Dienstag, 17. April 2012

Hilfe – Anlagenotstand!

Die Ratlosigkeit ist derzeit gross, wie man denn nun Geld investieren, ein Vermögen aufbauen und Vorsorge betreiben soll. Wer das selbst erledigen will, braucht unter anderem Zeit und Geduld. Ersteres wie bei einem Autokauf, für den häufig mehr Zeit aufgewendet wird als für die an sich viel wichtigere Geldanlage. Und Geduld, weil anders als beim Autokauf Ergebnisse mitunter erst nach langer Zeit sichtbar werden.

Wie gross der Anlagenotstand ist, dokumentierte am Wochenende ein Beitrag der NZZ am Sonntag. Da wurden so exotische Finanzanlagen propagiert wie Risiken der Versicherungsindustrie (Cat Bonds) sowie Hedge-Funds (nachdem diese zugegebenermassen als grosse Verlierer der Finanzkrise gelten, in der einfacheren Art noch die Anleihen der Schwellenländer und solche privater Unternehmen. Der Anlagenotstand macht offenbar auch vor der Beratergilde nicht halt.
Was sicher richtig ist an der aktuellen Einschätzung der Finanzmärkte: Reine Geldwerte unterliegen künftig eher wieder einem Inflationsrisiko – denn hohe Schuldenberge wurden in der Geschichte noch meist weginflationiert. Nicht zuletzt die US-Schulden im Ausland, die durch die Dollarabwertung in den letzten Jahrzehnten ein x-faches an Wert eingebüsst haben. Für CH-AnlegerInnen folgt daraus als allererstes: Eine Geldanlage in fremder Währung gilt als eines der allergrössten Risiken überhaupt – denn zu möglichen Kursschwankungen gesellt sich das zusätzliche Risiko einer Abwertung. Womit viele der oben erwähnten und von der NZZ propagierten alternativen Anlagen obsolet sind. Im Vertrauen auf die finanzielle Stabilität der Schweiz ist die Anlage in Franken-Geldwerten demgegenüber immer noch eine valable Variante. Denn das Schweizer Finanzsystem scheint vergleichsweise wetterfest gegenüber inflationären Stürmen.

Ebenso richtig ist aber die Einschätzung, dass Sachwerte vor Inflation schützen und sich langfristig selbst nach Einbrüchen stets wieder erholen – mit Ausnahme der Firmenbeteiligung, die sich wegen einer Firmenpleite als wertlos erweist. Also rücken Aktien hiesiger Unternehmen wieder in den Fokus des Anlegerinteresses, mit Vorliebe solcher kleinerer und mittlerer Unternehmen, die nicht wie die Schwergewichte Novartis oder Nestlé ihr Potenzial zumindest weitgehend ausgereizt haben. Und klar: Anlagen in solche Firmen immer in einer genügend grossen Zahl oder eben vorzugsweise in Fonds. Daneben sind auch Rohstoffanlagen eine Variante, für weniger kundige AnlegerInnen auf jeden Fall nur die vier Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium – die alle in Form real hinterlegter ETF zu haben sind.
Aus ethischer wie auch aus anlagestrategischer Sicht kommen Rohstoffe des Lebensmittelsektors für eine Anlage nicht in Frage. Und mit einem (kleinen) Fuss im Ausland sind Aktienmärkte der Schwellenländer eine Empfehlung, denn es scheint klar, wo in Zukunft Wachstum in grösserem Stil überhaupt noch möglich ist – und Wachstum heisst eben immer auch steigende Unternehmenswerte.

