oekom
research und die Deutsche Performancemessungs-Gesellschaft für
Wertpapierportfolios (DPG) veröffentlichen die Ergebnisse einer
vergleichenden Analyse internationaler Aktien.
Um
mehr als 15 Prozent lag die Rendite der von oekom research unter
Nachhaltigkeitsaspekten positiv bewerteten Unternehmen im Zeitraum
31.12.2004 bis 31.12.2011 über der des Aktienindex MSCI World®.
Gleichzeitig weisen diese Unternehmen ein leicht geringeres Risiko auf
als die konventionelle Benchmark.
Immer wieder kämpfen
die nachhaltigen Kapitalanlagen, bei denen die soziale und ökologische
Leistungsfähigkeit der Emittenten in die Anlageentscheidung einbezogen
wird, mit dem Vorurteil, dass der Anleger auf Rendite verzichten muss.
Hintergrund hierfür ist die Überlegung, dass der Einsatz von
Ausschlusskriterien und Best-in-Class-Ansatz, bei dem ausschließlich in
die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche investiert wird, zu einer
Verkleinerung des investierbaren Universums und damit nach gängigen
Portfoliotheorien zu Nachteilen bei Rendite und Risiko führt.
Nachhaltige Investoren sind dagegen davon überzeugt, dass die
Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher sind, die sozial und ökologisch
verantwortlich handeln, die beispielsweise auf Energie- und
Ressourceneffizienz setzen, ihre Mitarbeiter und Zulieferer fair
behandeln und den Grundsätzen guter Corporate Governance folgen. Ziel
der von oekom research und DPG gemeinsam durchgeführten Studie war es,
diese Plausibilitätsüberlegungen statistisch zu überprüfen. Dazu wurde
ein Portfolio aus von oekom research unter Nachhaltigkeitskriterien
positiv bewerteten Großunternehmen, („oekom Prime Portfolio Large Caps“)
mit dem MSCI World Total Return Index® verglichen.
Im Zeitraum
vom 31.12.2004 bis 31.12.2011, also über sieben Jahre, erreichte das
nach Marktkapitalisierung gewichtete oekom Prime Portfolio Large Caps
eine kumulierte Rendite von 30,90 Prozent. Der MSCI World® kam im
gleichen Zeitraum auf eine kumulierte Rendite von 26,80 Prozent. „Das
oekom Prime Portfolio Large Caps erzielte damit im Betrachtungszeitraum
eine um 4,1 Prozentpunkte oder 15,30 Prozent bessere Rendite,“ so Hans
G. Pieper, Geschäftsführer der DPG. „Bei Gleichgewichtung der Titel im
oekom Prime Portfolio Large Caps lag die kumulierte Rendite sogar bei
62,84 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei der
konventionellen Benchmark.“
Die beste Performance zeigten im
Zeitraum 31.12.2004 bis 31.12.2011 die Titel des oekom Prime Portfolios
Large Caps aus der Region Asia-Pacific. Sie kamen bei
marktkapitalisierungsgewichteter Betrachtung auf eine jährliche Rendite
von 6,39 Prozent und schnitten damit deutlich besser ab als der
Vergleichsindex mit 4,86 Prozent p.a. Auch in Deutschland lag die
jährliche Rendite im Beobachtungszeitraum mit 5,36 Prozent über der der
entsprechenden Benchmark (4,26 Prozent). In Europa erreichte das oekom
Prime Portfolio Large Caps mit 2,89 Prozent die gleiche jährliche
Rendite wie der entsprechende MSCI Index®.
„Das Ergebnis der
Studie bestätigt unsere Hypothese, dass die Nachhaltigkeitsperformance
ein guter Indikator für die gesamte Leistungskraft von Unternehmen
darstellt und dass Investoren gut beraten sind, diesen Indikator in ihre
Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen,“ stellt Robert Haßler, CEO von
oekom research, fest. Und weiter: „Die bessere Performance wurde dabei
nicht durch ein höheres Risiko erkauft, im Gegenteil: Das jährliche
Risiko lag beim oekom Prime Portfolio Large Caps sogar etwas niedriger
als beim MSCI World Index®.“ Das oekom Prime Portfolio Large Caps
erreichte beim jährlichen Risiko einen Wert von 18,92 Prozent gegenüber
19,08 Prozent beim MSCI World®.
