Sie sind der neueste Hit der Finanzprodukte: Mikrofinanz-Fonds verbinden ungewöhnliche Renditechancen mit ungewöhnlichen Hürden - und das Angebot ist weit kleiner als allgemeinhin angenommen. Im Überblick der NZZ fehlt auch ein Hinweis auf Oikocredit - eine der etabliertesten Mikrofinanzorganisationen.
Investitionen in Fonds für Mikrokredite sind nichts für ungeduldige Anleger. Wer auf diesem Weg helfen will, sollte vorher seine Liquidität sicherstellen. In der ethischen Erwägung, was man mit seinem Geld tun sollte (zum Beispiel spenden) oder nicht tun sollte (zum Beispiel Zigaretten kaufen und an Kinder verschenken), steht die Anlage in Mikrofinanz-Fonds recht gut da. Diese Vehikel investieren das Kapital in Mikrofinanzinstitute (MFI) wie lokale Banken in Entwicklungsländern, die es als Kredite an Bauern oder kleine Unternehmer weiterreichen. Die Vorstellung, mit der eigenen Geldanlage die Welt ein bisschen zu verbessern, macht diese Fonds zu einer gefragten Anlaufstelle im Feld der «nachhaltigen» Investments. In der Schweiz könnte allerdings etwas mehr Wettbewerb dieser Anlageklasse nicht schaden.
Das einzige in der Schweiz öffentlich zum Vertrieb zugelassene Produkt ist der Global Microfinance Fund von ResponsAbility, einer Anlagegesellschaft aus Zürich. Zwar sind theoretisch auch andere Vehikel erhältlich, aber da ihnen die Schweizer Zulassung fehlt, erfährt kein Anleger in einem Beratungsgespräch davon – es sei denn, er kennt die Fonds bereits und fragt gezielt danach. So existieren zum Beispiel Produkte von Dexia Asset Management sowie vom Investmenthaus Wallberg und vom Fondsanbieter Axxion; sie sind in Luxemburg, Deutschland oder Österreich zugelassen.
Getreu dem Motto «the winner takes it all», wie es ein Branchenbeobachter formuliert, landet also ein Grossteil jenes Kapitals, das Schweizer Retail-Investoren für Mikrokredite zur Verfügung stellen wollen, im Fonds von ResponsAbility. Das Vehikel wurde im Jahr 2003 aufgelegt und besitzt inzwischen ein Volumen von mehr als 500 Mio. $. Im Bereich Mikrofinanz bietet ResponsAbility ausserdem zwei Fonds für institutionelle und qualifizierte Investoren an, ein dritter wird nach Angaben von CEO Klaus Tischhauser gerade aufgebaut. Insgesamt verwaltet ResponsAbility laut Tischhauser rund 1 Mrd. $. In einer ähnlichen Liga wie der Zürcher Fonds spielt mit einem Nettoinventarwert von 522 Mio. $ der Dexia Micro-Credit Fund. Andere Produkte wie der Wallberg Global Microfinance (30 Mio. €) sowie der Axxion Dual Return Fund Vision Microfinance (86 Mio. €) oder Vision Microfinance Local Currency (21 Mio. €) bringen weniger Gewicht auf die Waage.
Wichtiger als die Grösse dürfte natürlich die Rendite sein. Basiswährung der Fonds ist oft Dollar oder Euro, was für Schweizer Investoren gewisse Nachteile mit sich bringt. Der Platzhirsch von ResponsAbility erwirtschaftete nach Kosten in der Franken-Tranche in fünf Jahren 13%; in der Dollar-Tranche waren es 24%. Beim Dexia-Fonds lag die Performance der Franken-Tranche in diesem Zeitraum bei rund 11%, in Dollars kamen 20% zustande. Der Swiss-Performance-Index (SPI) notiert derweil nahezu unverändert, der Dow Jones Industrial kletterte um 9% (ohne Wechselkurseffekt).
Als jährliches Renditeziel wird meist ein Geldmarktzins plus zwei Prozentpunkte genannt. Die Korrelation von Mikrofinanz-Geldanlagen mit anderen Asset-Klassen ist gering. Deshalb könne es sinnvoll sein, einen kleinen Prozentsatz des Vermögens in diesen Sektor zu investieren, sagt Robert Hauser, Leiter Nachhaltigkeits-Research bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Das Risiko sei wohl grösser als bei einem handelsüblichen Obligationenfonds, aber bisher habe es noch keine namhaften Ausfälle gegeben.
Neben dem Blick auf die Performance gibt es noch andere gewichtige Punkte, die Anleger beachten sollten: Zwar geht es bei Mikrokrediten darum, den Ärmsten zu helfen – aber man selber sollte dafür nicht allzu arm sein. Bei den erwähnten Vehikeln werden Mindestanlagen im wenigstens vierstelligen Bereich verlangt, sei es in Franken, Dollars oder Euro. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 1,8% bis 2,6%, hinzu kommen Ausgabeaufschläge von bis zu 4%. Ferner bringt das Mikrofinanzgeschäft Besonderheiten mit sich, zum Beispiel, dass Mikrokredite nicht einfach über Börsen gehandelt werden wie Aktien oder Devisen. Sie werden in einem aufwendigen Verfahren den Empfängern zugeteilt, und die Rückzahlung durchläuft mehrere Stationen, bis sie wieder bei den Fonds ankommt. Abgesehen davon, dass dieser Geldfluss für Anleger nicht immer einfach nachzuvollziehen ist, kann es theoretisch zu einem Investitionsstau kommen, wenn gleichzeitig zu viele Investoren in einen Fonds drängen – oder zu einem Kollaps, wenn sie das Kapital plötzlich abziehen wollen.
Wenig Flexibilität
Um das zu verhindern, sind häufig Ausgabe und Rückgabe von Anteilen nur einmal im Monat erlaubt. Bei ResponsAbility ist die Rücknahme sogar nur zum Quartalsende möglich, bei einer Kündigungsfrist von 45 Tagen. Das sei einerseits mit der Absenz eines Sekundärmarktes für Mikrokredite zu begründen, sagt CEO Tischhauser, andererseits diene es als Mittel, um wirklich langfristige Investoren zu gewinnen. Man habe in der Vergangenheit diskutiert, die Rückgabe flexibler zu gestalten, aber sich dann dagegen entschieden. Durch die Erhöhung der Liquidität sollen nicht die «falschen» Anleger angezogen werden. Typische Investoren in «nachhaltigen» Geldanlagen seien tatsächlich an einem langfristigen Engagement interessiert und weniger um die kurzfristige Liquidität besorgt, sagt ZKB-Analytiker Hauser. Wer aber auf eine gewisse Liquidität im Depot Wert lege, der solle generell bei Mikrofinanz-Fonds wegen den Einschränkungen bei der Rücknahme von Fondsanteilen vorsichtiger sein.
Zuletzt war weniger der Abfluss, sondern der Zufluss ein Problem der Fonds – es fanden sich manchmal zu wenig Interessenten für Mikrokredite, an die das viele Geld hätte weitergereicht werden können. Der Global Microfinance Fund von ResponsAbility stellte deshalb von Mai bis Dezember 2010 die Ausgabe von Anteilen ein. Auch heute sind 21% der Fondsgelder in liquiden Anlagen «parkiert»; langfristig wird ein Anteil von rund 10% angestrebt. Dieses Niveau haben einige der Konkurrenzprodukte bereits erreicht. Anleger sollten sich also des besonderen Charakters der Vehikel und des Marktumfelds bewusst sein, wenn sie sich in dieses wachsende, aber auch mit Konflikten behaftete Investment-Segment (vgl. vom NZZ 11. 2. 11) wagen.
Quelle: NZZ
... widmet sich finanziellen Vorsorgefragen und der nachhaltigen Geldanlage; ... gehört zum Unternehmen «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.com); ... Beiträge sind zeitlich geordnet, Stichwort- und Labelsuche in rechter Spalte; ... Unterstützung mit Zahlung von 20 CHF auf IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (Guntram Rehsche / ZKB) - Danke!.
Montag, 20. Juni 2011
Mittwoch, 25. Mai 2011
Aus für Nachhaltigkeitsfonds
Der Vermögensverwalter Sustainable Asset Management AG (SAM) aus Zürich hat zwei nachhaltige Aktienfonds vom Markt genommen. Das Unternehmen aus Zürich begründete das Aus für den weltweit ausgerichteten SAM Sustainable Global Fund (ISIN LU0199356980) und den Europa-Fonds SAM Sustainable Europe Fund (ISIN LU0280771576) mit "Veränderungen der wirtschaftlichen Gegebenheiten".
Wie das Unternehmen bekannt gab, wurde das Anlagevermögen der beiden Fonds in den weiter bestehenden SAM Sustainable Global Active Fund (ISIN LU0188782162) eingebracht. Dieser investiert weltweit in Wertpapiere von Unternehmen mit einer "erhöhten Nachhaltigkeit", wie SAM mitteilt. Die Gesellschaft verfügt über ein eigenes Nachhaltigkeitsresearch und stellt nach dem best-in-class-Ansatz mit dem DJSI World den bekanntesten Nachhaltigkeitsindex zusammen.
Der SAM Sustainable Global Active Fund wurde 2004 gestartet und hat seither knapp 15 Prozent an Wert gewonnen. Auf Jahressicht liegt er 10,5 Prozent im Plus. Der Fonds verfügte Ende April über ein Fondsvolumen von 56,91 Millionen Euro, das fast zur Hälfte in US-Titeln investiert ist. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören etwa IBM, Procter&Gamble und der Pharma-Riese Pfizer.
