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Dienstag, 15. Januar 2013

Lohnende Oblis nachhaltiger Länder

Staatsanleihen aus nachhaltigen Industrie- und Schwellenländern haben sich insgesamt besser entwickelt als Staatspapiere von Ländern, die als nicht-nachhaltig eingestuft sind. Die Verfügbarkeit von Ressourcen hat als Kriterium bei der Bewertung von Staatsanleihen offenkundig an Bedeutung zugenommen. Das Nachhaltigkeitsresearch der Bank Sarasin kommt in seinem aktuellen Faktenpapier zur Nachhaltigkeit von Staaten und der Bewertung ihrer Anleihen zu diesen Ergebnissen.

Die Bank Sarasin beurteilt seit bald zehn Jahren die Nachhaltigkeit von Staaten nach ökonomischen, sozialen und umweltrelevanten Indikatoren. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Verfügbarkeit und die effiziente Nutzung von Ressourcen. Die Untersuchung der Bank Sarasin hat ergeben, dass gerade die Verfügbarkeit der Ressourcen in jüngster Zeit grossen Einfluss auf die Wertentwicklung von Staatsanleihen hatte. Zentrale Fragen für Anleger bei der Länderselektion sind damit: Welche Länder sind reich an Ressourcen? Und welche Staaten können ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum besser aufrechterhalten? Seit Beginn der europäischen Schuldenkrise hat sich die anfänglich fast gleich verlaufende Wertentwicklung von nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Industrieländern deutlich getrennt. Mit einer Differenz von 27,3 Prozentpunkten im Vergleich zu den nicht-nachhaltigen stachen die nachhaltigen Länder Ende Dezember 2011 deutlich heraus. Im Jahr 2012 verringerte sich die Differenz zwar auf 12,4 Prozentpunkte, über die Gesamtperiode bleibt die Bewertungsdifferenz damit aber überaus deutlich.

 

Wertentwicklung der Staatsanleihen von Schwellenländern

Performance of sovereign bonds of emerging countries


Source: Datastream, Sarasin

 

Auch bei Staatsanleihen aus Schwellenländern zahlt es sich aus, die Nachhaltigkeit als Selektionskriterium zu berücksichtigen. Bis auf einen kurzen Einbruch während des Zenits der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 haben sich Staatsanleihen von nachhaltigen Schwellenländern wie zum Beispiel Brasilien, Peru oder Indonesien deutlich besser entwickelt als diejenigen von nicht-nachhaltigen Schwellenländern wie zum Beispiel China oder Südafrika. Mit 77,0 Prozentpunkten erreichte die Differenz Ende Dezember 2012 ihren Höchststand.


Nicht nur die Performance, sondern gerade auch das Risiko spielt im heutigen Anlageumfeld bei der Beurteilung von Investitionen eine entscheidende Rolle. Das Nachhaltigkeitsresearch der Bank Sarasin hat für die untersuchten Ländergruppen nebst Performance und Volatilität deshalb auch die Sharpe-Ratios berechnet. Auch hier schneiden die nachhaltigen Länder besser ab.

Sustainability Spotlight "Nachhaltige Staaten meistern die Schuldenkrise besser"Das Faktenpapier "Nachhaltige Staaten meistern die Schuldenkrise besser" (Autor: Balazs Magyar) ist in deutscher und englischer Sprache gratis erhältlich bei: media@sarasin.ch.

Quelle: Bank Sarasin

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Samstag, 31. März 2012

Nachhaltige Anleihen

Haben Anleihen nachhaltiger Unternehmen ein geringeres Kreditrisiko als nicht-nachhaltige? Die Nachhaltigkeitsanalysten der Bank Sarasin & Cie AG gehen in ihrem Faktenpapier "Sustainability Spotlight" zum Thema nachhaltige Unternehmensanleihen dieser Frage nach. Eine einfache Vergleichsberechnung der Bank kommt zum Schluss, dass die Risikoprämien von nachhaltigen Emittenten während der Finanzkrise deutlich tiefer zeichneten.

