Donnerstag, 27. September 2012

Nachhaltigkeit mit besserer Rendite

oekom research und die Deutsche Performancemessungs-Gesellschaft für Wertpapierportfolios (DPG) veröffentlichen die Ergebnisse einer vergleichenden Analyse internationaler Aktien.

Um mehr als 15 Prozent lag die Rendite der von oekom research unter Nachhaltigkeitsaspekten positiv bewerteten Unternehmen im Zeitraum 31.12.2004 bis 31.12.2011 über der des Aktienindex MSCI World®. Gleichzeitig weisen diese Unternehmen ein leicht geringeres Risiko auf als die konventionelle Benchmark.

Immer wieder kämpfen die nachhaltigen Kapitalanlagen, bei denen die soziale und ökologische Leistungsfähigkeit der Emittenten in die Anlageentscheidung einbezogen wird, mit dem Vorurteil, dass der Anleger auf Rendite verzichten muss. Hintergrund hierfür ist die Überlegung, dass der Einsatz von Ausschlusskriterien und Best-in-Class-Ansatz, bei dem ausschließlich in die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche investiert wird, zu einer Verkleinerung des investierbaren Universums und damit nach gängigen Portfoliotheorien zu Nachteilen bei Rendite und Risiko führt. Nachhaltige Investoren sind dagegen davon überzeugt, dass die Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher sind, die sozial und ökologisch verantwortlich handeln, die beispielsweise auf Energie- und Ressourceneffizienz setzen, ihre Mitarbeiter und Zulieferer fair behandeln und den Grundsätzen guter Corporate Governance folgen. Ziel der von oekom research und DPG gemeinsam durchgeführten Studie war es, diese Plausibilitätsüberlegungen statistisch zu überprüfen. Dazu wurde ein Portfolio aus von oekom research unter Nachhaltigkeitskriterien positiv bewerteten Großunternehmen, („oekom Prime Portfolio Large Caps“) mit dem MSCI World Total Return Index® verglichen.


Im Zeitraum vom 31.12.2004 bis 31.12.2011, also über sieben Jahre, erreichte das nach Marktkapitalisierung gewichtete oekom Prime Portfolio Large Caps eine kumulierte Rendite von 30,90 Prozent. Der MSCI World® kam im gleichen Zeitraum auf eine kumulierte Rendite von 26,80 Prozent. „Das oekom Prime Portfolio Large Caps erzielte damit im Betrachtungszeitraum eine um 4,1 Prozentpunkte oder 15,30 Prozent bessere Rendite,“ so Hans G. Pieper, Geschäftsführer der DPG. „Bei Gleichgewichtung der Titel im oekom Prime Portfolio Large Caps lag die kumulierte Rendite sogar bei 62,84 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei der konventionellen Benchmark.“

Die beste Performance zeigten im Zeitraum 31.12.2004 bis 31.12.2011 die Titel des oekom Prime Portfolios Large Caps aus der Region Asia-Pacific. Sie kamen bei marktkapitalisierungsgewichteter Betrachtung auf eine jährliche Rendite von 6,39 Prozent und schnitten damit deutlich besser ab als der Vergleichsindex mit 4,86 Prozent p.a. Auch in Deutschland lag die jährliche Rendite im Beobachtungszeitraum mit 5,36 Prozent über der der entsprechenden Benchmark (4,26 Prozent). In Europa erreichte das oekom Prime Portfolio Large Caps mit 2,89 Prozent die gleiche jährliche Rendite wie der entsprechende MSCI Index®.

„Das Ergebnis der Studie bestätigt unsere Hypothese, dass die Nachhaltigkeitsperformance ein guter Indikator für die gesamte Leistungskraft von Unternehmen darstellt und dass Investoren gut beraten sind, diesen Indikator in ihre Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen,“ stellt Robert Haßler, CEO von oekom research, fest. Und weiter: „Die bessere Performance wurde dabei nicht durch ein höheres Risiko erkauft, im Gegenteil: Das jährliche Risiko lag beim oekom Prime Portfolio Large Caps sogar etwas niedriger als beim MSCI World Index®.“ Das oekom Prime Portfolio Large Caps erreichte beim jährlichen Risiko einen Wert von 18,92 Prozent gegenüber 19,08 Prozent beim MSCI World®.