Vor Wochenfrist war bereits bekannt geworden, dass die Beteiligungsgesellschaft Sustainable Performance Group (SPG) ihre Tätigkeit einstellt. Deren Advicer war ebenfalls SAM gewesen und die Installierung von SPG ging auf Initiative der SAM-Gründer zurück. Reto Ringger, Spiritus Rector all dieser Nachhaltigkeitsvehikel hat mit Globalance unterdessen eine eigene Bank gegründet, die die Vermögensverwaltung für besonders potente Kundschaft betreibt.
Quelle: Ecoreporter
© Vorsorgemedia
^^^
Wie das Unternehmen bekannt gab, wurde das Anlagevermögen der beiden Fonds in den weiter bestehenden SAM Sustainable Global Active Fund (ISIN LU0188782162) eingebracht. Dieser investiert weltweit in Wertpapiere von Unternehmen mit einer "erhöhten Nachhaltigkeit", wie SAM mitteilt. Die Gesellschaft verfügt über ein eigenes Nachhaltigkeitsresearch und stellt nach dem best-in-class-Ansatz mit dem DJSI World den bekanntesten Nachhaltigkeitsindex zusammen.
Der SAM Sustainable Global Active Fund wurde 2004 gestartet und hat seither knapp 15 Prozent an Wert gewonnen. Auf Jahressicht liegt er 10,5 Prozent im Plus. Der Fonds verfügte Ende April über ein Fondsvolumen von 56,91 Millionen Euro, das fast zur Hälfte in US-Titeln investiert ist. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören etwa IBM, Procter&Gamble und der Pharma-Riese Pfizer.
Vor Wochenfrist war bereits bekannt geworden, dass die Beteiligungsgesellschaft Sustainable Performance Group (SPG) ihre Tätigkeit einstellt. Deren Advicer war ebenfalls SAM gewesen und die Installierung von SPG ging auf Initiative der SAM-Gründer zurück. Reto Ringger, Spiritus Rector all dieser Nachhaltigkeitsvehikel hat mit Globalance unterdessen eine eigene Bank gegründet, die die Vermögensverwaltung für besonders potente Kundschaft betreibt.
Quelle: Ecoreporter
© Vorsorgemedia
^^^
Labels:
Anlage,
Finanzprodukte,
Personen,
Unternehmen
Montag, 16. Mai 2011
Mit Geldanlage Steuern sparen
Pensionskasseneinkäufe und die Vorsorge via 3. Säule bieten sich hierzulande als gute Möglichkeiten an, parallel zur Geldanlage Steuern zu sparen. Die NZZ hat in einem ihrer seltenen Beratungsartikel für Kleinanlager hilfreiche Hinweise zusammen gestellt.
Steuern sind in der Schweiz niedriger als in vielen Nachbarländern (Vorsorgemedia: Hört, hört - welch unerwartete Töne). Trotzdem sollten Sparer die Steuerbelastung bei der Geldanlage nicht unterschätzen. Auch hierzulande schmelzen grosse Teile der Rendite von Geldanlagen am Ende eines Jahres dahin, wenn diese aufgrund einer defensiveren Strategie klein ausfällt. Dies zeigt ein Beispiel von Giulio Vitarelli vom Finanzdienstleister VZ Vermögenszentrum. Ein in Zürich wohnhafter, verheirateter Anleger hat ein Vermögen von 500 000 Fr. zu versteuern. Dieses ist zu 25% in Aktien und zu 75% in festverzinslichen Anlagen wie Franken- und Fremdwährungs-Obligationen investiert. Erzielt der Anleger darauf einen steuerbaren Ertrag von 2,5% bzw. 12 500 Fr., so gehen davon bei einem Grenzsteuersatz von 35% 5000 Fr. an Einkommensteuer und Vermögenssteuer an den Fiskus. Ein Prozentpunkt der knappen Rendite geht also verloren.
Vorsicht bei der Optimierung
Folglich denken viele Anleger über Möglichkeiten zur Steueroptimierung nach. Als Steuersparmöglichkeiten bieten sich für Privatanleger der Einkauf in die Pensionskasse und die Nutzung der Steuervorteile der Säule 3a an. Hier muss das Geld weder als Vermögen versteuert werden, noch ist die Verzinsung steuerpflichtig. Thomas Hauser von der Gesellschaft Pirmin Hotz Vermögensverwaltungen warnt Anleger allerdings davor, Geldanlagen nur aufgrund von Steuervorteilen auszuwählen. Investoren sollten ihre eigentlichen Ziele wie beispielsweise den Vermögensaufbau nicht dem Steuernsparen unterordnen.
Freiwillige Pensionskasseneinkäufe können etwa für Anleger mit einer «Vorsorgelücke» interessant sein. Eine solche haben oft Zuwanderer oder Personen, die eine Zeitlang mit der Arbeit ausgesetzt haben. Grund für eine solche Lücke kann auch eine Scheidung sein, bei der das Pensionskassenvermögen auf die beiden Parteien aufgeteilt wurde. Das Einkaufspotenzial legt die jeweilige Pensionskasse fest. Die Möglichkeiten für steuerliche Abzüge sind nicht unbegrenzt und hängen auch vom Zeitraum bis zur Pensionierung und vom vorhandenen Kapital in der Kasse ab. Die Steuerersparnis durch die Einkäufe ist oft erheblich. Vor diesem Hintergrund hält auch Carlo Picecchi von der Gesellschaft Vermögenspartner solche Einkäufe für interessant. Besonders gelte dies für Sparer ab einem Alter von 45 Jahren. Dies liege daran, dass der Renditeeffekt eines solchen Einkaufs umso grösser sei, je näher der Einzahlungs- und der Bezugs-Zeitpunkt beieinanderlägen. Jüngeren Personen rät Picecchi indessen von Pensionskasseneinkäufen ab. Das eingezahlte Kapital ist in solchen Fällen sehr lange gebunden. Zudem ist oft noch nicht klar, in welcher Pensionskasse das Geld letztlich lande – gerade aufgrund beruflicher Wechsel.
Hauser ergänzt, bei gebundenem Kapital gingen die Sparer verschiedene Risiken ein. Dazu gehörten ein politisches Risiko und auch die Gefahr, dass sich die Pensionskasse in Zukunft schlecht entwickle. Nachteilig ist auch, dass freiwillige Pensionskasseneinkäufe oft zum überobligatorischen Alterskapital gerechnet werden. Die Verzinsung fällt folglich oft niedriger aus als die gesetzlich garantierten Mindestzinssätze. Die Gefahr einer niedrigen Verzinsung besteht besonders dann, wenn sich eine Pensionskasse in Unterdeckung oder gar einer Schieflage befindet. In solchen Fällen rät Picecchi dringend von Einkäufen ab.
Auch beim Sparen in der Säule 3a können Anleger Steuern sparen. Im Jahr 2011 dürfen sie bis zu 6682 Fr. steuerbegünstigt einzahlen. Wer keinen Anschluss an eine Einrichtung der zweiten Säule hat, darf sogar 20% des Einkommens bzw. maximal 33 408 Fr. steuerbegünstigt in der Säule 3a anlegen. Anlageexperten empfehlen, das Sparen und das Versichern nicht zu vermischen. Bankprodukte seien meist eine bessere Wahl als Versicherungsprodukte. Anlegern mit kürzerem Sparhorizont – zum Beispiel, wenn diese das Kapital für den Kauf von Wohneigentum vorbeziehen wollen – rät Picecchi zum Abschluss eines fest verzinsten Zinskontos. Bei einer längeren Anlagedauer seien günstige Wertschriftenkonten, die die Gelder anhand von Indizes investieren, zu empfehlen.
Auch in der freien Vorsorge der Säule 3b gibt es verschiedene Versicherungslösungen, bei denen Steuersparmöglichkeiten entstehen. Trotzdem sind diese Varianten zumindest in einem Umfeld mit niedrigeren Zinsen nicht zu empfehlen. Die Gebühren sind oftmals sehr hoch.
Mit gewissen Techniken lassen sich auch bei der «freien» Geldanlage in Bonds und Aktien Steuern sparen. In der Schweiz sind Vermögenserträge grundsätzlich steuerpflichtig. Dazu zählen Zinsen, die Anleger etwa bei Obligationen, Sparkonten oder Festgeld einnehmen, sowie auch Dividenden auf Aktieninvestitionen. Eine Verrechnungssteuer in Höhe von 35% der Erträge wird von inländischen Anlegern hier direkt abgezogen und fliesst in die Kassen des Bundes. Dieses Geld ist aber nicht verloren, der Anleger darf es mit seiner Steuererklärung zurückfordern.
Kapitalgewinne, die entstehen, wenn der Kurs einer Aktie oder eines Bonds steigt, sind dagegen steuerfrei. So werden Aktien allgemein weniger stark besteuert als Anleihen, da hier – wenn der Anleger gut investiert – mehr Kapitalgewinne anfallen. Jedoch ist die Anlageklasse auch viel riskanter. Die Kursgewinne von Aktien sind aber nur für Privatanleger steuerfrei, nicht für professionelle Wertschriftenhändler. Vor diesem Hintergrund rät Hauser zum langfristigen Sparen mit Aktien im freien Vermögen. Der festverzinsliche Teil kann in der zweiten und dritten Säule abgedeckt werden. Für Anlagefonds und Warrants gilt ebenfalls: Erträge sind steuerpflichtig, Kursgewinne steuerfrei.