Im Gegensatz zu Aktien steht bei Investitionen in Anleihen mehr die Risikoperspektive als die Rendite im Vordergrund. Doch gibt es hierzu nur wenige statistische Analysen; keine gibt es bis anhin für den Nachhaltigkeitsansatz der Bank Sarasin. Jetzt wurde ein erster Schritt unternommen und eine einfache Analyse der Risikoprämien von Unternehmensanleihen aus dem Universum der von der Bank Sarasin bewerteten Unternehmen zwischen Januar 2006 und September 2011 durchgeführt. Dabei zeigte sich folgendes Muster: In der Finanzkrise haben sich die Credit Default Swaps (CDS, Kreditausfallversicherungen) der nachhaltigen Unternehmen besser halten können. Dieser Risikoprämienvorteil blieb in den meisten Wirtschaftssektoren bis 2011 bestehen; die nachhaltigen Unternehmen profitierten von geringeren Risikoprämien.

Mit einer einfachen Vergleichsberechnung kann nicht sicher beantwortet werden, ob die Prämiendifferenzen auf Nachhaltigkeitsaspekte oder auf andere, rein finanzielle Faktoren zurückzuführen sind. Sie bestätigt aber dennoch das Ergebnis der bisherigen wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen mit Finanzmodellen, welche die Risikoprämien aus mehreren Faktoren erklären: Diese Analysen deuten mehrheitlich darauf hin, dass die Nachhaltigkeitsanalyse Anlegern in Unternehmensanleihen eine Reduktion von Verlustrisiken ermöglicht. Es sind zum Thema aber sicherlich noch weitergehende Untersuchungen erforderlich, um die bisherigen, eher spärlichen Ergebnisse zu erhärten.

Das Faktenpapier "Nachhaltigkeit reduziert Risiken von Unternehmensanleihen"
(Autor: Dr. Eckhard Plinke) ist in deutscher und englischer Sprache gratis erhältlich bei: media@sarasin.ch

Quelle: Bank Sarasin

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Mittwoch, 1. Februar 2012

Nachhaltigkeit von Ländern

Über die Entwicklung der Finanzratings der Staaten im Euroraum, aber auch der USA wurde in den vergangenen Monaten heftig diskutiert. Vor allem nachhaltigkeitsorientierte Investoren sind davon überzeugt, dass die klassischen Finanzratings die Fähigkeit der Staaten, ihren Verpflichtungen aus der Emission von Staatsanleihen nachzukommen, nur unzureichend widerspiegeln.

Die zusätzliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsratings, die die sozialen und ökologischen Verhältnisse in den Staaten bewerten, ermöglicht eine fundiertere Einschätzung der Bonität der Staaten. Im aktuellen Länderrating der Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research scheitern Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ebenso an der oekom Prime Schwelle wie die USA. Die ersten Plätze nehmen Norwegen, Schweden und Dänemark ein, Deutschland landet auf Platz 6.

Insgesamt 51 Staaten sowie die Europäische Union hat oekom research im Hinblick auf deren soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit analysiert. Bewertet wurden unter anderem der Stand der Meinungs- und Pressefreiheit, die Investitionen in Bildung und moderne Infrastruktur sowie der Energiemix und der Umgang mit dem Klimawandel. Norwegen und Schweden konnten ihre Spitzenplätze verteidigen, Dänemark hat sich im Vergleich zum Vorjahr von Rang 9 auf Rang 3 verbessert. Ursache hierfür sind vor allem Verbesserungen im Umweltbereich, beispielsweise beim Klimaschutz und beim Energiemix. Österreich rangiert auf Platz 5 gefolgt von Deutschland auf Platz 6. Ebenso wie diese Länder erreichen auch die Schweiz, Großbritannien und Frankreich den oekom Prime Status, mit dem insgesamt 21 Staaten ausgezeichnet wurden. Er wird an Staaten vergeben, die den strengen von oekom research definierten Mindestanforderungen an eine verantwortungsvolle Gestaltung des politischen und gesellschaftlichen Systems genügen.