Basis der Analyse war ein Portfolio aus von oekom research mit dem oekom Prime Status ausgezeichneten Großunternehmen. Der Prime Status wird an Unternehmen verliehen, die den von oekom research branchenspezifisch definierten Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement genügen. Das oekom Prime Portfolio Large Caps umfasste per 31.12.2011 300 Unternehmen aus mehr als 25 Staaten.   

Quelle: oekom research (dort kann Studie heruntergeladen werden)

^^^ Nach oben

Mittwoch, 19. September 2012

SAM-Indizes neu gebildet

SAM, die Investmentboutique mit exklusivem Fokus auf Sustainability Investing, und S&P Dow Jones Indices, der führende globale Indexanbieter, veröffentlichten die Ergebnisse der jährlichen Überprüfung der Dow Jones Sustainability Indexes (DJSI).

Die Neuzusammensetzung der DJSI erfolgt gemäss den Ergebnissen des SAM Corporate Sustainability Assessment. Die grössten Neuzugänge im DJSI World (gemessen an der Marktkapitalisierung im Streubesitz) sind Microsoft Corp, Canadian National Railway Co und Target Corp. Die grössten Abgänge (gemessen an der Marktkapitalisierung im Streubesitz) sind International Business Machines Corp, GlaxoSmithKline PLC und United Technologies Corp.

Insgesamt werden 41 Unternehmen neu in den DJSI World aufgenommen, während 41 Firmen ausscheiden. Damit enthält der Index 2012/2013 insgesamt 340 Komponenten. Alle Anpassungen treten mit Handelseröffnung der Börsen am 24. September 2012 in Kraft. Die DJSI verfolgen einen Best-in-Class-Ansatz, wonach sich Unternehmen aller Branchen für die Indexaufnahme qualifizieren können. Ausschlaggebend ist die Bewertung zahlreicher Nachhaltigkeitskriterien im Vergleich zu den jeweiligen Wettbewerbern. Jedes Jahr lädt SAM die 2’500 grössten Unternehmen der Welt – gemessen an der Marktkapitalisierung im Streubesitz – aus sämtlichen 58 Sektoren zum Corporate Sustainability Assessment ein. Das Corporate Sustainability Assessment ist eine fundierte Analyse ökonomischer, ökologischer und sozialer Kriterien, die zum Beispiel die Qualität der Unternehmensführung und -kontrolle (Corporate Governance), den Umgang mit wasserbezogenen Risiken oder die Beziehungen zu
Anspruchsgruppen (Stakeholder Relations) untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt der Analyse liegt auf branchenspezifischen Risiken und Chancen. 

Jedes Jahr identifiziert SAM das führende Unternehmen in jedem der 19 „Supersectors“, zu denen die 58 Sektoren zusammengefasst werden. Die „Supersector Leaders“ für 2012-2013 sind (in alphabetischer Reihenfolge nach Supersectors):


Aktuell ist die Indexfamilie Basis für ein verwaltetes Vermögen von rund 6 Milliarden USD, das in einer Vielzahl von Finanzprodukten angelegt ist – von Publikumsfonds über Einzelmandate bis zu strukturierten Produkten und Exchange-Traded Funds (ETFs). Vermögensverwalter und Banken in 15 Ländern bieten etwa 55 Finanzprodukte an, die auf den DJSI basieren.

Weitere Informationen unter:
http://www.sustainability-indexes.com/
http://www.djindexes.com/sustainability/ 

Quelle:  www.sam-group.com

^^^ Nach oben

Dienstag, 11. September 2012

Wenn schon, dann Indexfonds

Sie mögen Indexfonds oder auch Exchange Traded Funds (ETF) heissen – gemeint ist immer eine Geldanlage, die sich nach bestimmten Indizes richtet. Womit eine aktive Vermögensverwaltung wegfällt und die Kosten entsprechend tief liegen. Eine attraktive Variante für Jene, die sich trotz aller Börsenflopps für eine Aktienanlage interessieren.