In steuerlicher Hinsicht sind neben Aktien auch Bonds mit tiefen Coupons interessant, die klar unter 100% notieren. Da Bonds zu 100% zurückgezahlt werden, fallen hier bis zur Rückzahlung noch Kursgewinne an, die nicht versteuert werden müssen. Picecchi hält die gezielte Anlage in solchen Papieren aber für gewagt. Bei vielen Bonds mit solch niedrigen Kursen habe oftmals die Bonität des jeweiligen Schuldners gelitten. Bei Obligationen gibt es zudem eine weitere Möglichkeit, Steuern zu sparen. Bei Bonds gibt es bestimmte Termine, zu denen die Zinsen ausbezahlt werden. Anleger, die die Anleihen kurz vorher verkaufen, kassieren die bis dahin angefallenen Zinsen und müssen diese nicht versteuern, da sie zum Zinstermin nicht mehr Inhaber des jeweiligen Bonds sind. Jedoch dürfte das Steueramt hier nicht auf Dauer tatenlos zuschauen.
Quelle: NZZ
Steuern sind in der Schweiz niedriger als in vielen Nachbarländern (Vorsorgemedia: Hört, hört - welch unerwartete Töne). Trotzdem sollten Sparer die Steuerbelastung bei der Geldanlage nicht unterschätzen. Auch hierzulande schmelzen grosse Teile der Rendite von Geldanlagen am Ende eines Jahres dahin, wenn diese aufgrund einer defensiveren Strategie klein ausfällt. Dies zeigt ein Beispiel von Giulio Vitarelli vom Finanzdienstleister VZ Vermögenszentrum. Ein in Zürich wohnhafter, verheirateter Anleger hat ein Vermögen von 500 000 Fr. zu versteuern. Dieses ist zu 25% in Aktien und zu 75% in festverzinslichen Anlagen wie Franken- und Fremdwährungs-Obligationen investiert. Erzielt der Anleger darauf einen steuerbaren Ertrag von 2,5% bzw. 12 500 Fr., so gehen davon bei einem Grenzsteuersatz von 35% 5000 Fr. an Einkommensteuer und Vermögenssteuer an den Fiskus. Ein Prozentpunkt der knappen Rendite geht also verloren.
Vorsicht bei der Optimierung
Folglich denken viele Anleger über Möglichkeiten zur Steueroptimierung nach. Als Steuersparmöglichkeiten bieten sich für Privatanleger der Einkauf in die Pensionskasse und die Nutzung der Steuervorteile der Säule 3a an. Hier muss das Geld weder als Vermögen versteuert werden, noch ist die Verzinsung steuerpflichtig. Thomas Hauser von der Gesellschaft Pirmin Hotz Vermögensverwaltungen warnt Anleger allerdings davor, Geldanlagen nur aufgrund von Steuervorteilen auszuwählen. Investoren sollten ihre eigentlichen Ziele wie beispielsweise den Vermögensaufbau nicht dem Steuernsparen unterordnen.
Freiwillige Pensionskasseneinkäufe können etwa für Anleger mit einer «Vorsorgelücke» interessant sein. Eine solche haben oft Zuwanderer oder Personen, die eine Zeitlang mit der Arbeit ausgesetzt haben. Grund für eine solche Lücke kann auch eine Scheidung sein, bei der das Pensionskassenvermögen auf die beiden Parteien aufgeteilt wurde. Das Einkaufspotenzial legt die jeweilige Pensionskasse fest. Die Möglichkeiten für steuerliche Abzüge sind nicht unbegrenzt und hängen auch vom Zeitraum bis zur Pensionierung und vom vorhandenen Kapital in der Kasse ab. Die Steuerersparnis durch die Einkäufe ist oft erheblich. Vor diesem Hintergrund hält auch Carlo Picecchi von der Gesellschaft Vermögenspartner solche Einkäufe für interessant. Besonders gelte dies für Sparer ab einem Alter von 45 Jahren. Dies liege daran, dass der Renditeeffekt eines solchen Einkaufs umso grösser sei, je näher der Einzahlungs- und der Bezugs-Zeitpunkt beieinanderlägen. Jüngeren Personen rät Picecchi indessen von Pensionskasseneinkäufen ab. Das eingezahlte Kapital ist in solchen Fällen sehr lange gebunden. Zudem ist oft noch nicht klar, in welcher Pensionskasse das Geld letztlich lande – gerade aufgrund beruflicher Wechsel.
Hauser ergänzt, bei gebundenem Kapital gingen die Sparer verschiedene Risiken ein. Dazu gehörten ein politisches Risiko und auch die Gefahr, dass sich die Pensionskasse in Zukunft schlecht entwickle. Nachteilig ist auch, dass freiwillige Pensionskasseneinkäufe oft zum überobligatorischen Alterskapital gerechnet werden. Die Verzinsung fällt folglich oft niedriger aus als die gesetzlich garantierten Mindestzinssätze. Die Gefahr einer niedrigen Verzinsung besteht besonders dann, wenn sich eine Pensionskasse in Unterdeckung oder gar einer Schieflage befindet. In solchen Fällen rät Picecchi dringend von Einkäufen ab.
Auch beim Sparen in der Säule 3a können Anleger Steuern sparen. Im Jahr 2011 dürfen sie bis zu 6682 Fr. steuerbegünstigt einzahlen. Wer keinen Anschluss an eine Einrichtung der zweiten Säule hat, darf sogar 20% des Einkommens bzw. maximal 33 408 Fr. steuerbegünstigt in der Säule 3a anlegen. Anlageexperten empfehlen, das Sparen und das Versichern nicht zu vermischen. Bankprodukte seien meist eine bessere Wahl als Versicherungsprodukte. Anlegern mit kürzerem Sparhorizont – zum Beispiel, wenn diese das Kapital für den Kauf von Wohneigentum vorbeziehen wollen – rät Picecchi zum Abschluss eines fest verzinsten Zinskontos. Bei einer längeren Anlagedauer seien günstige Wertschriftenkonten, die die Gelder anhand von Indizes investieren, zu empfehlen.
Auch in der freien Vorsorge der Säule 3b gibt es verschiedene Versicherungslösungen, bei denen Steuersparmöglichkeiten entstehen. Trotzdem sind diese Varianten zumindest in einem Umfeld mit niedrigeren Zinsen nicht zu empfehlen. Die Gebühren sind oftmals sehr hoch.
Mit gewissen Techniken lassen sich auch bei der «freien» Geldanlage in Bonds und Aktien Steuern sparen. In der Schweiz sind Vermögenserträge grundsätzlich steuerpflichtig. Dazu zählen Zinsen, die Anleger etwa bei Obligationen, Sparkonten oder Festgeld einnehmen, sowie auch Dividenden auf Aktieninvestitionen. Eine Verrechnungssteuer in Höhe von 35% der Erträge wird von inländischen Anlegern hier direkt abgezogen und fliesst in die Kassen des Bundes. Dieses Geld ist aber nicht verloren, der Anleger darf es mit seiner Steuererklärung zurückfordern.
Kapitalgewinne, die entstehen, wenn der Kurs einer Aktie oder eines Bonds steigt, sind dagegen steuerfrei. So werden Aktien allgemein weniger stark besteuert als Anleihen, da hier – wenn der Anleger gut investiert – mehr Kapitalgewinne anfallen. Jedoch ist die Anlageklasse auch viel riskanter. Die Kursgewinne von Aktien sind aber nur für Privatanleger steuerfrei, nicht für professionelle Wertschriftenhändler. Vor diesem Hintergrund rät Hauser zum langfristigen Sparen mit Aktien im freien Vermögen. Der festverzinsliche Teil kann in der zweiten und dritten Säule abgedeckt werden. Für Anlagefonds und Warrants gilt ebenfalls: Erträge sind steuerpflichtig, Kursgewinne steuerfrei.
In steuerlicher Hinsicht sind neben Aktien auch Bonds mit tiefen Coupons interessant, die klar unter 100% notieren. Da Bonds zu 100% zurückgezahlt werden, fallen hier bis zur Rückzahlung noch Kursgewinne an, die nicht versteuert werden müssen. Picecchi hält die gezielte Anlage in solchen Papieren aber für gewagt. Bei vielen Bonds mit solch niedrigen Kursen habe oftmals die Bonität des jeweiligen Schuldners gelitten. Bei Obligationen gibt es zudem eine weitere Möglichkeit, Steuern zu sparen. Bei Bonds gibt es bestimmte Termine, zu denen die Zinsen ausbezahlt werden. Anleger, die die Anleihen kurz vorher verkaufen, kassieren die bis dahin angefallenen Zinsen und müssen diese nicht versteuern, da sie zum Zinstermin nicht mehr Inhaber des jeweiligen Bonds sind. Jedoch dürfte das Steueramt hier nicht auf Dauer tatenlos zuschauen.
Quelle: NZZ
Dienstag, 10. Mai 2011
Zwei neue Aktien im Solar-Index
In den PHOTON Photovoltaik-Aktien Index PPVX werden zum Schlusskurs vom 6.5.11 die chinesisch-kanadische Canadian Solar und die taiwanesische DelSolar durch Comtec Solar Systems Group und JinkoSolar Holding, beide aus China, ersetzt.
Nach einer Performance von 726 Prozent in den Jahren 2003 bis 2010 – der Erdöl-Aktien-Index NYSE Arca Oil wuchs im gleichen Zeitraum um 115 Prozent - liegt der PPVX seit Jahresanfang 2011 mit einem Plus von 0,4 Prozent rund 4 Prozentpunkte vor dem NYSE Arca Oil (-3,2 Prozent). Die Marktkapitalisierung der 30 Firmen im PPVX beträgt derzeit rund 40,0 Milliarden Euro.