Den oekom Prime Status verpasst haben dagegen die südeuropäischen Krisenstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. „Griechenland hat bereits schlechte Bewertungen in unserem Nachhaltigkeitsrating erhalten, als konventionelle Ratingagenturen hier noch Noten im A-Bereich verteilt haben,“ stellt Oliver Rüter, Research Director bei oekom research, fest. „Bei Investoren, die sich in der Vergangenheit am Nachhaltigkeitsrating orientiert haben, liegen heute keine griechischen Staatsanleihen im Depot.“

Die USA landen auf Rang 44. Viele der Hoffnungen, die mit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama verbunden waren, haben sich nicht erfüllt. So verweigern die USA nach wie vor einen konstruktiven Beitrag zum internationalen Klimaschutz und der Verbrauch an Energie und Ressourcen ist unverändert hoch. Die wachsenden Einkommensunterschiede führen zu sozialen Spannungen in der Gesellschaft, wie beispielsweise die Proteste der Occupy-Bewegung an der Wallstreet zeigen.

„Staaten, die in Bildung investieren, die die Erforschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz fördern und ihren Bürgern Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationsmedien verschaffen, legen damit die Grundlagen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes,“ erläutert Oliver Rüter die Aussagekraft des Nachhaltigkeitsratings. Von ebenso hoher Bedeutung sind die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine pluralistische Gesellschaft, in der die Bürger- und Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit umfassend gewährleistet sind und in der alle Bürger den Zugang zu staatlichen Leistungen unabhängig von ihrer Fähigkeit haben, Bestechungsgelder zu zahlen, findet in Krisensituationen andere Mechanismen der Konfliktlösung als Staaten, in denen diese Rechte eingeschränkt sind. Dies alles sind Faktoren, die sich positiv auf Leistungsfähigkeit eines Staates auswirken und damit auf deren Bonität.

Das Länderrating von oekom research umfasst die OECD-Mitglieder sowie die wichtigsten Schwellenländer. Es dient in erster Linie Investoren und Finanzdienstleistern als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Kapitalanlagen. Die Rating-Agentur oekom research führt die Untersuchung jährlich durch und beleuchtet dabei 150 ökologische und soziale Analysekriterien. Ein Ausschnitt aus dem Ranking des Länderratings von oekom research ergibt folgendes Bild:

1 Norwegen
2 Schweden
3 Dänemark
4 Finnland
5 Österreich
6 Deutschland
10 Schweiz
15 Europäische Union
17 Großbritannien
21 Frankreich
27 Italien
36 Brasilien
44 USA
51 Südafrika
52 Indien

Quelle: oekonews.at

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Montag, 8. August 2011

AVB-Tipp 6: Kassen-Obli trotz allem

Das war zu erwarten: Kurz nach der Leitzinssenkung der Schweizerischen Nationalbank reduzieren die Postfinance, die Credit Suisse, die Bank Coop und die Migros Bank ab Dienstag die Zinsen für Kassenobligationen. Dennoch sind diese Papiere immer noch eine der besten Anlagevarianten im derzeitigen Finanzmarkt - nach Einschätzung von Vorsorgemedia aber nur mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren - und der Einstieg in den Aktienmarkt ist wohl noch nicht gekommen.

Bei der Postfinance verringern sich gemäss deren Medienmitteilung die Zinsen für alle Laufzeiten (2 bis 10 Jahre)um 0,25 Prozentpunkte. Die Bandbreite für zwei- bis zehnjährige Kassenobligationen in Franken beträgt ab Dienstag 0,25 bis 1,5 Prozent. Bei der Bank Coop sinkt das Zinsniveau je nach Laufzeit um 0,25 oder 0,375 Prozentpunkte. Die Bandbreite beträgt zwischen 0,5 Prozent für eine Laufzeit von zwei Jahren und 1,75 Prozent für eine Laufzeit von 8 Jahren.

Bei der Credit Suisse liegen die Zinsen für Kassenobligationen neu zwischen 0,5 Prozent (zweijährige Laufzeit) und 2,25 Prozent (Laufzeit von acht Jahren). Die Zinsen für Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren sowie sieben Jahren sinken damit um 0,25 Prozentpunkte. Bei sechs- und achtjähriger Laufzeit werden neu 0,125 Prozentpunkte weniger vergütet. Die Zinsspanne bei der Migros Bank beläuft sich neu auf 0,5 Prozent (zweijährige Laufzeit) bis 1,8 Prozent (acht Jahre). Zuvor hatte die Spanne 0,875 bis 2,25 Prozent betragen.