Fünf Jahre dauert nun die Finanzkrise schon – im Laufe des Jahres 2007 kam es zu den ersten Bankzusammenbrüchen in den USA, 2008 ging es Leeman Brother und bald danach der Schweizer UBS an den Kragen. Zwischenzeitliche Erholungsphasen an den Börsen haben bestenfalls die erlittenen Kursverluste wettgemacht. Nur wenige Märkte weisen für diese Zeitspanne positive Renditen aus – sei es geographisch oder nach Wirtschaftssektoren. KleinanlegerInnen sind ganz offensichtlich geschockt, haben die Rückkehr in die Aktienanlage bislang kaum gewagt.

Nun sei hier nicht zur Rückkehr in grossem Stil aufgerufen. Aber wer teilweise sein Heil wieder in der Anlage in Beteiligungspapieren, also Aktien, sieht, dem sei zu den erwähnten Indexfonds geraten.  Ihre Vielfalt ist unterdessen beeindruckend – wenn nicht gar verwirrend, obwohl es sie kaum länger als zehn Jahre gibt.

Die Kosten einer solchen Fondsanlage fallen um so mehr ins Gewicht, als derzeit grosse Gewinnsprünge völlig ausgeschlossen erscheinen. Wenn da ein Indexfonds vielleicht grad mal ein halbes Prozent an jährlicher Verwaltungsgebühr «schluckt», so ist dies zweifelsohne ein Vorteil gegenüber Fonds mit so genannt aktivem Management. Deren Kosten erreichen munter das Vierfache – und schlucken dann eben nicht selten den ganzen Ertrag. Ein Vorteil von Indexfonds ist auch die leichte Handelbarkeit, sie werden direkt an den Börsen und damit zeitnah ge- und verkauft. Und alle sonstigen Vorteile von Fonds, insbesondere jenen der Diversifikation, also der breiten Anlage, haben sie sowieso.

Wie also vorgehen? Die Auswahl der Bausteine steht zuvorderst, in Frage kommen:
-       Obligationen in CHF
-       Obligationen in Fremdwährungen
-       Schweizer Aktien
-       Europäische Aktien, Weltaktien, Schwellenländer
-       Allenfalls Nachhaltigkeitsaktien
-       Immobilienfonds
-       Gold und allenfalls weitere Rohstoffe

Ist eine sinnvolle Auswahl getroffen, die im einfachsten Falle zu je einem Viertel Indexfonds mit Schweizer Aktien, mit Schweizer Obligationen, mit Aktien der Schwellenländer und mit Gold enthält, so gilt es die Wertentwicklung zu verfolgen. Und in gegebenem Falle ein so genanntes Rebalancing vorzunehmen, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Ist eine Anlage speziell gut gelaufen, so verkaufe man / frau sie zu mindestens einem Teil – und umgekehrt.

Hier noch einige Indexfonds, die gemäss dem erwähnt einfachen Fall in Frage kommen. Aufgepasst: Dabei handelt es sich nur um ein Beispiel zum Vorgehen und nicht um eine konkrete Anlageempfehlung. Denn diese ist erst aufgrund einer ausführlichen Analyse, allenfalls auch einer Beratung möglich.

- Obligationen Schweiz mittlere Laufzeiten – UBS-IS-SBI 3-7 ETF – ISIN-Nr. CH0118923892
- 30 Grösste CH-Aktien – CS ETF on SLI – ISIN CH0031768937
- Aktien Schwellenländer – iShares MSCI Emerging Markets – ISIN IE00B0M63177
- Gold – ZKB Gold ETF – ISIN CH0024391002

Das Portfolio sieht per 11. September 2011 wie folgt aus - und wird auf Vorsorgemedia von Zeit zu Zeit kommentiert: 
 Vergrössern mit Klick auf die Tabelle!

^^^ Startseite

Donnerstag, 6. September 2012

«Enormes Potenzial erkennen!»