Noch ein Wort zu den Fonds: So genannte Indexfonds oder auch Exchange Traded Funds (ETF) gelten allgemein als die sinnvollere Anlagevariante und sind heutzutage fast für alle Anlagebereich erhältlich. Ihre vielen Vorteile und gewisse Nachteile sind andernorts verzeichnet und es wird auf sie zurück zu kommen sein (siehe auch Vorsorgemedia vom 1. November 2010). Und so kann eine Strategie aussehen – mit gestaffelter Anlage (zeitlich und Bereiche):
  • Aktien
  • Aktienfonds Inland – Klein – und Mittelbetriebe, zb Vontobel, Swisscanto; auch ETF
  • Aktienfonds Schwellenländer – zb Carmignac
  • Aktienfonds Welt (ETF)
  • Obligationen
  • Rohstoffe wie Gold, Silber
  • Erwerb von selbst genutztem Immobilien-Eigentum (wohl der aktuell risikoreichste, da teuerste Bereich für einen Einstieg)
  • aktuell durchaus genügend Bargeld zu freier Verfügung trotz niedriger Zinssätze
  • Sparkonten und Kassenobligationen bei Banken mit weit gehendem EinlegerInnenschutz oder jeweils nur bis 100'000 CHF
  • Weiterführen oder neu beginnen mit Sparen Säule 3a oder wo möglich steuerfreie Einzahlung in die 2. Säule
  • Spezielle Direktanlagen gemäss eigenen Prioritäten
  • Mikrofinanzanlagen bei Oikocredit, Responsability o.ä.
  • Solaranlagenbeteiligungen, zb ADEV
  • Ökokredite an ABS

Unter der nach wie vor zahlreichen Fachliteratur ragen in Bezug auf eine kritische wie ebenso verständliche Darstellung die folgenden heraus:
  • Dirk Müller: «Crashkurs – Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance» Wie Sie das Beste aus Ihrem Geld machen (Knaur Verlag 2010)
  • Max Otte: «Investieren statt Sparen» Wie man mit Aktien ein Vermögen aufbaut (Ullstein Verlag 2009)
  • Daneben sei der zweimonatlich erscheinende Ratgeber K-Geld empfohlen (K-Tipp-Verlag) – mit regelmässig publizierten Zahlenreihen zu Zinserträgen, Hypozinsen und den besten Fonds je Anlagebereich.
© Solarmedia

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Dienstag, 10. April 2012

Rentenalter 65 bleibt möglich

Die Frage nach dem verkraftbaren Rentenalter wird die Schweiz in den nächsten Jahren beschäftigen. Der abtretende Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung, Yves Rossier, ist der Ansicht, dass das Alter 65 weiterhin möglich ist.

Je nach Art der Massnahmen könnte das Rentenalter in der Schweiz bei 65 Jahren bleiben. Dieser Auffassung ist der abtretende Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV) Yves Rossier. «Unser Sozialsystem ist kerngesund.» In einem am Dienstag veröffentlichten Interview im «Tages- Anzeiger» und im «Bund» räumt Rossier ein, dass es für die Beibehaltung des Rentenalters 65 zusätzliche Einnahmen bräuchte. Dafür gebe es nur drei zuverlässige Quellen: Lohnbeiträge, Konsumsteuern und die Bundeskasse. «Alle anderen Quellen sind eher Kuriositäten, so etwa die Casino-Steuer.»

AHV-Schreckensszenarien haben ihren Ursprung laut Rossier im Umstand, das «wir nicht wissen, wie es in 20 Jahren sein wird». Aber: «Es gibt keinen Grund, Angst zu haben.» Die Zukunft sei zwar immer noch unsicher, «doch unser Sozialsystem ist kerngesund». Es gebe kein anderes OECD-Land, in dem die Sozialversicherungen so gut dastünden. Wohl zeichneten sich für das nächste Jahrzehnt auch in der Schweiz Probleme ab, sagte Rossier. «Aber die Griechen, Engländer, Iren oder Spanier haben bereits heute ein Problem und kürzen die Leistungen zum Teil massiv.» In der Schweiz würden die Massnahmen jedoch weder auf der Leistungs- noch auf der Einnahmenseite so drastisch sein.