Noch arg früh ist es für einen Wiedereinstieg in den Aktienmarkt,
denn beispielsweise die Entwicklung des Schweizer Marktindexes SMI über die letzten zehn Jahre zeigt, dass auch nach dem starken Rückgang der letzten Tage das Tief aus diesem Zeitraum längst nicht erreicht ist - es kann also durchaus noch weiter runter gehen:


Quelle: Agenturen (sda) und Banken

© Vorsorgemedia

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Donnerstag, 20. Januar 2011

AVB-Tipp 5: Solaranlage (in Euro)

Photon gilt international als bedeutendste Verlagsgruppe für die Solarbranche. Aushängeschild ist das Solarstrom-Magazin gleichen Namens. Der Verlag lässt es nicht beim publizistischen Grosseinsatz zugunsten der Branche bewenden, sondern wird jetzt selbst Anlagenbauer – investieren können die AbonnentInnen.

Die Solarbranche brummt in Deutschland weiterhin – davon legen nicht zuletzt die unlängst veröffentlichten Marktzahlen zum vergangenen Jahr Zeugnis ab (siehe Solarmedia vom 19. Januar 2011). Es gibt offenbar aber weiterhin viele Personen, die ihr Dach bereits mit Modulen verbaut oder darauf zu wenig Platz haben – und dann natürlich all jene, die gar keinen Zugang zu einem eigenen Dach und damit keine Möglichkeit haben, sich direkt an einer photovoltaischen Anlage zu beteiligen zur direkten Umwandlung von Sonnenlicht in Strom. Diesem Mangel – der hierzulande wohl wegen der geringeren Eigentumsquote noch ausgeprägter sein dürfte – will Photon jetzt abhelfen (Das Bild zeigt den Sitz der Photon Gruppe in Aachen).

Die Photon Power AG wird als Tochter der Verlagsgruppe schon ab diesem Jahr Solarstromanlagen errichten und betreiben, zunächst nur in Deutschland. Wer eine Beteiligungsmöglichkeit wünscht, kann unter drei Anleihen-Typen wählen – der Anleihe 1 mit einem Festzins von 7,4 % und einer Laufzeit von 20 Jahren, sowie zwei weiteren Anleihen mit kürzeren Laufzeiten und entsprechend auch kürzeren Festzinsen. Jeder Anleihensteil beträgt 2500 Euro. Vorderhand ist an eine Anleihenssumme von je 5,4 Millionen Euro gedacht – das dürfte gemäss Berechnungen von Solarmedia zum Bau von gegen 6 Megawatt Solaranlagen reichen.

Interessant ist die Anleihe nicht nur wegen der günstigen Bedingungen für DarlehensgeberInnen. Wer erhält zumindest in der Schweiz schon eine feste Verzinsung für 20 Jahre in dieser Höhe? Von Interesse ist das Vorhaben vor allem auch, weil sich hier ein Anlagenbetreiber in die Arena begibt, der sich publizistisch in den vergangenen Jahren jeweils sehr weit zum Fenster hinausgelehnt hat. So prognostizierte das Photon-Magazin jeweils extreme Zubauten für einzelne Jahre – und lag damit regelmässig auch richtig. Die Redaktion setzte und setzt sich auch für starke Absenkungen der Vergütungen ein, um den Durchbruch der Photovoltaik am Markt zu beflügeln. So wird das Photon-Anlagegeschäft auch konkret daran gemessen werden, welche Erträge – sowohl finanzieller als auch strommengenmässiger Art – die eigenen Anlagen erzielen werden. Darüber transparent zu berichten, hat der Verlag auf jeden Fall versprochen.

Zu bedenken sind für AnlegerInnen auch die Risiken – und in diesem Sinne versteht sich dieser Artikel auch nicht als direkte Anlageempfehlung: Der neu gegründeten Betreibergesellschaft fehlt gemäss vorliegenden Informationen die Erfahrung im Anlagenbau, die Investitionen sind für lange Jahre blockiert und für SchweizerInnen ist mit der Anlage auch ein Wechselkursrisiko verbunden. Letzteres dürfte allerdings angesichts des aktuell tiefen Eurokurses gar eher eine zusätzliche Renditechance darstellen. Nur ist die Währungsentwicklung über bis zu 20 Jahre natürlich nicht voraussehbar.