In den internationalen PHOTON Photovoltaik-Aktien Index (PPVX) werden ab dem 6. Mai 2011 die beiden chinesischen Titel Comtec Solar Systems Group (Börsensymbol 712 in Hong Kong, ISIN KYG234201054) und JinkoSolar (Börsensymbol JKS in New York, ISIN US47759T1007) aufgenommen. Die Neuaufnahmen der beiden chinesischen Titel Comtec Solar Systems Group und JinkoSolar erfolgten zum Börsenschlusskurs (26,82 US Dollar bzw. 4,25 Hong Kong Dollar) vom 6. Mai 2011. Sie ersetzten den taiwanesischen Zell- und Modulhersteller Delsolar und die chinesisch-kanadische Canadian Solar (CSI), ein vertikal integrierter Modulhersteller, nachdem die Marktkapitalisierung der beiden über vier Wochen lang erheblich über den Werten von DelSolar und CSI Solar gelegen hat.
Das 1999 gegründete Unternehmen Comtec Solar Systems ist seit Oktober 2009 in Hong Kong gelistet. Es produziert in Shanghai mit rund 800 Mitarbeitern monokristalline Ingots und Wafer. In den ersten 3 Monaten dieses Jahres erzielte Comtec Solar einen Umsatz von 318 Millionen Renminbi (+60 Prozent, 34 Millionen Euro) und einen Reingewinn von 83,5 Millionen Renminbi (+311 Prozent, 9 Millionen Euro).
Die 2006 gegründete und seit Mai 2010 an der New Yorker Börse notierte
JinkoSolar stellt mit über 2.500 Mitarbeitern Wafer, Solarzellen und Solarmodule her. In den ersten 3 Monaten 2011 erzielte JinkoSolar einen Umsatz von 2,1 Milliarden Renminbi (+290 Prozent, 327 Millionen US Dollar) und einen Reingewinn von 337 Millionen Renminbi (+359 Prozent, 51 Millionen US Dollar). Beide Firmen waren bereits im PPVX gelistet – Jinko zwischen August 2010 und Februar 2011, Comtec zwischen November 2010 und Januar 2011.
Von den 30 PPVX-Firmen, die Marktkapitalisierungen zwischen rund 305 Millionen Euro (Hanwha SolarOne) und rund 7,6 Milliarden Euro (First Solar) aufweisen, haben 18 ihren Sitz in Asien: China (12), Taiwan (5) und Korea (1). Die restlichen zwölf verteilen sich auf die USA (6), Deutschland (4), Norwegen (1) und Schweiz (1). Die Gewichtung der neuen Aktien im Index beträgt anfänglich jeweils rund 2,6 Prozent, entsprechend den Gewichtungsklasse 3 (Marktkapitalisierung zwischen 200 und 800 Millionen Euro).
Quelle: Photon Medienmitteilung
^^^
Nach einer Performance von 726 Prozent in den Jahren 2003 bis 2010 – der Erdöl-Aktien-Index NYSE Arca Oil wuchs im gleichen Zeitraum um 115 Prozent - liegt der PPVX seit Jahresanfang 2011 mit einem Plus von 0,4 Prozent rund 4 Prozentpunkte vor dem NYSE Arca Oil (-3,2 Prozent). Die Marktkapitalisierung der 30 Firmen im PPVX beträgt derzeit rund 40,0 Milliarden Euro.
In den internationalen PHOTON Photovoltaik-Aktien Index (PPVX) werden ab dem 6. Mai 2011 die beiden chinesischen Titel Comtec Solar Systems Group (Börsensymbol 712 in Hong Kong, ISIN KYG234201054) und JinkoSolar (Börsensymbol JKS in New York, ISIN US47759T1007) aufgenommen. Die Neuaufnahmen der beiden chinesischen Titel Comtec Solar Systems Group und JinkoSolar erfolgten zum Börsenschlusskurs (26,82 US Dollar bzw. 4,25 Hong Kong Dollar) vom 6. Mai 2011. Sie ersetzten den taiwanesischen Zell- und Modulhersteller Delsolar und die chinesisch-kanadische Canadian Solar (CSI), ein vertikal integrierter Modulhersteller, nachdem die Marktkapitalisierung der beiden über vier Wochen lang erheblich über den Werten von DelSolar und CSI Solar gelegen hat.
Das 1999 gegründete Unternehmen Comtec Solar Systems ist seit Oktober 2009 in Hong Kong gelistet. Es produziert in Shanghai mit rund 800 Mitarbeitern monokristalline Ingots und Wafer. In den ersten 3 Monaten dieses Jahres erzielte Comtec Solar einen Umsatz von 318 Millionen Renminbi (+60 Prozent, 34 Millionen Euro) und einen Reingewinn von 83,5 Millionen Renminbi (+311 Prozent, 9 Millionen Euro).
Die 2006 gegründete und seit Mai 2010 an der New Yorker Börse notierte
JinkoSolar stellt mit über 2.500 Mitarbeitern Wafer, Solarzellen und Solarmodule her. In den ersten 3 Monaten 2011 erzielte JinkoSolar einen Umsatz von 2,1 Milliarden Renminbi (+290 Prozent, 327 Millionen US Dollar) und einen Reingewinn von 337 Millionen Renminbi (+359 Prozent, 51 Millionen US Dollar). Beide Firmen waren bereits im PPVX gelistet – Jinko zwischen August 2010 und Februar 2011, Comtec zwischen November 2010 und Januar 2011.
Von den 30 PPVX-Firmen, die Marktkapitalisierungen zwischen rund 305 Millionen Euro (Hanwha SolarOne) und rund 7,6 Milliarden Euro (First Solar) aufweisen, haben 18 ihren Sitz in Asien: China (12), Taiwan (5) und Korea (1). Die restlichen zwölf verteilen sich auf die USA (6), Deutschland (4), Norwegen (1) und Schweiz (1). Die Gewichtung der neuen Aktien im Index beträgt anfänglich jeweils rund 2,6 Prozent, entsprechend den Gewichtungsklasse 3 (Marktkapitalisierung zwischen 200 und 800 Millionen Euro).
Quelle: Photon Medienmitteilung
^^^
Labels:
Aktien,
Nachhaltiges Investieren,
Rating,
Unternehmen
Freitag, 6. Mai 2011
AKW in Nachhaltigkeitsfonds
Sogar nach Fukushima: Hohe Radioaktivität in nachhaltigen Fonds! Nachhaltige Fonds und Indizes setzen weiter auf Atomaktien – selbst vor Tepco, dem Betreiber des Katastrophen-Kraftwerks Fukushima scheuen sie nicht zurück. In etlichen nachhaltigen Fonds - auch Schweizer Herkunft - gehören Atom-Unternehmen sogar zu den größten Positionen im Portfolio, wie das Nchhaltigkeitsportal Ecoreporter berichtet.
Das gilt sowohl für Atomkraft-Zulieferer wie General Electric (GE) und Siemens als auch für Energieversorger wie RWE und E.ON, die Atomstrom herstellen. Ein Beispiel: Im Nachhaltigkeitsindex Dow-Jones-Sustainability, aufgelegt von der Züricher SAM (Sustainable Asset Management) und Dow Jones, sind die deutschen Atomkonzerne E.ON und RWE enthalten, ebenso die spanische Iberdrola S.A. Im Asien-Unterindex DJSI APAC ist sogar der Fukushima-Kernkraftwerkbetreiber Tokio Electric Power (Tepco) vertreten.
Das bestätigte SAM-Sprecher Francois Vetri Anfang April gegenüber ECOreporter.de. Seit Jahren sind schwerste Vorwürfe gegen Tepco bekannt. SAM zufolge gehört das Unternehmen dennoch zu den Nachhaltigkeitsbesten 20 Prozent der asiatischen Branchenvertreter. Vetri: „Die DJSI-Familie wird nach dem Best-In-Class-Prinzip zusammengestellt. Das heißt, wir schließen keine Branche per se aus, auch nicht Elektrizitätsunternehmen oder andere kontroverse Industrien wie Öl und Gas.“
Selbst hauseigene Fonds von SAM enthalten Atomkraft-Aktien. Der Atomkraftdienstleister General Electric, der unter anderem für das Design des havarierten Fukushima-Reaktors verantwortlich war, ist beispielsweise im SAM Sustainable Global Fund (LU0175574911) enthalten. Dort finden sich auch die Papiere des Unternehmens Rio Tinto (Bergbau inklusive Uran) und von Siemens (Komponentenbau für Atomanlagen). Zu aktuellen oder beabsichtigten Transaktionen in Portfolio will sich SAM nicht äußern - „aus regulatorischen Gründen“, wie es heißt.
Die MEAG Fonds MEAG Nachhaltigkeit (DE0001619997) und MEAG Klima Strategie (LU0334944674) schließen Investments in Atomkonzerne nicht kategorisch aus. Nuklear-Zulieferer General Electric war mit 3,16 Prozent zum 28. Februar 2011 die größte Position im Fondsportfolio des MEAG Nachhaltigkeit. „Der MEAG Nachhaltigkeit setzt mit 80 Prozent seines Anlagekapitals auf den Dow Jones Sustainability Index ex All (DJSI ex All; der Index schließt Unternehmen der Sektoren Alkohol, Tabak, Glücksspiel sowie Rüstung und Waffen aus, Anm. d. Red.). „Unternehmen, die mit Atomkraft Umsatz machen, sind im DJ Sustainability World ex all enthalten und können Bestandteil des MEAG Nachhaltigkeit sein. Zudem können diese Unternehmen aufgrund von Umsätzen in Erneuerbare Energien im Segment Energieeffizienz enthalten sein und damit auch im MEAG Klimastrategie“, erklärt MEAG-Sprecher Dr. Josef Wild auf Nachfrage. „Zu Einzelaktien nehmen wir keine Stellung, wir kommentieren auch keine Transaktionen in einzelnen Aktien“, so Wild weiter.