Der weltweite Photovoltaikmarkt ist im ersten Halbjahr 2012 enorm gewachsen. 13 Gigawatt, so eine aktuelle Studie von IMS Research, wurden installiert - mehr als je zuvor. Rund 31 Gigawatt werden es voraussichtlich bis Ende des Jahres sein. Und doch serbelt die Modulbranche - eine Analyse von Andrew Murphy, Murphy&Spitz, einem Pionierunternehmen der nachhaltigen Geldanlage. 




 

Es herrscht Ernüchterung beim Exportweltmeister Deutschland: Die letzten Zahlen des deutschen Branchenprimus Solarworld waren schockierend. Konnte sie im ersten Quartal noch einen operativen Gewinn erarbeiteten, so hat die wirtschaftliche Krise nun auch bei Solarworld zugeschlagen. Man fragt sich, wie es Solarworld und die gesamte Branche bei dem sich kontinuierlich verschärfenden Margendruck schaffen sollen, überhaupt wieder positive Zahlen zu schreiben.

Mittlerweile erwirtschaften durchweg alle Photovoltaik-Produzenten Verluste - seien es chinesische Hersteller wie Yingli, Trina und Yinko oder deutsche wie Centrosolar und Solarworld. Dass Unternehmen wie Solon, Q-Cells oder kürzlich auch suntech durch schwaches Management in Schwierigkeiten geraten, kann als normale Entwicklung in einer Industrie betrachtet werden. So etwas geschieht auch in anderen Wirtschaftszweigen, Schwamm drüber. Die Einzigen jedoch, die in der Solarwirtschaft heute noch Geld verdienen, sind die Banken. Nicht die Sonnenkönige wie Frank Asbeck oder der Selbstständige mit seiner Solaranlage auf dem Dach, nein, die Banken mit ihren horrenden Provisionen reißen tiefe Gräben in die Bilanzen einer Solarworld und Phönix Solar. Die Unternehmen haben jedoch keine Wahl.

Die Anschubfinanzierung für eine neue Industrie, mit der Deutschland selbst erklärter Umwelt- und Exportweltmeister ist, fällt schlichtweg zu schnell. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird kein Geld mehr verdient. Und wo kein Geld mehr verdient werden kann, da setzen sich entweder jene durch, die über einen langen Atem verfügen oder jene, die auf einen strategischen Partner zurückgreifen können wie aktuell die chinesischen Solarfirmen auf den chinesischen Staat. Die Alternative: das Wirtschaften wird eingestellt.

Die bewundernden Blicke deutscher Politiker und DAX-Vorstände auf die weisen strategischen Schritte der chinesischen Staatswirtschaft erblinden beim Anblick der heimischen Solarwirtschaft. China schützt sein Standbein in der Zukunftstechnologie schlechthin, der Photovoltaik, massiv. Kann wie bspw. gerade bei LDK Solar geschehen, ein Solarunternehmen seinem Schuldendienst nicht mehr nachkommen, so springt die öffentliche Hand helfend ein. Die Chancen erkennend hat China mittlerweile über eine Million Arbeitsplätze in der Solarwirtschaft aufgebaut.

Aufhören wird der seit einigen Monaten anhaltende Shitstorm auf die deutsche Photovoltaik erst, wenn auch hierzulande das enorme Potenzial der Solarindustrie erkannt wird und entsprechend strategische Weichen gestellt werden. Schon heute sind die Gestehungskosten von Solarstrom preiswerter als von Strom aus Offshore-Windparks. Und nicht nur das. Die dezentrale Struktur der Photovoltaik macht kontrovers diskutierte Überland-Hochspannungsleitungen teilweise obsolet. Unter Experten ist es längst Konsens, dass sich die Preise für die Speicherung von Energie innerhalb der nächsten fünf Jahre halbieren werden. Warum dann solch hohe monetäre Ressourcen in Überland-Hochspannungsleitungen stecken, wenn wir uns weit kostengünstiger auf die Speichertechnologien konzentrieren können? Ich gehe sogar noch weiter: die massive Subventionierung des Ausbaus der Überlandleitungen kommt einer staatlichen Subventionierung von RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall gleich. Einer Subventionierung alter, verkrusteter Geschäftsmodelle, die sich auf zentrale Energieerzeugung stützen.