Ein Anlageprospekt liegt der neuesten Ausgabe von Photon bei (1/2011) – die Informationen auf der Internetseite von Photon sind - vorderhand auf jeden Fall - dürftig, da inexistent. Hingegen bietet die separate Website der Photon Power AG Infos.

© Solarmedia

Montag, 22. November 2010

Riskante Fremdwährungsanlage

Geldanlagen in fremden Währungen sind risikoreich. Die Entwicklung einer Währung ist kaum voraussehbar, entsprechende Prognosen gleichen dem Lesen im Kaffeesatz. Erhöhte Vorsicht ist geboten bei Anlagen in exotischen Währungen, wobei für die geneigte Anlegerschaft hierzulande die Exotik bekanntermassen bereits beim Euro beginnt (siehe Entwicklung der vergangenen Jahre). Die folgende Geschichte aus dem Tages-Anzeiger, auszugsweise wiedergegeben, schildert ein fast schon alltägliches «Unglück» aus diesem Anlagekapitel.

«Finanzkrise: Island steht vor Bankrott.» Die Schlagzeile auf der Frontseite von «20 Minuten» springt mich sofort an. Es ist der 8. Oktober 2008. Dreieinhalb Jahre vorher, im Februar 2005, hatte mein damaliger Berater bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) meine Frau und mich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Dabei empfahl er uns aus eigenem Antrieb den Kauf einer Obligation des Staates Island. Das Rating sei gut (AA+), der Zins hoch (7%) und das Währungsrisiko tief, schwärmte P. W. Denn der Kurs der Isländischen Krone hänge von Euro und Dollar ab – zwei stabilen Währungen. Angesichts der geografischen Lage Islands zwischen Europa und den USA leuchtete mir das damals ein. Am 1. April 2005 stimmte ich zu.

Und dann das. Von der ZKB höre ich zunächst nichts. Erst zwei Tage nach den Schlagzeilen schreibt sie mir, dass sich «die Lage an den isländischen Finanzmärkten massiv zugespitzt hat». Die Isländische Krone habe dramatisch an Wert verloren und sei nicht mehr handelbar. Unterschrieben ist der Brief von B. A., «Leiter Kompetenzzentrum Anlagen». Zuvor hatte er den Leserinnen und Lesern des ZKB-Kundenmagazins noch empfohlen, die Finanzkrise durchzustehen und auf die Stabilität des «Schiffs» zu vertrauen.

Ich frage B. A. per E-Mail, weshalb die Analysten seines Kompetenzzentrums die drohende Talfahrt der Isländischen Krone nicht früher erkannt und die betroffenen Kunden rechtzeitig gewarnt hätten. Und ob die ZKB bereit sei, einen allfälligen Verlust bei der Rückzahlung der Obligation im März 2010 mitzutragen. Keine Antwort. Erst drei Erinnerungsmails und einen Monat später teilt B. A. mit, meine Anfrage werde «von den zuständigen Stellen geprüft».

Es dauert weitere zwei Monate, bis die Antwort im Januar 2009 eintrifft. Unterzeichnet ist sie von V. N., einem «Mitglied der Direktion». Er bedauert, dass ich «durch die jüngsten Ereignisse an den globalen Kredit- und Finanzmärkten betroffen» wurde. Der Absturz der Isländischen Krone sei nicht vorhersehbar gewesen. Und die Island-Obligation habe zum Zeitpunkt des Kaufentscheides meiner gewählten Anlagestrategie «Einkommen» entsprochen. «Einkommen» ist die zweitunterste von fünf Risikostufen.

Merkwürdig: Am Telefon sagt mein neuer ZKB-Berater A. G. (P. W. hatte gekündigt), er habe seinen Kunden immer empfohlen, nicht mehr als 2 Prozent ihres Vermögens in Isländische Kronen zu investieren. In meinem Fall ist es ein Vielfaches. Ich reklamiere deshalb schriftlich bei der Bank und weise darauf hin, dass mir P. W. die Obligation mit falschen Angaben zum Währungsrisiko verkauft habe. Meine Frau, die damals dabei war, bestätigt das.