Zur zweiten Säule sagte Rossier, früher habe es zwar eine Periode gegeben, in welcher der Umwandlungssatz bei 7,2 Prozent lag und es 4 Prozent Zins gab. «Aber wir hatten 5 bis 7 Prozent Inflation.» Heute gebe es zwar nur noch 1,7 Prozent Zins, aber die Inflation liege unter 1 Prozent. «Also sind die Erträge heute höher als in den goldenen Zeiten.» Auf die Frage, ob die künftigen Rentner nur mit einem Teilzeitjob über die Runden kommen würden, sagte Rossier, das hänge von den Erwartungen an den Lebensstandard ab. Er finde es richtig, wenn man auch mit 65 noch etwas arbeite, wenn man dazu in der Lage sei.

Schon heute arbeite rund ein Drittel der 65- bis 70-Jährigen. «Niemand tut das, weil er sonst verhungern würde, sondern um sich einen bestimmten Lebensstandard zu leisten.» Gleichzeitig sei das ein Segen für den Sozialstaat, weil diese Leute auch weiterhin Sozialbeiträge zahlten. Zum flexiblen Rentenalter sagte Rossier, dass das BSV verschiedene Modelle ausgearbeitet habe. Am schwierigsten sei die Differenzierung nach Berufsgruppen, weil die Abgrenzung heikel sei. «Bisher fehlt jedoch der Konsens, dass man bei der AHV überhaupt etwas machen muss.» Rossier ist seit 2004 BSV-Direktor. Am 1. Mai wird er Staatssekretär im Departement für auswärtige Angelegenheiten. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt.

Quelle: SDA

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Samstag, 31. März 2012

Nachhaltige Anleihen

Haben Anleihen nachhaltiger Unternehmen ein geringeres Kreditrisiko als nicht-nachhaltige? Die Nachhaltigkeitsanalysten der Bank Sarasin & Cie AG gehen in ihrem Faktenpapier "Sustainability Spotlight" zum Thema nachhaltige Unternehmensanleihen dieser Frage nach. Eine einfache Vergleichsberechnung der Bank kommt zum Schluss, dass die Risikoprämien von nachhaltigen Emittenten während der Finanzkrise deutlich tiefer zeichneten.

Im Gegensatz zu Aktien steht bei Investitionen in Anleihen mehr die Risikoperspektive als die Rendite im Vordergrund. Doch gibt es hierzu nur wenige statistische Analysen; keine gibt es bis anhin für den Nachhaltigkeitsansatz der Bank Sarasin. Jetzt wurde ein erster Schritt unternommen und eine einfache Analyse der Risikoprämien von Unternehmensanleihen aus dem Universum der von der Bank Sarasin bewerteten Unternehmen zwischen Januar 2006 und September 2011 durchgeführt. Dabei zeigte sich folgendes Muster: In der Finanzkrise haben sich die Credit Default Swaps (CDS, Kreditausfallversicherungen) der nachhaltigen Unternehmen besser halten können. Dieser Risikoprämienvorteil blieb in den meisten Wirtschaftssektoren bis 2011 bestehen; die nachhaltigen Unternehmen profitierten von geringeren Risikoprämien.

Mit einer einfachen Vergleichsberechnung kann nicht sicher beantwortet werden, ob die Prämiendifferenzen auf Nachhaltigkeitsaspekte oder auf andere, rein finanzielle Faktoren zurückzuführen sind. Sie bestätigt aber dennoch das Ergebnis der bisherigen wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen mit Finanzmodellen, welche die Risikoprämien aus mehreren Faktoren erklären: Diese Analysen deuten mehrheitlich darauf hin, dass die Nachhaltigkeitsanalyse Anlegern in Unternehmensanleihen eine Reduktion von Verlustrisiken ermöglicht. Es sind zum Thema aber sicherlich noch weitergehende Untersuchungen erforderlich, um die bisherigen, eher spärlichen Ergebnisse zu erhärten.