Ein weiterer Fonds, der sich bei der Titelwahl auf den DJSI ex All stützt und weiter auf Aktien von General Electric setzt, ist der bereits 1990 aufgelegte Invesco Umwelt und Nachhaltigkeit (DE0008470477). Ein Klimafonds, der bis vor kurzem noch gleich mehrere Atomkonzerne als Top10-Investments führte, ist der HSBC GIF Climate Change (LU 032340290). Laut der Fondsinformation (Stand 28. Februar) war die größte Position zu diesem Zeitpunkt der italienische Energieriese Enel, der nach eigener Aussage weiterhin darauf setzt, dass Italien in den kommenden Jahren seine Atomkraftkapazität stark ausbaut. Andere Aktien: Siemens (4,5 % Fondsanteil), E.ON (3,87 %) – und Fukushima- Betreiber Tepco (2,38 %). Der Fonds basiert auf einem gleichnamigen Klima-Aktienindex, der all diese Atomkonzerne beinhaltete, zumindest bis Ende Februar. Für eine Stellungnahme zu möglichen Änderungen im Portfolio waren die Verantwortlichen bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.
Auch der UBS (Lux) Ecuty Sicav – Sustainable Global Leaders (LU0456449528) setzt auf General Electric. Mit 2,6 % gehört die Aktie zu den größten Positionen. Das bestätigte Portfoliomanager Jan Scherer auf Nachfrage von ECOreporter.de. „Die Reaktoren in Fukushima wurden 1971 erbaut. Man kann also nicht erwarten, dass es sich heute noch um das modernste Reaktordesign handelt“, erklärt Scherer. „Nach den uns vorliegenden Informationen sind die Beschädigungen am Reaktor nicht auf das General-Electric-Design zurückzuführen. Sollten wir anderslautende Informationen bekommen, werden wir die General-Electric-Aktien verkaufen“, so Scherer weiter. Grundsätzlich sei und bleibe General Electric bis auf Weiteres ein potenzieller Investment-Kandidat für den Fonds, denn das Unternehmen erziele weniger als 5 Prozent seines Umsatzes mit Atomkraft und sei somit für den Fonds investierbar.
Obwohl der Münchner Technologiekonzern Siemens weiterhin als Atomkraftzulieferer aktiv ist, setzt der Vontobel Fund Global Responsibility (LU0384407481) auf Siemens-Aktien. Siemens gehört nach Aussage von Sabine Döbeli, Leiterin Nachhaltigkeit bei der Bank Vontobel, zwar nicht mehr zu den Top-10-Investments des Fonds. Dennoch machte die Aktie im März immer noch 2,7 % des Portfolios aus. Die Herstellung von Reaktortechnologie sei ebenfalls kein unbedingtes Ausschlusskriterium für Vontobel, sondern werde in Zusammenhang mit dem Produktportfolio gestellt, so Döbeli. „Bei Siemens macht dieser Bereich deutlich weniger als 5 % des Umsatzes aus. Daneben hat Siemens zahlreiche Produkte, die einen wesentlichen Beitrag zu nachhaltigerer und energieeffizienterer Produktion, Mobilität und Gebäudetechnik liefern. Wir gewichten diese Aktivitäten höher als den Bereich Reaktortechnologie, der bei Siemens ebenfalls im Portfolio ist“, stellt sie klar.
Mit 2,4 % ist die Siemens-Aktie auch im Klimafonds DWS Invest Clean Tech (LU0298649426) vertreten. Das bestätigte die Frankfurter Fondsinitiatorin DWS Investment GmbH auf Anfrage. „Sollte sich Siemens jedoch für eine Gemeinschaftsunternehmung mit dem russischen Nuklearunternehmen Rosatom entscheiden, was derzeit diskutiert wird, werden wir unser Siemens-Investment in diesem Fonds überdenken“ ,so die DWS Investment GmbH. „Solange es keine zuverlässigen Alternativen im Bereich Energietechnologien gibt, die die Klimaveränderung nicht verstärken und eine Versorgungssicherheit gewährleisten, lehnen wir Unternehmen aus der vergleichsweise CO2-armen und kostengünstigen Nuklearindustrie nicht von vorn herein ab“, so Unternehmenssprecherin Sabina Díaz Duque.
Der französische Energieversorger GDF Suez S.A. ist mit 3,49 Prozent des Portfolios im Allianz Euroland Equity SRI (LU0542502157) enthalten. Derzeit plant das in Paris ansässige Unternehmen gemeinsam mit E.ON den Bau eines Atommeilers in Italien. Für den Best-In-Class-Fonds sei dies kein Ausschlussgrund, wie Marc Savani von der Frankfurter Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH (AGI) bestätigt. GDF Suez biete aufgrund ihrer Gesamtaktivitäten interessante Perspektiven und habe nur 6 % Umsatz im Nuklearbereich, begründet der AGISprecher. „Insgesamt ist der Fonds stark im Gassektor investiert und hat das Thema Energieeffizienz mit 20 % des investierten Vermögens stark gewichtet“, so Savani. Letzteres sehe das Fondsmanagement als Langfrist-Thema und Antwort auf den Klimawandel.
Quelle: Ecoreporter
Das gilt sowohl für Atomkraft-Zulieferer wie General Electric (GE) und Siemens als auch für Energieversorger wie RWE und E.ON, die Atomstrom herstellen. Ein Beispiel: Im Nachhaltigkeitsindex Dow-Jones-Sustainability, aufgelegt von der Züricher SAM (Sustainable Asset Management) und Dow Jones, sind die deutschen Atomkonzerne E.ON und RWE enthalten, ebenso die spanische Iberdrola S.A. Im Asien-Unterindex DJSI APAC ist sogar der Fukushima-Kernkraftwerkbetreiber Tokio Electric Power (Tepco) vertreten.
Das bestätigte SAM-Sprecher Francois Vetri Anfang April gegenüber ECOreporter.de. Seit Jahren sind schwerste Vorwürfe gegen Tepco bekannt. SAM zufolge gehört das Unternehmen dennoch zu den Nachhaltigkeitsbesten 20 Prozent der asiatischen Branchenvertreter. Vetri: „Die DJSI-Familie wird nach dem Best-In-Class-Prinzip zusammengestellt. Das heißt, wir schließen keine Branche per se aus, auch nicht Elektrizitätsunternehmen oder andere kontroverse Industrien wie Öl und Gas.“
Selbst hauseigene Fonds von SAM enthalten Atomkraft-Aktien. Der Atomkraftdienstleister General Electric, der unter anderem für das Design des havarierten Fukushima-Reaktors verantwortlich war, ist beispielsweise im SAM Sustainable Global Fund (LU0175574911) enthalten. Dort finden sich auch die Papiere des Unternehmens Rio Tinto (Bergbau inklusive Uran) und von Siemens (Komponentenbau für Atomanlagen). Zu aktuellen oder beabsichtigten Transaktionen in Portfolio will sich SAM nicht äußern - „aus regulatorischen Gründen“, wie es heißt.
Die MEAG Fonds MEAG Nachhaltigkeit (DE0001619997) und MEAG Klima Strategie (LU0334944674) schließen Investments in Atomkonzerne nicht kategorisch aus. Nuklear-Zulieferer General Electric war mit 3,16 Prozent zum 28. Februar 2011 die größte Position im Fondsportfolio des MEAG Nachhaltigkeit. „Der MEAG Nachhaltigkeit setzt mit 80 Prozent seines Anlagekapitals auf den Dow Jones Sustainability Index ex All (DJSI ex All; der Index schließt Unternehmen der Sektoren Alkohol, Tabak, Glücksspiel sowie Rüstung und Waffen aus, Anm. d. Red.). „Unternehmen, die mit Atomkraft Umsatz machen, sind im DJ Sustainability World ex all enthalten und können Bestandteil des MEAG Nachhaltigkeit sein. Zudem können diese Unternehmen aufgrund von Umsätzen in Erneuerbare Energien im Segment Energieeffizienz enthalten sein und damit auch im MEAG Klimastrategie“, erklärt MEAG-Sprecher Dr. Josef Wild auf Nachfrage. „Zu Einzelaktien nehmen wir keine Stellung, wir kommentieren auch keine Transaktionen in einzelnen Aktien“, so Wild weiter.
Ein weiterer Fonds, der sich bei der Titelwahl auf den DJSI ex All stützt und weiter auf Aktien von General Electric setzt, ist der bereits 1990 aufgelegte Invesco Umwelt und Nachhaltigkeit (DE0008470477). Ein Klimafonds, der bis vor kurzem noch gleich mehrere Atomkonzerne als Top10-Investments führte, ist der HSBC GIF Climate Change (LU 032340290). Laut der Fondsinformation (Stand 28. Februar) war die größte Position zu diesem Zeitpunkt der italienische Energieriese Enel, der nach eigener Aussage weiterhin darauf setzt, dass Italien in den kommenden Jahren seine Atomkraftkapazität stark ausbaut. Andere Aktien: Siemens (4,5 % Fondsanteil), E.ON (3,87 %) – und Fukushima- Betreiber Tepco (2,38 %). Der Fonds basiert auf einem gleichnamigen Klima-Aktienindex, der all diese Atomkonzerne beinhaltete, zumindest bis Ende Februar. Für eine Stellungnahme zu möglichen Änderungen im Portfolio waren die Verantwortlichen bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.