Doch es hilft nichts. Die Bank antwortet: «Ihr damaliger Kundenbetreuer P. W. hat Sie auf die Spezialität der Währung und der Obligation hingewiesen und Sie über die Risiken informiert.» Das gehe aus seinen Aufzeichnungen im Computer hervor. Unglaublich: Die ZKB schickt den Brief unverschlossen an eine falsche Adresse; Postleitzahl und Ort stimmen nicht. Weil Name und Strasse richtig sind, kommt er trotzdem an.

Ich schreibe an Generaldirektor Christoph Weber und bitte um einen Auszug der über mich gespeicherten Daten. Zudem wiederhole ich meine Frage nach Schadenersatz wegen mangelhafter Kaufberatung und verspäteter Information über die Talfahrt der isländischen Währung. Weber hatte zuvor in einem Interview mit dem «Zürcher Wirtschaftsmagazin» gesagt: «Für uns ist eine proaktive Kundeninformation zentral.» Doch obwohl die ZKB erst zwei Tage nach allen Medien informiert hat, lehnt er eine Entschädigung ab: «Wir haben sämtliche Kunden unverzüglich orientiert.»

Der Datenauszug fördert Erstaunliches zutage. Unter dem «Kontaktdatum» 4. April 2005 hatte P. W. im Computer Folgendes eingetragen: «Habe Kunden über die Spezialität der Währung und der Obligation aufgeklärt. Er ist über die Risiken informiert. Habe ihm empfohlen, einen kleineren Betrag anzulegen.» Bloss: Am 4. April fand gar kein Kontakt statt. Den Auftrag zum Kauf der Island-Obligation gab ich telefonisch schon am 1. April. Das beweist die Kaufabrechnung. Seltsam auch: Unter dem Kontaktdatum 17. Februar 2005, dem Tag des persönlichen Gesprächs, findet sich kein Eintrag zur Risikoaufklärung. Gemäss Datenauszug hätte mich P. W. also erst sechs Wochen nach unserem Treffen und drei Tage nach dem Telefonat auf die Risiken hingewiesen.

Am 4. April 2009 informiere ich die ZKB schriftlich über die Ungereimtheiten im Auszug und bitte um eine Stellungnahme. Dann beginnt das grosse Warten. Nach fast vier Monaten erklärt Berater A. G. die Verzögerung auf telefonische Nachfrage hin mit umfangreichen Abklärungen im Archiv. Umso grösser dann die Überraschung, als Ende Juli 2009 endlich ein Brief eintrifft: Die Bank geht darin mit keinem Wort auf die Kritik am Datenauszug ein, sondern wiederholt nur nochmals, weshalb sie sich nicht am Verlust beteiligen könne.

Ich hake nach. Die Bank soll mir erklären, weshalb sie sich immer wieder auf den Eintrag von P. W. beruft, ich sei über die Risiken informiert, obwohl die Einträge im Computer offensichtlich sehr zufällig und schludrig erfolgten. Doch wieder geschieht fünf Wochen lang nichts. Dann, Anfang September 2009, ruft Direktor V. N. an und lädt mich zu einem Gespräch ein. Nachdem ich seit fünf Monaten auf eine Antwort warte, bin ich aber nicht bereit, mich einlullen zu lassen.

Es wird Oktober, bis die Bank meine Fragen vom April beantwortet. Sie bestätigt, dass P. W. den Eintrag erst drei Tage nach dem telefonischen Kaufauftrag gemacht habe. Das Gespräch habe an einem Freitag stattgefunden, der Eintrag am folgenden Montag. Zum Vorwurf, sie habe das Bankgeheimnis verletzt, schreibt die ZKB, meine Mutter und meine Schwester seien mit der Bekanntgabe ihrer Vermögensstände «stillschweigend» einverstanden gewesen – eine Argumentation, bei der sich vielen Juristen die Haare sträuben.

Im März 2010 wird die Obligation zur Rückzahlung fällig. Und siehe da: Das bankrott geglaubte Island zahlt das Geld zurück. Wie viel die Kronen noch wert sind, ist zunächst unklar, weil sie nicht handelbar sind. Seit kurzem weiss ich: Der Verlust beträgt aktuell etwa 70 Prozent. Der Rest liegt nun bei einer anderen Bank und wartet auf einen Kursanstieg. Der dortige Berater empfiehlt, das Geld in Island-Ferien zu investieren – «absolut risikolos».