Das Faktenpapier "Nachhaltigkeit reduziert Risiken von Unternehmensanleihen"
(Autor: Dr. Eckhard Plinke) ist in deutscher und englischer Sprache gratis erhältlich bei: media@sarasin.ch

Quelle: Bank Sarasin

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Sonntag, 18. März 2012

Eben doch Aktien

Der Spiegel bringt es auf den Punkt - Oldtimer, Bordeaux, Briefmarken: Aus Angst vor Inflation scheint keine Geldanlage zu exotisch, auch Immobilien sind derzeit sehr gefragt. Doch bei vielen Sachwerten entstehen neue Spekulationsblasen, sagen Experten. Den besten Schutz könnte am Ende die gute, alte Aktie bieten.

Reale Werte sind im Moment sehr beliebt - daran wird Peter Reichel jeden Tag erinnert. Aus den Räumen der Privatbank Berenberg schaut er über die Alster auf den feinen Hamburger Stadtteil Uhlenhorst. Dort sind die Immobilienpreise 2011 nach den jüngsten Zahlen eines Maklers um satte 19,6 Prozent gestiegen. Reichel ist bei Berenberg Chef der privaten Vermögensverwaltung. Seine sehr wohlhabende, konservativ agierende Klientel präferiert sichere Anleihen - deshalb muss sie sich mit weitaus geringeren Renditen zufriedengeben, in der Regel weniger als zwei Prozent. Das reicht nicht einmal, um die Inflation von 2,3 Prozent auszugleichen: Der Vermögenswert wird Stück für Stück aufgezehrt.

Vor Aktien schrecken viele von Reichels Anlegern zurück. Ihnen steckt der jüngste Börsencrash noch in den Knochen. Dabei haben viele private und institutionelle Anleger Cash im Überfluss. "Die Investoren sitzen auf einer hohen Liquidität", beobachtet Reichel, "es kommen enorme Summen rein, die angelegt werden müssen." Nur wie? Im Rentenbereich finde er kaum noch interessante Chancen, meint der Anlage-Stratege und gesteht: "Wir können die Flucht in Sachwerte teilweise nachvollziehen." Gemälde, Oldtimer, Briefmarken, Weine, Diamanten, Gold und natürlich Immobilien - die Furcht vor einer drohenden Inflation, das Misstrauen gegenüber der Krisenwährung Euro und der Wunsch nach Vermögenserhalt treibt Sparer in Anlageklassen, die jahrelang ein Schattendasein führten und von den Profis bisher nur als "Beimischung" im Portfolio genutzt wurden.

Nun stellen sich immer mehr vermögende Anleger einen schicken Ferrari in die Garage oder lagern Tausende Flaschen teuren Bordeaux im Keller, in der Hoffnung, die Luxusgüter später zu höheren Preisen weiterverkaufen zu können. Berenberg hat auf diesen Trend längst reagiert und die Tochtergesellschaft Art Advice gegründet. Erfahrene Experten bieten der reichen Klientel umfängliche Hilfe beim Aufbau einer eigenen Kunstsammlung, sie beraten beim Einkauf edler Weine und kennen sich mit "Classic Cars" aus.

Doch ist das Szenario von einer galoppierenden Inflation tatsächlich realistisch? Sind nicht viele angeblich inflationsfeste Sachwerte wie Immobilien oder Gold ebenfalls längst überbewertet? Drohen hier neue Spekulationsblasen zu platzen? Sicher, der ökonomische Grundsatz, dass zu viel Geld die Inflation treibt, ist nicht aufgehoben. Und spätestens seit der italienische EZB-Präsident Mario Draghi die "Dicke Bertha" herausholte und europäischen Banken rund eine Billion Euro zu extrem günstigen Zinsen bereitstellte, werden auch professionelle Betrachter nervös.