Auch der UBS (Lux) Ecuty Sicav – Sustainable Global Leaders (LU0456449528) setzt auf General Electric. Mit 2,6 % gehört die Aktie zu den größten Positionen. Das bestätigte Portfoliomanager Jan Scherer auf Nachfrage von ECOreporter.de. „Die Reaktoren in Fukushima wurden 1971 erbaut. Man kann also nicht erwarten, dass es sich heute noch um das modernste Reaktordesign handelt“, erklärt Scherer. „Nach den uns vorliegenden Informationen sind die Beschädigungen am Reaktor nicht auf das General-Electric-Design zurückzuführen. Sollten wir anderslautende Informationen bekommen, werden wir die General-Electric-Aktien verkaufen“, so Scherer weiter. Grundsätzlich sei und bleibe General Electric bis auf Weiteres ein potenzieller Investment-Kandidat für den Fonds, denn das Unternehmen erziele weniger als 5 Prozent seines Umsatzes mit Atomkraft und sei somit für den Fonds investierbar.
Obwohl der Münchner Technologiekonzern Siemens weiterhin als Atomkraftzulieferer aktiv ist, setzt der Vontobel Fund Global Responsibility (LU0384407481) auf Siemens-Aktien. Siemens gehört nach Aussage von Sabine Döbeli, Leiterin Nachhaltigkeit bei der Bank Vontobel, zwar nicht mehr zu den Top-10-Investments des Fonds. Dennoch machte die Aktie im März immer noch 2,7 % des Portfolios aus. Die Herstellung von Reaktortechnologie sei ebenfalls kein unbedingtes Ausschlusskriterium für Vontobel, sondern werde in Zusammenhang mit dem Produktportfolio gestellt, so Döbeli. „Bei Siemens macht dieser Bereich deutlich weniger als 5 % des Umsatzes aus. Daneben hat Siemens zahlreiche Produkte, die einen wesentlichen Beitrag zu nachhaltigerer und energieeffizienterer Produktion, Mobilität und Gebäudetechnik liefern. Wir gewichten diese Aktivitäten höher als den Bereich Reaktortechnologie, der bei Siemens ebenfalls im Portfolio ist“, stellt sie klar.
Mit 2,4 % ist die Siemens-Aktie auch im Klimafonds DWS Invest Clean Tech (LU0298649426) vertreten. Das bestätigte die Frankfurter Fondsinitiatorin DWS Investment GmbH auf Anfrage. „Sollte sich Siemens jedoch für eine Gemeinschaftsunternehmung mit dem russischen Nuklearunternehmen Rosatom entscheiden, was derzeit diskutiert wird, werden wir unser Siemens-Investment in diesem Fonds überdenken“ ,so die DWS Investment GmbH. „Solange es keine zuverlässigen Alternativen im Bereich Energietechnologien gibt, die die Klimaveränderung nicht verstärken und eine Versorgungssicherheit gewährleisten, lehnen wir Unternehmen aus der vergleichsweise CO2-armen und kostengünstigen Nuklearindustrie nicht von vorn herein ab“, so Unternehmenssprecherin Sabina Díaz Duque.
Der französische Energieversorger GDF Suez S.A. ist mit 3,49 Prozent des Portfolios im Allianz Euroland Equity SRI (LU0542502157) enthalten. Derzeit plant das in Paris ansässige Unternehmen gemeinsam mit E.ON den Bau eines Atommeilers in Italien. Für den Best-In-Class-Fonds sei dies kein Ausschlussgrund, wie Marc Savani von der Frankfurter Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH (AGI) bestätigt. GDF Suez biete aufgrund ihrer Gesamtaktivitäten interessante Perspektiven und habe nur 6 % Umsatz im Nuklearbereich, begründet der AGISprecher. „Insgesamt ist der Fonds stark im Gassektor investiert und hat das Thema Energieeffizienz mit 20 % des investierten Vermögens stark gewichtet“, so Savani. Letzteres sehe das Fondsmanagement als Langfrist-Thema und Antwort auf den Klimawandel.
Quelle: Ecoreporter
Montag, 4. April 2011
Nachhaltige Anlagen im Aufwind
Die Wachstumskurve des Segment für Nachhaltigkeitsanlagen in der Schweiz zeigt steil nach oben. Im Gesamtmarkt der Fondsanbieter gingen dagegen 2010 erneut Kundengelder verloren, wie eine Studie zeigt.
Vorbei sind die Zeiten, als nachhaltiges Investieren noch eine Nischendisziplin spezialisierter Anlage-Exoten war, die ihre Kundschaft bei ökologisch-ideologisch angehauchten Investoren suchen mussten. Es ist eine Industrie geworden, an der keine Vermögensverwaltung und kein Private Banker mehr vorbei kommt. Von 2008 bis 2010 hat sich das Volumen im Segment der Nachhaltigkeitsanlagen verdoppelt, wie eine Studie des Sustainable Investment Forum (FNG) und des Beratungsunternehmens Onvalues zeigt. Ende 2010 war der Schweizer Markt für Nachhaltige Anlagen 42 Milliarden Franken schwer, das heisst Fonds, Mandate sowie Strukturierte Produkte. Im Vergleich zu 2009 bedeutet das ein Wachstum von 23,2 Prozent. 2009 war das Wachstum aufgrund der Erholung an der Börse noch stärker gewesen.
Derzeit wieder gefragt - die Aktien von Produzenten der Solarmodule, die einen weltweiten Siegeszug in der Energieerzeugung angetreten haben - das allerdings war nicht immer so, zuvor hatten Solarunternehmen starke Verluste bei den Börsenkursen hinzunehmen. Das Bild stammt aus der Produktion des Weltmarktleaders Suntech Power in Wuxi bei Shanghai (China).
Das Segment nachhaltiger Fonds wuchs 2010 sogar 30,1 Prozent und der Zuwachs an Nettoneugeld belief sich gemäss den bei 21 Schweizer Asset Managern erhobenen Daten auf 3,6 Prozent. Demgegenüber stehen Angaben von Swiss Fund Data über einen Geldabfluss von 4 Prozent im gesamten Schweizer Fondsmarkt. Dass das Segment der Nachhaltigkeitsanlagen bereits seit einigen Jahren deutlich schneller wächst als der Gesamtmarkt, ist wohl mehr angebots- als nachfragebedingt. „Das Thema ist definitiv im Schweizer Private Banking angekommen. Nachhaltige Anlagen gehören heute zur Standard-Angebotspalette in der Vermögensverwaltung“, sagt Ivo Knoepfel von Onvalues.
Dass bezüglich kompetenter Beratung und Anlagemöglichkeiten manche Bank noch einiges an Nachholbedarf hat, zeigen die Marktanteile: Während die Bank Sarasin 27 Prozent am Nachhaltige-Anlage-Kuchen hält, kommt die UBS erst auf 4,2 Prozent, die Credit Suisse auf 8,9 Prozent. Der Nachholbedarf wird dabei auch von einem Kundensegment gefordert, auf das es insbesondere die beiden Grossbanken abgesehen haben: Die Ultra High Net Wealth Individuals, kurz UHNWI. „Die Banken haben bemerkt, dass gerade die UHNWI-Kunden - also die besonders Vermögenden - eine starke Affinität zu Themen wie Nachhaltigkeit und Philantropie haben“, sagt Knoepfel.
Familienstiftungen, besonders solche mit philantropischer Ausrichtung können kein Interesse haben, mit ihren Investments in Reputationsrisiken reinzulaufen. Zur Beschränkung der Finanzrisiken sind sie auf spezialisierte Beratung und professionell gemanagte Produkte angewiesen. Was nachhaltig ist, kann je nach Investment-Ansatz recht verschieden aussehen: Anlagen mit Ausschlusskriterien sowie themenbezogene Fonds oder Produkte sind mittlerweile Standard. Spezialisierte Anbieter ermöglichen auch Direktinvestments in entsprechende Umwelt- oder Sozialprojekte.
„2010 betraf das grösste Kundeninteresse die Best-in-Class-Fonds mit Ausschlusskriterien sowie thematische Fonds“, sagt FNG-Vizepräsidentin Sabine Döbeli, die auch Leiterin Nachhaltigkeit im Asset Management der Bank Vontobel ist. Sie bemerkt zurzeit ein starkes Interesse an Themen-Produkten, angefacht durch den Super-GAU in Fukushima und die Diskussion um einen Atomstrom-Ausstieg. Vontobel kommt zusammen mit Raiffeisen auf einen Marktanteil von 9,7 Prozent im Bereich Nachhaltigkeitsanlagen. Nicht alle nachhaltigen Marktsegmente boomen: Das Volumen bei den Strukturierten Produkten ist im Vergleich zu 2009 um 18,4 Prozent eingebrochen. „Viele Anbieter sind wohl auf andere Themen umgeschwenkt. Es schlägt sich statistisch nieder, wenn Themen-Produkte mit beschränkter Laufzeit auslaufen und nicht ersetzt werden“, sagt Döbeli.
Auch auf der Nachfrageseite ist das Wachstum nicht so breit abgestützt, wie es die Statistik glauben machen könnte. Versicherer und Pensionskassen lassen aus Gründen des Anlagerisikos noch weitgehend die Finger von Nachhaltigkeitsanlagen. Nach der letzten Abstimmung zum Mindestzinssatz sind sie in erster Linie damit beschäftigt, ihre Rendite-Ziele zu erreichen. Tatsächlich sind Themen-Fonds, die beispielsweise auf Erneuerbare Energien setzen, sehr zyklisch und für die risikoaverseren Institutionellen Anleger wenig geeignet. Anständige Renditen sind mit Nachhaltigkeitsanlagen aber möglich, wie Studien belegen. „Sofern diese Investments professionell gemanagt sind und nicht zu grosse Ausschlusskriterien beinhalten, die ganze Bereiche der globalen Wirtschaft ausschliessen, bringen sie keine Renditenachteile“, sagt Knoepfel.