Der Autor ist Redaktor beim Tages-Anzeiger. (Tages-Anzeiger)

Quelle: Tages-Anzeiger vom 22. November 2010

Dienstag, 9. März 2010

ADEV-Solaranleihe gezeichnet

Die erste Solaranleihe der ADEV Solarstrom AG war definitiv nur für schnell entschlossene Anleger. Nur fünf Tage nach der Auflage ist sie vollständig gezeichnet worden.

Über 110 private Anleger unterstützen damit den Bau der grössten Solarstromanlage in Basel auf dem neuen Dach der Coop Immobilien in Basel. Die attraktive Verzinsung von 2.75% verbunden mit dem Engagement für konkrete Solar-Projekte hat das Publikum sehr gut angesprochen (zu Bedingungen siehe Solarmedia vom 24. Februar 2010).

In Basel entsteht zurzeit die grösste Solarstromanlage auf dem Flachdach des Neubaus der Coop Immobilien an der Singerstrasse mit einer Gesamtleistung von 360 kW. Der Bau einer weiteren Anlage ist auf der Universität Irchel in Zürich im Mai dieses Jahres geplant. Eigentümerin ist jeweils die ADEV Solarstrom AG. Damit vergrössert sie ihr Anlagen-Portefeuille von 2.2 MW auf 2.6 MW und kann mit Solarstrom den Stromverbrauch von über 740 Haushalten abdecken.

„Schnellentschlossene, private Anleger haben innerhalb weniger Tage die erste Solar-Anleihe der ADEV Solarstrom AG über 2.0 Mio. Franken gezeichnet und damit die Finanzierung der neuen Solarstromanlagen gesichert“, freut sich Andreas Appenzeller, Geschäftsleiter der ADEV. Das Engagement für konkrete Solar-Projekte in der Region, verbunden mit einer attraktiven Rendite hat die privaten Anleger angesprochen. Der grosse Erfolg zeigt einmal mehr, dass die dezentrale erneuerbare Energieerzeugung beim Publikum sehr attraktiv ist und vor allem konkret unterstützt wird. Mit Solarenergie gewinnen alle: Bürger und Wirtschaft, Umwelt und Klima und vor allem - unsere Kinder. Wir danken unseren Anlegern für das grosse Vertrauen.

Quelle: ADEV

Mittwoch, 24. Februar 2010

Sonnen-Obligationen

Zur Finanzierung grosser Solaranlagen legen die Basler Energiepioniere der ADEV Gruppe erstmals eine Obligationenanleihe auf. Ab 5000 Franken ist die geneigte Anlegerin und der geneigte Anleger dabei.

Darauf hat man hierzulande lange gewartet: Eine Obligationenanleihe, die die Sicherheit dieser Anlageform (fester Zins und feste Laufzeit) verbindet mit der Investitionsmöglichkeit in Projekten der Erneuerbaren Energien. Und das alles bei hohen Mitsprachemöglichkeiten der Beteiligten. Die ADEV, seit Jahren Pionierin der Erneuerbaren Energien macht’s nun möglich. Nicht vergessen werden darf dabei, dass auch eine Obligation mit Risiken verbunden ist – das Geld ist weit gehend fix gebunden und das Unternehmen kann im schlimmsten Fall nicht in der Lage sein, das Geld am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen.

Was wird mit dem Anleihenerlös passieren? In Basel entsteht zurzeit die grösste ADEV-Solarstromanlage auf dem Flachdach des Neubaus der Coop Immobilien an der Singerstrasse mit einer Gesamtleistung von 360 kW. Der Bau einer weiteren Anlage ist auf der Universität Irchel in Zürich geplant. Eigentümerin und Betreiberin der beiden Solarkraftwerke ist die ADEV Solarstrom AG. Damit vergrössert die ADEV-Gruppe ihr bestehendes Solarkraftwerk-Portefeuille von 2.2 auf 2.6 Megawatt.

