Nachhaltiger
Anlagemarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreicht mit
197,5 Milliarden Euro Rekordstand – Zuwachs von 47 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr – Ausschlusskriterien sind im Mainstream angekommen –
Anlagestrategie Impact Investment wächst mit einem Plus von 74 Prozent
besonders stark.
Mit dem Jahr 2014 kann der Geschichte des nachhaltigen Anlagemarkts
in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein weiteres erfolgreiches
Kapitel hinzugefügt werden. Laut dem Marktbericht, den der Fachverband
Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) am 13. Mai der Öffentlichkeit
präsentiert hat, umfasst der Markt mittlerweile ein Volumen von 197,5
Milliarden Euro. Damit hat das Volumen von Investments, bei denen neben
finanziellen auch ökologische, soziale und governance-bezogene Kriterien
berücksichtigt werden, binnen eines Jahres um 47 Prozent zugelegt.
„Der
Zuwachs bei Nachhaltigen Geldanlagen geht Hand in Hand mit einer
Ausbreitung von einzelnen nachhaltigen Anlagestrategien und Kriterien in
den Mainstream des Finanzmarkts“, erklärt FNG-Vorstandsvorsitzender
Volker Weber. Laut FNG-Statistik sind mittlerweile bei 4,14 Billionen
Euro Investitionen in Streumunition und Antipersonenminen tabu und das
Ausschlusskriterium ABC-Waffen findet bei Vermögen im dreistelligen
Milliardenbereich Anwendung. „Dieses Marktsegment, das wir als
verantwortliche Investments bezeichnen, gewinnt zunehmend an Bedeutung
und erfüllt zugleich eine zentrale Funktion“, führt der Finanzexperte
aus. „Es bereitet den Weg dafür, nach und nach weitere und strengere
Kriterien in die Breite des Finanzmarkts zu tragen.“
Mit
Blick allein auf die nachhaltigen Investmentfonds und Mandate ergeben
die FNG-Statistiken für das Jahr 2014 folgendes Bild: Das Gesamtvolumen
in den drei Ländern beträgt zusammen 120,9 Milliarden Euro und
übersteigt damit den Wert des Vorjahres um 44 Prozent. Sowohl in
Deutschland (+70%), als auch in Österreich (+36%) und der Schweiz (+26%)
waren Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen. Der
Anteil nachhaltiger Fonds und Mandate in Vergleich zum Gesamtmarkt ist
mit 5,7 Prozent in Österreich am höchsten.
Der
Marktbericht zeigt außerdem, dass 2014 in der Drei-Länderbetrachtung
alle acht erhobenen nachhaltigen Anlagestrategien zulegen konnten.
„Dabei sind Ausschlusskriterien, Best-in-Class und die Integration von
Nachhaltigkeitskriterien in die traditionelle Finanzanalyse nach wie vor
die wichtigsten Ansätze“, fasst FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober
zusammen. „Impact Investment ist zwar vom Volumen her das Schlusslicht,
hat aber mit einem Plus von 74 Prozent besonders stark hinzugewonnen“,
fügt die Expertin für Nachhaltige Geldanlagen hinzu. Impact Investments
zielen darauf, neben finanziellen Kriterien auch Einfluss auf die
sozialen und ökologischen Belange von Unternehmen und Organisationen
auszuüben. Diesen Bereich erhebt das FNG seit 2011.
Auch
andere Trends und Entwicklungen hat der FNG-Marktbericht im Verlauf
seiner zehnjährigen Geschichte neu aufgenommen. „Die FNG-Marktberichte
dokumentieren mittlerweile eine ganze Dekade Nachhaltiger Geldanlagen in
Deutschland, Österreich und der Schweiz“, resümiert
FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober. „In dieser Zeit ist das Volumen der
nachhaltigen Anlagen auf mehr als das 15-Fache angewachsen. Doch auch
die zunehmende Differenzierung des Markts bilden die jährlichen
FNG-Statistiken ab.“ Die Jubiläumsausgabe – der FNG-Marktbericht 2015 –
enthält mit einem Sonderteil zu Engagement und Stimmrechtsausübung
erstmals ein Schwerpunktthema.
Das FNG stellt mit
seinem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen seit 2005 umfassendes
Datenmaterial zu den nachhaltigen Anlagemärkten in Deutschland,
Österreich und der Schweiz zur Verfügung. Die Daten für die
Jahresstatistiken erhebt das FNG, die Methodik ist mit der des
europäischen Dachverbands Eurosif (European Sustainable Investment
Forum) abgestimmt. Folgende Sponsoren und Unterstützer haben den
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2015 ermöglicht: Notenstein
Financial Services, Union Investment, Absolut Research, die oekom
research AG, Raiffeisen Schweiz, die Metzler Asset Management GmbH und
21ökofinanz-21 e.V.