Quelle: Murphy&Spitz

^^^ Startseite

Donnerstag, 23. August 2012

Mikrofinanz: Solides Investment

Lohnt sich das Investment in einen Mikrofinanzfonds? Durchaus, wie ein Blick in unsere Fondsdatenbank ECOfondsreporter zeigt. Alle vier in Deutschland für Privatanleger zugänglichen Mikrofinanzfonds haben auf Sicht von einem Jahr an Wert gewonnen (Stichtag: 31. Juli 2012). Ebenso über die letzten drei Jahre hinweg. Nur zwei Fonds sind schon mindestens fünf Jahre auf dem Markt. Sie zeigen für diesen Zeitraum eine sehr gute Bilanz. 

Mikrofinanzfonds stellen Mikrofinanzinstituten (MFI) in armen Weltregionen Mittel für die Vergabe von Kleinkrediten zur Verfügung. Solche Mikrokredite eröffnen mittellosen Menschen den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz. Schon mit geringen Summen können Menschen in armen Regionen ein Kleinunternehmen aufbauen, etwa eine Töpferin in einen Brennofen investieren oder ein Instrumentenbauer in das erforderliche Werkzeug. Mikrokreditnehmer haben in der Regel keinen Zugang zu einer Bank und wenn doch, können sie für deren Kredite nicht die verlangten Sicherheiten vorlegen. Auch lohnt es sich für herkömmliche Banken nicht, Kleinkredite zu vergeben. Mikrofinanzinstitute sind da die einzige Chance, an Kapital für ein Geschäftsmodell zu kommen. Der Vorteil gegenüber Mitteln aus der Entwicklungshilfe: Mikrokreditgeber behandeln Kreditnehmer als Geschäftspartner, also auf Augenhöhe. Die Kunden können sich aus eigener Kraft aus der Armut befreien.

Der Dual Return Fund - Vision Microfinance der Absolute Portfolio Management GmbH aus Wien
hat über die letzten fünf Jahre hinweg knapp 20 Prozent an Wert gewonnen. Er ist seit April 2006 auf dem Markt und vergibt Darlehen an MFI in Lateinamerika, Zentral- und Osteuropa, Asien und Afrika. Im Frühjahr 2011 hat Absolute Portfolio Management (APM) in Zusammenarbeit mit dem Emissionshaus Oaklet zwei AIV Vision Microfinance Zertifikate lanciert, die in Deutschland und Österreich zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Über diese Zertifikate können sich Anleger an der Wertentwicklung der beiden Mikrofinanzfonds Vision Microfinance und Vision Microfinance Local Currency beteiligen. Das investierte Kapital wird laut APM zu annähernd 100 Prozent in die beiden Fonds investiert. Die Mindestanlagesumme für das AIV Vision Microfinance Zertifikat (ISIN XS0554544428) und das AIV Vision Microfinance Local Currency Zertifikat (ISIN XS0554549575) beträgt 1.000 Euro. Beide Zertifikate sind an der Luxemburger (Euro MTF Markt) und der Frankfurter Börse (Scoach) gelistet und stellen tägliche Preise.

Auch der der responsAbility Global Microfinance Fund der responsAbility Social Investments AG aus Zürich darf in Deutschland noch nicht offen vermarktet werden. Deutsche Anleger müssen auf ein eng verwandtes Produkt des Anbieters ausweichen, den responsAbility in Partnerschaft mit der Sparkasse Düsseldorf und der Bank im Bistum Essen vertreibt: der responsAbility Mikrofinanz Fonds (ISIN LU0302153209). Wie beim Original liegt bei diesem Fonds das Mindestinvestment bei 1.000 Euro, die Verwaltungsgebühr beträgt 2 Prozent. Über fünf Jahre hinweg hat er seinen Wert auf Eurobasis um 18,4 Prozent gesteigert. Der responsAbility Global Microfinance Fund wurde im November 2003 gestartet. Er vergibt Mittel vor allem an Mikrofinanzinstitute, aber auch an Fair Trade Kooperativen. Der Fonds ist laut responsAbility in 59 Ländern aktiv, derzeit am stärksten in Peru und Kambodscha. Dort wurden neun bzw. sieben Prozent des Fondsvolumens von aktuell rund 565 Millionen US-Dollar investiert.