Zwar parke das Geld noch zwischen den Geschäftsbanken und der Europäischen Zentralbank, meint DWS-Chefökonom Johannes Müller. Doch wenn die Liquidität ihren Weg in die reale Wirtschaft zu Unternehmen und Konsumenten fände, dann werde es für die Zentralbanker sehr schwer, diese Summen wieder einzusammeln: "Ich sehe zwar kein Horrorszenario à la Weimar, doch eine Inflationsrate zwischen fünf und sieben Prozent schließe ich für die kommenden Jahre nicht aus." Exogene Schocks wie ein Krieg zwischen Israel und Iran und die in der Folge steigenden Ölpreise könnten ein Auslöser sein.

Ähnliche Sorgen macht sich Johannes Reich, Partner der Frankfurter Privatbank Metzler. Wenn das EZB-Geld von den Geschäftsbanken über Kredite zu den Konsumenten und den Unternehmen gelange, sei die Gefahr erheblich, dass die Inflation anspringe, da die Geldmenge dann schneller wachse als die Produktivität: "Die wichtigste Frage ist, wo die Überschussliquidität hingeht. Wo entsteht die nächste Blase?" Die ist möglicherweise längst da. "Im Immobilienbereich haben wir bereits deutliche Preiserhöhungen gesehen," meint Oliver Schickentanz, Chef-Anlagestratege der Commerzbank. Bestimmt nicht jedes Objekt könne in zwei, drei Jahren zu den Einstandspreisen von heute verkauft werden. Eine paradoxe Situation: Gerade weil Anleger verhindern wollen, dass die Inflation ihr Vermögen verringert, investieren sie möglicherweise in Anlageklassen, in denen noch größere Verluste drohen. Schickentanz rät Anlegern, die sich vor Inflation schützen wollen, deshalb eher zu Anleihen, die in nordeuropäischen Währungen notieren oder auch in australischen oder kanadischen Dollar.

Auch den starken Anstieg des Goldpreises sehen die Geldprofis als Vorboten einer inflationären Entwicklung. "Mit sämtlichen Goldreserven auf der Welt könnte ich ExxonMobile sowie alle Ländereien der USA kaufen," sagt DWS-Aktienstratege Henning Gebhardt und hält diese Entwicklung für "ungesund". Womöglich sollten Anleger, die sich vor inflationären Entwicklungen schützen wollen, ihre Scheu vor dem Aktienmarkt ablegen. Denn auch Aktien zählen zu den Realwerten. Sie bündeln das Produktiv- und Kreativvermögen eines Unternehmens und bieten damit begrenzten Schutz vor Inflation. Gebhardt rät daher zu Titeln aus der Nahrungsmittelindustrie wie etwa Nestlé oder Coca Cola . Diese Konzerne könnten die Preiserhöhungen an ihre Kunden weiterreichen, hätten eine gute Bilanz, ordentliche Wachstumschancen und verkauften ihre Produkte weltweit. Weniger Chancen sieht er für die Autoindustrie, die höhere Preise nicht mal eben auf ihre Kunden abwälzen könne.

Dieser Anlagestil erinnert an Investments des legendären US-Milliardärs Warren Buffett. Kürzlich lästerte der gegenüber dem Wirtschaftssender CNBC über den hohen Goldpreis: "Gold hat wirklich keinen Nutzen. Ich setze lieber auf einen guten Produktionsbetrieb." Buffett sieht sich mit diesem Investmentstil gegen die drohende Inflation gewappnet. Denn dass die Preise wegen des hohen US-Defizits und der laschen Geldpolitik der US-Zentralbank bald kräftig steigen werden, hält der Anlage-Guru und bekennende Zyniker für ausgemacht: "Das ist so, als ob Sie aus einem 50-stöckigen Gebäude springen. Während der ersten 45 Stockwerke verändert sich nicht viel. Aber dann schlägt man brutal auf."