Quelle: Cash / Peter Hody
Vorbei sind die Zeiten, als nachhaltiges Investieren noch eine Nischendisziplin spezialisierter Anlage-Exoten war, die ihre Kundschaft bei ökologisch-ideologisch angehauchten Investoren suchen mussten. Es ist eine Industrie geworden, an der keine Vermögensverwaltung und kein Private Banker mehr vorbei kommt. Von 2008 bis 2010 hat sich das Volumen im Segment der Nachhaltigkeitsanlagen verdoppelt, wie eine Studie des Sustainable Investment Forum (FNG) und des Beratungsunternehmens Onvalues zeigt. Ende 2010 war der Schweizer Markt für Nachhaltige Anlagen 42 Milliarden Franken schwer, das heisst Fonds, Mandate sowie Strukturierte Produkte. Im Vergleich zu 2009 bedeutet das ein Wachstum von 23,2 Prozent. 2009 war das Wachstum aufgrund der Erholung an der Börse noch stärker gewesen.
Derzeit wieder gefragt - die Aktien von Produzenten der Solarmodule, die einen weltweiten Siegeszug in der Energieerzeugung angetreten haben - das allerdings war nicht immer so, zuvor hatten Solarunternehmen starke Verluste bei den Börsenkursen hinzunehmen. Das Bild stammt aus der Produktion des Weltmarktleaders Suntech Power in Wuxi bei Shanghai (China).Das Segment nachhaltiger Fonds wuchs 2010 sogar 30,1 Prozent und der Zuwachs an Nettoneugeld belief sich gemäss den bei 21 Schweizer Asset Managern erhobenen Daten auf 3,6 Prozent. Demgegenüber stehen Angaben von Swiss Fund Data über einen Geldabfluss von 4 Prozent im gesamten Schweizer Fondsmarkt. Dass das Segment der Nachhaltigkeitsanlagen bereits seit einigen Jahren deutlich schneller wächst als der Gesamtmarkt, ist wohl mehr angebots- als nachfragebedingt. „Das Thema ist definitiv im Schweizer Private Banking angekommen. Nachhaltige Anlagen gehören heute zur Standard-Angebotspalette in der Vermögensverwaltung“, sagt Ivo Knoepfel von Onvalues.
Dass bezüglich kompetenter Beratung und Anlagemöglichkeiten manche Bank noch einiges an Nachholbedarf hat, zeigen die Marktanteile: Während die Bank Sarasin 27 Prozent am Nachhaltige-Anlage-Kuchen hält, kommt die UBS erst auf 4,2 Prozent, die Credit Suisse auf 8,9 Prozent. Der Nachholbedarf wird dabei auch von einem Kundensegment gefordert, auf das es insbesondere die beiden Grossbanken abgesehen haben: Die Ultra High Net Wealth Individuals, kurz UHNWI. „Die Banken haben bemerkt, dass gerade die UHNWI-Kunden - also die besonders Vermögenden - eine starke Affinität zu Themen wie Nachhaltigkeit und Philantropie haben“, sagt Knoepfel.
Familienstiftungen, besonders solche mit philantropischer Ausrichtung können kein Interesse haben, mit ihren Investments in Reputationsrisiken reinzulaufen. Zur Beschränkung der Finanzrisiken sind sie auf spezialisierte Beratung und professionell gemanagte Produkte angewiesen. Was nachhaltig ist, kann je nach Investment-Ansatz recht verschieden aussehen: Anlagen mit Ausschlusskriterien sowie themenbezogene Fonds oder Produkte sind mittlerweile Standard. Spezialisierte Anbieter ermöglichen auch Direktinvestments in entsprechende Umwelt- oder Sozialprojekte.
„2010 betraf das grösste Kundeninteresse die Best-in-Class-Fonds mit Ausschlusskriterien sowie thematische Fonds“, sagt FNG-Vizepräsidentin Sabine Döbeli, die auch Leiterin Nachhaltigkeit im Asset Management der Bank Vontobel ist. Sie bemerkt zurzeit ein starkes Interesse an Themen-Produkten, angefacht durch den Super-GAU in Fukushima und die Diskussion um einen Atomstrom-Ausstieg. Vontobel kommt zusammen mit Raiffeisen auf einen Marktanteil von 9,7 Prozent im Bereich Nachhaltigkeitsanlagen. Nicht alle nachhaltigen Marktsegmente boomen: Das Volumen bei den Strukturierten Produkten ist im Vergleich zu 2009 um 18,4 Prozent eingebrochen. „Viele Anbieter sind wohl auf andere Themen umgeschwenkt. Es schlägt sich statistisch nieder, wenn Themen-Produkte mit beschränkter Laufzeit auslaufen und nicht ersetzt werden“, sagt Döbeli.
Auch auf der Nachfrageseite ist das Wachstum nicht so breit abgestützt, wie es die Statistik glauben machen könnte. Versicherer und Pensionskassen lassen aus Gründen des Anlagerisikos noch weitgehend die Finger von Nachhaltigkeitsanlagen. Nach der letzten Abstimmung zum Mindestzinssatz sind sie in erster Linie damit beschäftigt, ihre Rendite-Ziele zu erreichen. Tatsächlich sind Themen-Fonds, die beispielsweise auf Erneuerbare Energien setzen, sehr zyklisch und für die risikoaverseren Institutionellen Anleger wenig geeignet. Anständige Renditen sind mit Nachhaltigkeitsanlagen aber möglich, wie Studien belegen. „Sofern diese Investments professionell gemanagt sind und nicht zu grosse Ausschlusskriterien beinhalten, die ganze Bereiche der globalen Wirtschaft ausschliessen, bringen sie keine Renditenachteile“, sagt Knoepfel.
Quelle: Cash / Peter Hody
Freitag, 25. März 2011
Atomkraft nicht in Umweltfonds
Inwiefern politische Entscheidungen im Schatten der nuklearen Fukushima-Katastrophe von Bestand sein werden, ist bei der labilen politischen Lage der handelnden Personen in Deutschland schwer vorhersagbar. Auswirkungen wird es aber ganz unabhängig davon geben. Die Kernenergie wird weltweit schneller abgeschaltet, die erneuerbaren Energien werden beschleunigt ausgebaut.
Weltweit, sei es in den USA, China oder vielen anderen Ländern werden Atomkraftpläne auf Eis gelegt oder ganz gekippt. Unabhängig von den politischen Geschehnissen wird das Fiasko unmittelbar bei den Versicherungspolicen für AKWs gravierende Auswirkungen haben. Denn selbst die begrenzte Haftung, zu deren Tragen die Versicherer bislang noch bereit war, wird künftig nur noch zu höheren Preisen zu haben sein. Würden der ehrenwerten Gesellschaft von Atomkraftwerksbetreibern auch noch die gleichen haftungsrechtlichen Auflagen wie jedem anderen Wirtschaftsbereich auch gemacht, so läge der Strompreis nach einer Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2010 bei EUR 2,70 je kWh. Es muss Schluss sein mit der massiven Subventionierung der Atomenergie! Jeder gefüllte Parkplatz einer Großveranstaltung weist eine höhere Schadenshaftungssumme auf, als ein Atomkraftwerk.
In einer aktuellen Studie der Duke University aus North-Carolina wird dargelegt, dass bereits jetzt nach Berücksichtigung aller Kosten und Subventionen Energie aus Nuklearanlagen teurer ist als PV-Energie. Eine MIT-Studie kam schon 2009 zu dem Ergebnis, dass die Installationskosten von Atomkraftwerken höher liegen als die von konkurrierenden Erzeugungsarten einschließlich Photovoltaik. Und mit zunehmender Verbesserung der Technologie verschiebt sich die Break-even-Linie für solaren Strom Jahr für Jahr weiter in Richtung Norden.
Die etablierten Stromkonzerne werden sich neuen Feldern der Stromerzeugung zuwenden müssen. Sowohl Kohle- als auch Atomkraftwerke bieten keine sichere Einnahmequelle mehr und sind Auslaufmodelle. Konzentrieren werden sich RWE & Co. dabei auf zentral gesteuerte Großkraftwerke, ein Geschäft, in dem sie sich auskennen. Diese stehen im Widerspruch zu dezentralen Stromerzeugungseinheiten wie sie zum Beispiel die Photovoltaik darstellt. Murphy&Spitz Research geht von einem forcierten Ausbau der Windenergie - hier im Speziellen von Offshore-Windparks und größeren Einheiten solarthermischer Großkraftwerke aus und reagierte entsprechend bei der Auswahl von Unternehmen für die Murphy&Spitz Umweltfonds. Der Anteil an Erneuerbare-Energie Unternehmen wurde angehoben. Die dezentrale Energieerzeugung durch PV-Dachanlagen, Bioenergie oder kleinere Windparks erfordert sowohl eine optimierte Steuerung der Stromnetze als auch die Speicherung von Energie.
Um die schwankende Stromeinspeisung der Erneuerbaren Energien auszugleichen, sind neben der Optimierung der Netze auch flexible Gaskraftwerke denkbar. Sie können sich in kurzer Zeit an schwankende Nachfrage und Angebot anpassen. Der Bau effizienter Gaskraftwerke durch etliche Stadtwerke wie beispielsweise in Bonn wurde jedoch durch die Laufzeitverlängerung der CDU/FDP blockiert. Ganz sicherlich nicht als Brückentechnologie geeignet sind Atomkraftwerke, da sie sich nur sehr träge an Schwankungen anpassen können und keine Regelkraftwerke sind. Sie haben keine Möglichkeit sich auf die Schwankungen des Stromangebotes durch Sonne und Wind einzustellen. Die flexible Nutzung der Atomenergie würde zudem das Nutzungsrisiko weiter erhöhen, AKWs sind grundlastfähig und nicht flexibel.