Mit ihrer guten Wertentwicklung seit Ende Juli 2007 übertrumpfen diese beiden Mikrofinanzfonds die beiden nachhaltigen Geldmarktfonds auf dem Markt. Der Superior 5 - Ethik Geld gewann über die letzten fünf Jahre hinweg 13,8 Prozent dazu, der Espa Vinis Cash 11,1 Prozent. Von den 24 nachhaltigen Rentenfonds, die seit mindestens fünf Jahren am Markt sind, haben in diesem Zeitraum nur neun Fonds besser abgeschnitten als diese beiden Mikrofinanzfonds. Dies ist umso bemerkenswerter angesichts der Tatsache, dass die weltweite Finanzkrise nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 mit Verzögerung auch negative Auswirkungen auf die Mikrofinanzbranche hatte.

Zwar war und ist die Ausfallquote bei Mikrokrediten äußerst gering. Mikrokreditnehmer zahlen ihre Kredite mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent zurück. Schließlich handelt es sich für sie um eine meist einmalige Chance, sich aus der Armut herauszuarbeiten. Sie bereiten daher ihre Unternehmensgründung sehr gründlich vor und unternehmen dann alles, um die Zinsen zu tilgen und die Rückzahlung des Darlehens pünktlich zu leisten. Aber die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise, etwa eine sinkende Nachfrage von Produkten aus Schwellen- und Entwicklungsländer aus den industrialisierten Staaten, die bis in deren ärmste Regionen nachhallte, führten dazu, dass viele potentiellen Mikrokreditnehmer ihre Projekte verschoben. Denn zu groß wurde Risiko, mit dem über einen Mikrokredit finanzierten Kleinunternehmen Schiffbruch zu erleiden. Das wiederum führte dazu, dass die Mikrofinanzinstitute vor Ort weniger Mittel von Mikrofinanzfonds benötigten, um Darlehen zu refinanzieren. Die Fonds bauten hohe Barreserven aus, was zum einen wenig Rendite brachte, zum anderen dazu führte, dass Fonds für Neuzeichnungen vorübergehend geschlossen wurden, eben weil sie kaum Mittel sinnvoll in Mikrodarlehen umwandeln konnten.

Seit 2011 hat sich der weltweite Mikrokreditmarkt wieder entspannt. Aber die beschriebenen Auswirkungen minderten die Rendite der Mikrofinanzfonds mit Sicht auf drei Jahre. In diesem Zeitraum hat der Dual Return - Vision Microfinance Fund 8,96 Prozent zugelegt, der responsAbility Global Microfinance 7,36 Prozent. Sie übertrafen damit die nachhaltigen Geldmarktfonds Espa Vinis Cash (7,1 Prozent) und Dexia Money Market Euro Sustainable (2,8 Prozent). Doch der Superior 5 - Ethik Geld hat in diesem Zeitraum über zwölf Prozent zugelegt. Er hat damit auch den im Oktober 2008 von Wallberg Invest aus Luxemburg lancierten Wallberg Global Microfinance (ISIN LU0375612230) geschlagen. Dieser Mikrofinanzfonds liegt über drei Jahre 6,36 Prozent im Plus. Anleger können sich ab 1.000 Euro beteiligen, die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,5 Prozent.

Der Triodos SICAV – Triodos Microfinance Fund
(LU0402511389) der niederländischen Nachhaltigkeitsbank Triodos wurde im März 2009 gestartet und kann bei deren Deutschlandniederlassung in Frankfurt gezeichnet werden. Der jährlichen Verwaltungsgebühr in Höhe von 1,75 Prozent steht eine sehr gute Wertentwicklung entgegen. Seit seinem Start hat er sich besser entwickelt als die übrigen für deutsche Privatanleger zugänglichen Mikrofinanzfonds. Über drei Jahre hinweg liegt er 15,8 Prozent im Plus. Selbst bei den nachhaltigen Rentenfonds würde er damit auf Rang 12 rangieren und 23 Produkte hinter sich lassen.