Quelle: Spiegel Online

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Mittwoch, 1. Februar 2012

Nachhaltigkeit von Ländern

Über die Entwicklung der Finanzratings der Staaten im Euroraum, aber auch der USA wurde in den vergangenen Monaten heftig diskutiert. Vor allem nachhaltigkeitsorientierte Investoren sind davon überzeugt, dass die klassischen Finanzratings die Fähigkeit der Staaten, ihren Verpflichtungen aus der Emission von Staatsanleihen nachzukommen, nur unzureichend widerspiegeln.

Die zusätzliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsratings, die die sozialen und ökologischen Verhältnisse in den Staaten bewerten, ermöglicht eine fundiertere Einschätzung der Bonität der Staaten. Im aktuellen Länderrating der Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research scheitern Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ebenso an der oekom Prime Schwelle wie die USA. Die ersten Plätze nehmen Norwegen, Schweden und Dänemark ein, Deutschland landet auf Platz 6.

Insgesamt 51 Staaten sowie die Europäische Union hat oekom research im Hinblick auf deren soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit analysiert. Bewertet wurden unter anderem der Stand der Meinungs- und Pressefreiheit, die Investitionen in Bildung und moderne Infrastruktur sowie der Energiemix und der Umgang mit dem Klimawandel. Norwegen und Schweden konnten ihre Spitzenplätze verteidigen, Dänemark hat sich im Vergleich zum Vorjahr von Rang 9 auf Rang 3 verbessert. Ursache hierfür sind vor allem Verbesserungen im Umweltbereich, beispielsweise beim Klimaschutz und beim Energiemix. Österreich rangiert auf Platz 5 gefolgt von Deutschland auf Platz 6. Ebenso wie diese Länder erreichen auch die Schweiz, Großbritannien und Frankreich den oekom Prime Status, mit dem insgesamt 21 Staaten ausgezeichnet wurden. Er wird an Staaten vergeben, die den strengen von oekom research definierten Mindestanforderungen an eine verantwortungsvolle Gestaltung des politischen und gesellschaftlichen Systems genügen.

Den oekom Prime Status verpasst haben dagegen die südeuropäischen Krisenstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. „Griechenland hat bereits schlechte Bewertungen in unserem Nachhaltigkeitsrating erhalten, als konventionelle Ratingagenturen hier noch Noten im A-Bereich verteilt haben,“ stellt Oliver Rüter, Research Director bei oekom research, fest. „Bei Investoren, die sich in der Vergangenheit am Nachhaltigkeitsrating orientiert haben, liegen heute keine griechischen Staatsanleihen im Depot.“

Die USA landen auf Rang 44. Viele der Hoffnungen, die mit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama verbunden waren, haben sich nicht erfüllt. So verweigern die USA nach wie vor einen konstruktiven Beitrag zum internationalen Klimaschutz und der Verbrauch an Energie und Ressourcen ist unverändert hoch. Die wachsenden Einkommensunterschiede führen zu sozialen Spannungen in der Gesellschaft, wie beispielsweise die Proteste der Occupy-Bewegung an der Wallstreet zeigen.

„Staaten, die in Bildung investieren, die die Erforschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz fördern und ihren Bürgern Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationsmedien verschaffen, legen damit die Grundlagen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes,“ erläutert Oliver Rüter die Aussagekraft des Nachhaltigkeitsratings. Von ebenso hoher Bedeutung sind die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine pluralistische Gesellschaft, in der die Bürger- und Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit umfassend gewährleistet sind und in der alle Bürger den Zugang zu staatlichen Leistungen unabhängig von ihrer Fähigkeit haben, Bestechungsgelder zu zahlen, findet in Krisensituationen andere Mechanismen der Konfliktlösung als Staaten, in denen diese Rechte eingeschränkt sind. Dies alles sind Faktoren, die sich positiv auf Leistungsfähigkeit eines Staates auswirken und damit auf deren Bonität.