Zur Finanzierung dieser Projekte legt die ADEV Solarstrom AG erstmals eine Obligationenanleihe über 2 Mio. Franken auf. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 8 Jahre, der Zinssatz wurde auf 2.75% fixiert. Damit erweitert die ADEV die direkten Anlagemöglichkeiten zugunsten der dezentralen und sauberen Energieversorgung für ökologieorientierte Anlegerinnen und Anleger. Das Ausgabevolumen wird auf max 2.0 Mio. Franken begrenzt, die Stückelung beträgt CHF 5‘000.--. Die Zeichnungsfrist dauert bis 31. März 2010 oder bis zur Zeichnung des Maximalbetrages.

Die publikumsgeöffnete ADEV Solarstrom AG ist eine Tochter der ADEV Energiedienstleitungsgruppe in Liestal (BL). Sie verfolgt weitere Grossprojekte im Bereich der Erneuerbaren Energien: Stromproduktionsanlagen mit Bürgerbeteiligungen sollen aufzeigen, dass eine Elektrizitätsversorgung ohne Atomstrom möglich ist. Mit diesem Hauptziel vor Augen, hat die ADEV Energiegenossenschaft in den vergangenen Jahren alle bekannten Optionen umgesetzt. Entstanden sind Wärmekraftkopplungsanlagen, Holzenergie-Wärmeverbunde, Windkraftwerke, Solarstromanlagen und Kleinwasserkraftwerke.

Informationen: ADEV Solarstrom AG, Postfach 550, CH-4410 Liestal, Tel 0041 61 921 94 50
Email: info@adev.ch oder brigitta.spiess@adev.ch: Internet: www.adev.ch

© Solarmedia
/ ADEV

Donnerstag, 13. August 2009

Schweiz ganz vorn

Mit dem Nachhaltigkeitsrating für OECD-Staaten schafft die Zürcher Kantonalbank (ZKB) auch für Obligationen die Voraussetzung für einen breiten Einbezug von Umwelt- und Sozialaspekten in den Anlageprozess. Die Schweiz schneidet gut ab.

Zum fünften Mal hat das ZKB Nachhaltigkeitsresearch der Zürcher Kantonalbank (ZKB) publiziert. Diese Bewertung für Obligationen der OECD-Staaten schliesst Umwelt- und Sozialaspekte in den Anlageprozess ein. In gebräuchlichen finanziellen Bonitätsratings sind Informationen zur Umweltsituation in Staaten nur am Rande enthalten. Auch soziale Faktoren fliessen nur beschränkt mit ein. Natürliche Ressourcen, aber auch stabile politische und soziale Verhältnisse sind jedoch eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Volkswirtschaft eines Landes. Das Nachhaltigkeitsrating für OECD-Länder ist deshalb eine wichtige Ergänzung zu gängigen Bonitätsratings und unterstützt Anleger bei der Wahl der Staatsanleihen.

Das Nachhaltigkeitsrating 2009 umfasst alle 30 OECD-Staaten und basiert auf 100 verschiedenen Indikatoren zur Bewertung der Umwelt- und Sozialaspekte. Die Bereiche Umwelt und Soziales sind im Rating mit je 50 % gewichtet und umfassen je acht Themenfelder. Auf der Umweltseite werden beispielsweise die Bereiche Treibhauseffekt, Biodiversität und Umweltpolitik, auf der Sozialseite Bereiche wie Sicherheit und Stabilität, Gesundheit sowie Bildung und Kultur bewertet.

Die Schweiz hat sich verbessert: Die Berechnung des Nachhaltigkeitsratings auf der Basis der 100 ZKB Nachhaltigkeitsindikatoren führte zu einer Rangfolge der Staaten. Wie in der letzten Studie aus dem Jahre 2007 belegt Schweden in dieser Nachhaltigkeitsbewertung den ersten Rang. Die Schweiz folgt auf dem zweiten Platz und hat sich damit gegenüber dem letzten Rating um einen Rang verbessert. Norwegen liegt an dritter Stelle. Schweden und Norwegen verdanken ihre guten Platzierungen hauptsächlich den Ergebnissen im Sozialrating. Während die Schweiz im Umweltbereich den Spitzenplatz einnimmt, erreicht sie im Sozialbereich „nur" den siebten Rang. Weit abgefallen, mit einem deutlichen Abstand zum Zweitletzten, bilden die USA in Sachen Nachhaltigkeit das Schlusslicht. Neben den USA bekommen auch die Türkei und Mexiko schlechte Noten.

Quellen: ZKB / Fondstrends