Umso mehr schockiert es, dass einige Umweltfonds sich zwar vordergründig von der Atomenergie distanzieren, aber dennoch an ihr mitverdienen wollen. Nicht anders ist es zu verstehen, wenn wesentliche Firmen der Nuklearindustrie sich in den Portfolios von so genannten Nachhaltigkeitsfonds wiederfinden. Exemplarisch sei hier der KBC ECO Fund World genannt. Bereits nach der Ölkatastrophe der Deep Water Horizon im Golf von Mexiko, wurde Profit über die nachhaltigen Prinzipien gestellt: Zum Portfolio gehören Öl und Ölexplorationsfirmen ebenso wie einer der führenden Komponentenlieferanten für die Atomindustrie.
Aber wie steht es mit Technologieunternehmen, die sowohl den erneuerbaren Energien und der Atom- und Kohlekraftindustrie dienen? Murphy&Spitz hat in den letzten Jahren zu diesem Sachverhalt eine klare Linie erarbeitet: Unternehmen mit wesentlichen Umsätzen aus Geschäftsfeldern, die vom Investitionsspektrum ausgeschlossen sind, werden strikt vermieden. Nachhaltigkeitsinvestoren wollen in grüne Themen investieren, nicht in die nachhaltigste Ölfirma, die vermeintlich sicherste Atomtechnik oder das ökologischste Luftfahrtunternehmen. Nach der Unlogik des sogenannten „Best-In-Class-Ansatzes“ ist dies aber möglich. Der Reiz eines ökologischen Investments ist es aber, in die Märkte der Zukunft zu investieren. Themen wie erneuerbare Energien, Wasser, Gesundheit, Energieeffizienz und ökologische Verkehrssysteme, das sind die klassischen Nachhaltigkeits- und Ökothemen. Dort wollen Investoren ihr Geld wiederfinden. Ein legitimes Ziel darf - und sollte - dabei sein, seine finanziellen Mittel mit Gewinnabsicht einzusetzen.
Indem der Investor die Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens hin zu einer CO2-freien Gesellschaft finanziert, erhalten Investoren eine angemessene Rendite. Nicht auf Kosten der Gesellschaft, sondern für die Gesellschaft und ihre Zukunft. Die Umwelt- und Atomkatastrophe von Japan sollte uns erneut zum Nachdenken bringen. Und zum Handeln zu einem nachhaltigen Handeln.
Murphy&Spitz ist seit Ende der 90er Jahre auf nachhaltiges Investment spezialisiert. Das Unternehmen bietet neben den Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland (WKN:A0QYL0) und Welt (WKN:A0Q632) festverzinsliche ökologische Geldanlagen sowie Private Equity für erneuerbare Energien an. Das hauseigene Researchteam mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit erstellt unabhängige Unternehmens-, Technologie- und Branchenanalysen.
Quelle: Murphy&Spitz
Weltweit, sei es in den USA, China oder vielen anderen Ländern werden Atomkraftpläne auf Eis gelegt oder ganz gekippt. Unabhängig von den politischen Geschehnissen wird das Fiasko unmittelbar bei den Versicherungspolicen für AKWs gravierende Auswirkungen haben. Denn selbst die begrenzte Haftung, zu deren Tragen die Versicherer bislang noch bereit war, wird künftig nur noch zu höheren Preisen zu haben sein. Würden der ehrenwerten Gesellschaft von Atomkraftwerksbetreibern auch noch die gleichen haftungsrechtlichen Auflagen wie jedem anderen Wirtschaftsbereich auch gemacht, so läge der Strompreis nach einer Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2010 bei EUR 2,70 je kWh. Es muss Schluss sein mit der massiven Subventionierung der Atomenergie! Jeder gefüllte Parkplatz einer Großveranstaltung weist eine höhere Schadenshaftungssumme auf, als ein Atomkraftwerk.
In einer aktuellen Studie der Duke University aus North-Carolina wird dargelegt, dass bereits jetzt nach Berücksichtigung aller Kosten und Subventionen Energie aus Nuklearanlagen teurer ist als PV-Energie. Eine MIT-Studie kam schon 2009 zu dem Ergebnis, dass die Installationskosten von Atomkraftwerken höher liegen als die von konkurrierenden Erzeugungsarten einschließlich Photovoltaik. Und mit zunehmender Verbesserung der Technologie verschiebt sich die Break-even-Linie für solaren Strom Jahr für Jahr weiter in Richtung Norden.
Die etablierten Stromkonzerne werden sich neuen Feldern der Stromerzeugung zuwenden müssen. Sowohl Kohle- als auch Atomkraftwerke bieten keine sichere Einnahmequelle mehr und sind Auslaufmodelle. Konzentrieren werden sich RWE & Co. dabei auf zentral gesteuerte Großkraftwerke, ein Geschäft, in dem sie sich auskennen. Diese stehen im Widerspruch zu dezentralen Stromerzeugungseinheiten wie sie zum Beispiel die Photovoltaik darstellt. Murphy&Spitz Research geht von einem forcierten Ausbau der Windenergie - hier im Speziellen von Offshore-Windparks und größeren Einheiten solarthermischer Großkraftwerke aus und reagierte entsprechend bei der Auswahl von Unternehmen für die Murphy&Spitz Umweltfonds. Der Anteil an Erneuerbare-Energie Unternehmen wurde angehoben. Die dezentrale Energieerzeugung durch PV-Dachanlagen, Bioenergie oder kleinere Windparks erfordert sowohl eine optimierte Steuerung der Stromnetze als auch die Speicherung von Energie.
Um die schwankende Stromeinspeisung der Erneuerbaren Energien auszugleichen, sind neben der Optimierung der Netze auch flexible Gaskraftwerke denkbar. Sie können sich in kurzer Zeit an schwankende Nachfrage und Angebot anpassen. Der Bau effizienter Gaskraftwerke durch etliche Stadtwerke wie beispielsweise in Bonn wurde jedoch durch die Laufzeitverlängerung der CDU/FDP blockiert. Ganz sicherlich nicht als Brückentechnologie geeignet sind Atomkraftwerke, da sie sich nur sehr träge an Schwankungen anpassen können und keine Regelkraftwerke sind. Sie haben keine Möglichkeit sich auf die Schwankungen des Stromangebotes durch Sonne und Wind einzustellen. Die flexible Nutzung der Atomenergie würde zudem das Nutzungsrisiko weiter erhöhen, AKWs sind grundlastfähig und nicht flexibel.
Umso mehr schockiert es, dass einige Umweltfonds sich zwar vordergründig von der Atomenergie distanzieren, aber dennoch an ihr mitverdienen wollen. Nicht anders ist es zu verstehen, wenn wesentliche Firmen der Nuklearindustrie sich in den Portfolios von so genannten Nachhaltigkeitsfonds wiederfinden. Exemplarisch sei hier der KBC ECO Fund World genannt. Bereits nach der Ölkatastrophe der Deep Water Horizon im Golf von Mexiko, wurde Profit über die nachhaltigen Prinzipien gestellt: Zum Portfolio gehören Öl und Ölexplorationsfirmen ebenso wie einer der führenden Komponentenlieferanten für die Atomindustrie.
Aber wie steht es mit Technologieunternehmen, die sowohl den erneuerbaren Energien und der Atom- und Kohlekraftindustrie dienen? Murphy&Spitz hat in den letzten Jahren zu diesem Sachverhalt eine klare Linie erarbeitet: Unternehmen mit wesentlichen Umsätzen aus Geschäftsfeldern, die vom Investitionsspektrum ausgeschlossen sind, werden strikt vermieden. Nachhaltigkeitsinvestoren wollen in grüne Themen investieren, nicht in die nachhaltigste Ölfirma, die vermeintlich sicherste Atomtechnik oder das ökologischste Luftfahrtunternehmen. Nach der Unlogik des sogenannten „Best-In-Class-Ansatzes“ ist dies aber möglich. Der Reiz eines ökologischen Investments ist es aber, in die Märkte der Zukunft zu investieren. Themen wie erneuerbare Energien, Wasser, Gesundheit, Energieeffizienz und ökologische Verkehrssysteme, das sind die klassischen Nachhaltigkeits- und Ökothemen. Dort wollen Investoren ihr Geld wiederfinden. Ein legitimes Ziel darf - und sollte - dabei sein, seine finanziellen Mittel mit Gewinnabsicht einzusetzen.
Indem der Investor die Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens hin zu einer CO2-freien Gesellschaft finanziert, erhalten Investoren eine angemessene Rendite. Nicht auf Kosten der Gesellschaft, sondern für die Gesellschaft und ihre Zukunft. Die Umwelt- und Atomkatastrophe von Japan sollte uns erneut zum Nachdenken bringen. Und zum Handeln zu einem nachhaltigen Handeln.
Murphy&Spitz ist seit Ende der 90er Jahre auf nachhaltiges Investment spezialisiert. Das Unternehmen bietet neben den Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland (WKN:A0QYL0) und Welt (WKN:A0Q632) festverzinsliche ökologische Geldanlagen sowie Private Equity für erneuerbare Energien an. Das hauseigene Researchteam mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit erstellt unabhängige Unternehmens-, Technologie- und Branchenanalysen.
Quelle: Murphy&Spitz
Labels:
Aktien,
Anlage,
Fonds,
Nachhaltiges Investieren,
Unternehmen
Abonnieren
Kommentare (Atom)