Das Länderrating von oekom research umfasst die OECD-Mitglieder sowie die wichtigsten Schwellenländer. Es dient in erster Linie Investoren und Finanzdienstleistern als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Kapitalanlagen. Die Rating-Agentur oekom research führt die Untersuchung jährlich durch und beleuchtet dabei 150 ökologische und soziale Analysekriterien. Ein Ausschnitt aus dem Ranking des Länderratings von oekom research ergibt folgendes Bild:

1 Norwegen
2 Schweden
3 Dänemark
4 Finnland
5 Österreich
6 Deutschland
10 Schweiz
15 Europäische Union
17 Großbritannien
21 Frankreich
27 Italien
36 Brasilien
44 USA
51 Südafrika
52 Indien

Quelle: oekonews.at

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Mittwoch, 11. Januar 2012

Fondsbeteiligung in Fair Trade

responsAbility lanciert den responsAbility Fair Trade Fund, den ersten auf Entwicklungsmöglichkeiten von Kleinbauern in Entwicklungsländern ausgerichteten Anlagefonds. Der in enger Zusammenarbeit mit der Fondsleitung Credit Suisse Funds AG entstandene und in der Schweiz von der FINMA zum öffentlichen Vertrieb zugelassene responsAbility Fair Trade Fund ermöglicht einen einfachen Zugang zu einem breit diversifizierten und professionell verwalteten Portfolio im Agrarsektor. Mit einer Investition eine finanzielle Rendite erzielen und gleichzeitig den fairen Handel fördern sowie das Leben von Kleinbauern in Entwicklungsländern verbessern: Dies ermöglicht der neu lancierte responsAbility Fair Trade Fund.

Ob Bananen, Schokolade oder Kaffee - fair gehandelte Produkte erfreuen sich steigender Beliebtheit. Hinter der Produktion dieser Landwirtschaftsgüter stehen grösstenteils Kleinbauern in Entwicklungsländern. Diese stehen jedoch häufig vor einer Vielzahl von Herausforderungen wie schwindender Nahrungsmittelsicherheit, fehlendem Marktzugang, wenig Verhandlungsmacht, volatilen Rohstoffpreisen und Landflucht. Hinzu kommt, dass Know-how und finanzielle Mittel zur Steigerung von Produktion und Effizienz fehlen.

Fairer Handel schafft Perspektiven für Kleinbauern
Ein seit Jahren erfolgreicher, sehr positiver und marktorientierter Ansatz, um die wirtschaftliche Situation von Kleinbauern zu verbessern, ist Fair Trade. Zentrale Elemente dabei sind ein garantierter Mindestpreis für die Erzeugnisse und eine sogenannte Fair-Trade-Prämie. Der garantierte Mindestpreis sichert den Kleinbauern ein existenzsicherndes Grundeinkommen, schützt sie vor schwankenden Rohstoffpreisen und gibt ihnen Planungssicherheit. Eine zentrale Rolle kommt Kooperativen zu. Sie stellen das Bindeglied zwischen Kleinbauern und Märkten dar und übernehmen viele zentrale Aufgaben wie Finanzierung, Handel, Verarbeitung, Ausbildung und auch die Fair-Trade-Zertifizierung.

Wachstumsmarkt Fair Trade
Die sehr erfreuliche Nachfrageentwicklung - jährliche Wachstumsraten liegen bei 20% - geht jedoch einher mit erhöhtem Finanzierungsbedarf, insbesondere bei Kooperativen. Fehlt dieses zusätzliche Betriebskapital, können Kooperativen und Kleinbauern nicht oder nur in beschränktem Ausmass von den Vorteilen der Fair-Trade-Entwicklung profitieren.