In den letzten zwölf Monaten hat der Mikrofinanzfonds von Triodos einen Wertzuwachs von 10,9 Prozent erreicht. Dahinter rangieren der Dual Return - Vision Microfinance Fund    mit 4,27 Prozent und der Wallberg Global Microfinance 3,54 Prozent knapp vor dem responsAbility Global Microfinance Fund mit 3,33 Prozent. Die nachhaltigen Geldmarktfonds haben auf Jahressicht zwischen 1,1 und 2,6 Prozent an Wert gewonnen. Innerhalb der nachhaltigen Rentenfonds würden die vier Mikrofinanzfonds auf Jahressicht im Mittelfeld rangieren. 15 nachhaltige Rentenfonds haben in diesem Zeitraum eine bessere Wertentwicklung als der Triodos-Fonds, 15 weitere Fonds wiederum haben sich schlechter entwickelt als der responsAbility Global Microfinance Fund mit seinen 3,33 Prozent.

Quelle: www.ecoreporter.de

^^^ Seitenbeginn Homepage Vorsorgemedia

Montag, 16. Juli 2012

Längst nicht immer nachhaltig

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat ihre aktuelle Transparenz-Rangliste der 105 größten börsennotierten multinationalen Unternehmen veröffentlicht. Dabei konnten diese eine Punktzahl von 10 als maximalen Wert erreichen. Mit der norwegischen Statoil erreichte aber nur ein einziger Konzern die Marke von 8 Punkten. Aber viele Unternehmen, deren Wertpapiere die Statoil-Aktie in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten sind, haben nicht einmal die Hälfte der möglichen Punktzahl erreicht, so ein Bericht des Finanz-Nachhaltigkeits-Portals ecoreporter.de.

Die Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen der Unternehmen. Transparenz wird dabei als wichtige Voraussetzung einer erfolgreichen Antikorruptionspolitik von Unternehmen angesehen. Bewertet hat Transparency International zum einen, inwiefern die Firmen Angaben veröffentlichen zu ihren Antikorruptions-Programmen, zum anderen zu ihren Töchtern, dem prozentualen Besitz daran und dem Land der Registrierung dieser Töchter und auch Angaben zu Umsatz, Investitionen, Vorsteuerergebnis, Einkommenssteuer und Ausgaben für soziale Belange in den Ländern, in denen sie tätig sind.

Gering ist laut der Untersuchung im Durchschnitt vor allem die Transparenz über Gewinne und Steuerzahlungen in den Ländern, in denen die 105  Konzerne Geschäfte betreiben; dies sind laut Transparency International oft die ärmsten Länder mit fragwürdigen Regierungsstrukturen. Unbefriedigend ist bei den meisten multinationalen Unternehmen die Berichterstattung über ihre Antikorruptionsprogramme. Über die Hälfte der Unternehmen veröffentlicht nicht, ob und wie viel Zahlungen sie an Parteien und Politiker leisten. Nur 45 der 105 Unternehmen berichten vollständig über ihre Tochterunternehmen.

Laut dem Ranking erweist sich der Finanzsektor vor allem bei der Berichterstattung über die Geschäftsaktivitäten in einzelnen Ländern als besonders intransparent. Insgesamt schneiden die 24 multinationalen Banken und Versicherungen mit einem durchschnittlichen Punktwert von 4,2 schwach ab. Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende Transparency International Deutschland: „Die Studie belegt erneut, dass wir mehr Regulierung und verbindliche Berichtsstandards für den Finanzsektor brauchen. Banken sollten ihre Beteiligungsstrukturen und nationalen Finanzkennzahlen vollständig offenlegen. Man kann nicht Steuergelder zur Rettung kassieren und sich gleichzeitig weigern, öffentlich zu dokumentieren, dass man ordentlich seine Steuern zahlt.“

Bei anderen Sektoren sind die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Besonders groß ist der Abstand vom besten zum schlechtesten Unternehmen im Bereich der Rohstoffindustrie. Rohstoffunternehmen wie PetroChina und Gazprom rangieren weit in der unteren Hälfte der Rangliste, während Rio Tinto und BHP Billiton wie auch die erstplatzierte Statoil an der Spitze der Transparenz-Rangliste stehen. Die Aktie des norwegischen Ölkonzerns ist in vielen nachhaltigen Aktienfonds enthalten. Transparency International lobt dessen Informationen über Anti-Korruptionsprogramme und über dessen Tochtergesellschaften, deren Gewinne und Steuerzahlungen. Keine Rolle spielten ökologische Aspekte bei der Bewertung durch die Antikorruptionsorganisation.