Basis der Analyse war ein
Portfolio aus von oekom research mit dem oekom Prime Status
ausgezeichneten Großunternehmen. Der Prime Status wird an Unternehmen
verliehen, die den von oekom research branchenspezifisch definierten
Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement genügen. Das oekom Prime
Portfolio Large Caps umfasste per 31.12.2011 300 Unternehmen aus mehr
als 25 Staaten.
Quelle: oekom research (dort kann Studie heruntergeladen werden)
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Die Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen der Unternehmen. Transparenz wird dabei als wichtige Voraussetzung einer erfolgreichen Antikorruptionspolitik von Unternehmen angesehen. Bewertet hat Transparency International zum einen, inwiefern die Firmen Angaben veröffentlichen zu ihren Antikorruptions-Programmen, zum anderen zu ihren Töchtern, dem prozentualen Besitz daran und dem Land der Registrierung dieser Töchter und auch Angaben zu Umsatz, Investitionen, Vorsteuerergebnis, Einkommenssteuer und Ausgaben für soziale Belange in den Ländern, in denen sie tätig sind.
Gering ist laut der Untersuchung im Durchschnitt vor allem die Transparenz über Gewinne und Steuerzahlungen in den Ländern, in denen die 105 Konzerne Geschäfte betreiben; dies sind laut Transparency International oft die ärmsten Länder mit fragwürdigen Regierungsstrukturen. Unbefriedigend ist bei den meisten multinationalen Unternehmen die Berichterstattung über ihre Antikorruptionsprogramme. Über die Hälfte der Unternehmen veröffentlicht nicht, ob und wie viel Zahlungen sie an Parteien und Politiker leisten. Nur 45 der 105 Unternehmen berichten vollständig über ihre Tochterunternehmen.
Laut dem Ranking erweist sich der Finanzsektor vor allem bei der Berichterstattung über die Geschäftsaktivitäten in einzelnen Ländern als besonders intransparent. Insgesamt schneiden die 24 multinationalen Banken und Versicherungen mit einem durchschnittlichen Punktwert von 4,2 schwach ab. Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende Transparency International Deutschland: „Die Studie belegt erneut, dass wir mehr Regulierung und verbindliche Berichtsstandards für den Finanzsektor brauchen. Banken sollten ihre Beteiligungsstrukturen und nationalen Finanzkennzahlen vollständig offenlegen. Man kann nicht Steuergelder zur Rettung kassieren und sich gleichzeitig weigern, öffentlich zu dokumentieren, dass man ordentlich seine Steuern zahlt.“
Bei anderen Sektoren sind die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Besonders groß ist der Abstand vom besten zum schlechtesten Unternehmen im Bereich der Rohstoffindustrie. Rohstoffunternehmen wie PetroChina und Gazprom rangieren weit in der unteren Hälfte der Rangliste, während Rio Tinto und BHP Billiton wie auch die erstplatzierte Statoil an der Spitze der Transparenz-Rangliste stehen. Die Aktie des norwegischen Ölkonzerns ist in vielen nachhaltigen Aktienfonds enthalten. Transparency International lobt dessen Informationen über Anti-Korruptionsprogramme und über dessen Tochtergesellschaften, deren Gewinne und Steuerzahlungen. Keine Rolle spielten ökologische Aspekte bei der Bewertung durch die Antikorruptionsorganisation.
Weit hinten liegen zwei asiatische Autobauer, in die Nachhaltigkeitsfonds aufgrund ihrer Produktion umweltschonender Fahrzeuge häufig investieren: Toyota erreichte lediglich 2,8 Punkte und damit nur den Platz 97. Honda Motor rangiert mit 1,9 Punkten gar auf dem drittletzten von 105 Plätzen. Nur zwei chinesische Finanzinstitute, die Bank of Communications und die Bank of China, wurden als noch intransparenter eingestuft.
Alles andere als rühmlich fällt die Transparenz der großen IT- und Internet-Riesen aus den USA aus. Auch hier hat Transparency International großen Nachholbedarf festgestellt, obwohl die Aktien von Google, Apple und Microsoft bei sehr vielen Nachhaltigkeitsfonds zu den Top-Positionen zählen. Apple und Microsoft erreichten nur 3,2 bzw. 3,4 von 10 Punkten und damit die Plätze 91 und 85. Noch schlechter schnitten Amazon mit 2,4 Punkten auf Rang 99 und Google mit 2,9 Punkten auf Rang 95 ab.
Quelle: ecoreporter.de
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