Wachstum ermöglichen - Von Entwicklung profitieren
An diesem Punkt setzt der weltweit einzigartige responsAbility Fair Trade Fund, übriger Fonds für alternative Anlagen mit besonderem Risiko ("responsAbility Fair Trade Fund"), an. Der Fonds stellt Produzenten- und Handelsorganisationen (in der Regel Kooperativen) Betriebskapital, zum Beispiel zur Export- oder Erntevorfinanzierung sowie in geringem Umfang zur Beschaffung von Produktionsmitteln, zur Verfügung. Investiert wird hauptsächlich in durch Kooperativen ausgegebene festverzinsliche Forderungswertpapiere mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr.

Der responsAbility Fair Trade Fund steht mittel- bis langfristig orientierten Anlegern seit dem 21. Dezember 2011 für Zeichnungen offen. Durch die tiefe Korrelation mit anderen Anlagekategorien und stabilen Renditen (historische Werte) eignet sich der Anlagefonds zudem optimal zur Portfoliodiversifikation.

Der als Schweizer Anlagefonds aufgelegte responsAbility Fair Trade Fund ist der weltweit erste Anlagefonds, der einem breiten Anlegerpublikum einen einfachen und professionellen Zugang zu Fair-Trade-Investitionen ermöglicht. Dies konnte nur dank der intensiven Zusammenarbeit und dem ausserordentlichen Engagement der Spezialisten aller involvierten Parteien realisiert werden - neben responsAbility Social Investments AG («responsAbility») insbesondere auch die Credit Suisse Funds AG und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA.

Seit der Gründung vor zehn Jahren spezialisiert sich responsAbility auf Anlagelösungen mit Entwicklungsrelevanz. Unsere Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern tragen zur positiven gesellschaftlichen Entwicklung bei und streben gleichzeitig langfristigen Anlageerfolg an. responsAbility verfügt im Bereich Fair Trade bereits über einen Track-Record von rund sieben Jahren (125 Millionen USD investiert), ein erfahrenes Team und ein globales Netzwerk. Seit der Fondslancierung Ende Dezember 2011 konnten durch den responsAbility Fair Trade Fund weitere 10 Millionen USD finanziert werden.

Quelle: responsability

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Montag, 2. Januar 2012

Kein gutes Börsenjahr

Das Börsenjahr 2011 war für die Anleger "grüner" Aktien erneut enttäuschend. Der internationale Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index) notierte zum Jahresschluss mit 241,28 Punkten um 54,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr (529,63), teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Bereits 2010 hatte das regenerative Börsenbarometer 29,3 Prozent verloren.

Aktien von chinesischen Solar- und Windenergie-Unternehmen zählten 2011 mit Verlusten zwischen 60 und 80 Prozent zu den größten Verlierern. Den höchsten Verlust verzeichnet die Aktie von American Superconductor mit einem Abschlag von knapp 87 Prozent. Von den deutschen Unternehmen verloren Nordex Aktien 28,3 Prozent, SMA Solar 39,3 Prozent, SolarWorld 56,5 Prozent und Centrotherm 63,6 Prozent.

Während die weltweiten Aktien der Industrieunternehmen zum Teil sehr hohe Verluste hinnehmen müssen, können sich die regenerativen Versorgungsunternehmen besser behaupten. Die Titel der italienischen Enel Green Power (+ 2,7 Prozent) und des spanischen Regenerativversorgers EDP Renovaveis (+ 0,8 Prozent) legen gegen den Trend leicht zu. Ursache für die drastischen Kursrückgänge sind laut IWR die derzeit enttäuschenden Finanzzahlen der Unternehmen. "Das Jahr 2012 kann eigentlich nur besser werden", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch.

Im Rahmen der turnusgemäßen Neuzusammensetzung zum 01. Januar 2012 steigen mit dem PV-Hersteller Hanwha SolarOne und dem Windparkbetreiber China Windpower zwei chinesische Unternehmen ab. Neu im RENIXX World vertreten sind der deutsche Bioethanol-Produzent Cropenergies und das US-Solarunternehmen STR Holdings.

RENIXX World im Internet: www.iwr.de/renixx-online

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