorker zahlten mehr als 40 Prozent der gesamten Einkommensteuer in der Stadt, belehrte er sie in einem offenen Brief. "Das verschafft jedem in unserer Stadt enorme Vorteile." Es sei unfair, die Reichen zu "verunglimpfen". Die Demonstranten scherten sich wenig darum. Auf ihrem Weg durch das Nobelviertel skandierten sie: "Milliardäre, eure Zeit ist abgelaufen!"

Quelle: Spiegel Online

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Mittwoch, 21. September 2011

Börsendebakel der Erneuerbaren

Der seit fast drei Jahren andauernde Abwärtstrend bei den Aktien von Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien hält weiter an. Das weltweite Börsenbarometer der Branche, der RENIXX World, hat im Tagesverlauf des 20.09.2011 die Marke von 320 Punkten unterschritten und damit seit Jahresbeginn 2011 über 40 Prozent verloren, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit.

"Der Reaktorunfall in Fukushima im März hat nur ein kurzes Strohfeuer ausgelöst, danach ging es mit den Kursen weiter bergab", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Seit dem Höchstkurs im Jahr 2007 mit 1918,7 Punkten hat der RENIXX World bereits um über 80 Prozent nachgegeben.

Besonders unter Druck geraten sind Aktien von chinesischen Solar- und Windenergieunternehmen mit Abschlägen von teilweise über 70 Prozent. Aber auch die drei im RENIXX gelisteten deutschen Unternehmen centrotherm photovoltaics, Nordex und SolarWorld können sich dem Negativtrend nicht entziehen.

RENIXX-Kursverlauf online: http://www.iwr.de/renixx-online

Quelle: Solarserver

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