Weit hinten liegen zwei asiatische Autobauer, in die Nachhaltigkeitsfonds aufgrund ihrer Produktion umweltschonender Fahrzeuge häufig investieren: Toyota erreichte lediglich 2,8 Punkte und damit nur den Platz 97. Honda Motor rangiert mit 1,9 Punkten gar auf dem drittletzten von 105 Plätzen. Nur zwei chinesische Finanzinstitute, die Bank of Communications und die Bank of China, wurden als noch intransparenter eingestuft.

Alles andere als rühmlich fällt die Transparenz der großen IT- und Internet-Riesen aus den USA aus. Auch hier hat Transparency International großen Nachholbedarf festgestellt, obwohl die Aktien von Google, Apple und Microsoft bei sehr vielen Nachhaltigkeitsfonds zu den Top-Positionen zählen. Apple und Microsoft erreichten nur 3,2 bzw. 3,4 von 10 Punkten und damit die Plätze 91 und 85. Noch  schlechter schnitten Amazon mit 2,4 Punkten auf Rang 99 und Google mit 2,9 Punkten auf Rang 95 ab.

Quelle: ecoreporter.de

^^^

Freitag, 29. Juni 2012

Das nahe Ende von New Value

Eine verheerende Bilanz für das Geschäftsjahr 2011/2012 hat die New Value AG aus Baar im schweizerischen Kanton Zug vorgelegt. Demnach schmolz der Substanzwert des Portfolios (Net Asset Value, kurz NAV) der auf Cleantech-Unternehmen spezialisierten Beteiligungsgesellschaft von 52,6 Millionen im Vorjahr auf 15,2 Millionen Euro ein. 

Das entspricht einem Rückgang von 71 Prozent. Entsprechend brach der NAV je Aktie von 17,48 auf 4,91 Euro ein. Damit rutschte die New Value AG tief in die Verlustzone. Nach umgerechnet 8,3 Millionen Euro Verlust im Vorjahr wies das Unternehmen zum Bilanzstichtag 31. März 2012 nun 36,7 Millionen Euro Verlust aus. Der Verlust je Aktie stieg entsprechend auf 11,61 Euro.

Dieses „schlimmsten Jahr in der Geschichte der New Value AG“, wie die Unternehmensführung es selbst nannte, sei auf die unsicheren Transaktionen des ehemaligen Verwaltungsratschefs Rolf Wägli zurückzuführen gewesen, hieß es. Diese soll er ohne Wissen seiner Vorstandskollegen getätigt haben. Im Nachgang dazu hatte New Value Abschreibungen in Millionenhöhe bekannt gegeben. Ende März 2012 war der New-Value-Gründer  zurückgetreten, nachdem das Unternehmen eine Klage gegen ihn angestrengt hatte.

An die Schweizer Börse Swiss Exchange (SIX) aus Zürich muss die New Value AG wegen besagter Transaktionen umgerechnet knapp 21.000 Euro Strafe zahlen. Die Börse hatte im Zuge der Affäre um Rolf Wägli selbst eine Untersuchung wegen fehlerhafter Bilanzführung durchführen lassen und mehrere teils schwerwiegende Fehler im Jahresabschluss 2010/2011 und im Halbjahresabschluss 2011 festgestellt.

In den Handel der SIX startete die Aktie der New Value AG am Freitag mit 3,50 Schweizer Franken (2,91 Euro). Damit lag sie 14,6 Prozent unter ihrem Wert von vor einem Monat. Im Vergleich zu ihrem Kurs vor einem Jahr verbilligte sich die Aktie um 70 Prozent.  

Quelle: ecoreporter.de

^^^